Freude auf dem Mundenhof

Buntmardergehege erhält den Oscar der deutschen Zoo-Branche

And the Oscar goes to... Der Mundenhof erhält den Oscar der deutschen Zoo-Branche, den Biber-Preis für das Buntmardergehege. Der Preis wird vergeben für herausragende Tieranlagen in Deutschland, die durch moderne Tierhaltung, innovative Ideen und ihre kompetente Umsetzung überzeugen.

Buntmardergehege erhält den Oscar der deutschen Zoo-Branche (Fotos: P. Seeger/ Stadt Freiburg)

Zur Verleihung des Biber-Preises fand heute auf dem Mundenhof ein Ortstermin mit Bürgermeisterin Christine Buchheit, Karsten Schultz, Vorsitzender des Berufsverbandes der Zootierpfleger (BdZ), Max Henkel, Vorsitzender des Biberpreis-Komitees, Mundenhof-Leiterin Susanne Eckert und Lioba Grammelspacher vom Förderverein Mundenhof statt.

Der Mundenhof hat sich nun schon zum zweiten Mal gegen sehr viel größere Einrichtungen durchgesetzt. Das ist eine tolle Leistung!

Bürgermeisterin Christine Buchheit

Dabei freute sich Buchheit über die hohe Ehrung: „Der Mundenhof hat sich nun schon zum zweiten Mal gegen sehr viel größere Einrichtungen durchgesetzt. Das ist eine tolle Leistung!“ Ein solches Lob vom führenden Fachverband sei dem Mundenhof-Team und seinen Tierpflegerinnen und -pflegern Ansporn, in dieser Richtung engagiert wiederzumachen. Stellvertretend für die neun Tierpflegekräfte vom Mundenhof nahmen Theresa Fröhlich und Andy Kleint an der heutigen Preisverleihung teil.

In der Jury-Begründung heißt es über das Buntmardergehege, das im Jahr 2019 für eine Summe von 400.000 Euro eröffnet wurde: „Die Anlage besteht aus einem großflächigen Außen- und Ausweichgehege, das die Tiere nach Belieben nutzen können. Das 275 Quadratmeter große Außengehege ist einer offenen Landschaft nachempfunden, die mit zahlreichen Büschen, Stauden und Gräsern bepflanzt ist und den Tieren ausreichend Deckung bietet. In der Mitte stehen den Tieren Kletterstämme und Plattformen zu Verfügung, die ein Überspringen der Umfriedung verhindern (…) Hinzu kommt, dass der Besucher den Tieren durch eine abgesetzte Glasscheibe sehr nahe kommen kann, um die tatsächliche Größe der Tiere zu erleben."

Von links: Lioba Grammelspacher vom Förderverein Mundenhof, die Tierpflegekräfte Theresa Fröhlich und Andy Kleint, Mundenhof-Leiterin Susanne Eckert, Bürgermeisterin Christine Buchheit, Karsten Schultz, Vorsitzender des Berufsverbandes der Zootierpfleger (BdZ) und Max Henkel, Vorsitzender des Biberpreis-Komitees (Foto: S. Schewe / Stadt Freiburg)

Ins benachbarte Gehege, das bis November von Erdmännchen bewohnt wurde, ist mittlerweile eine neue Kaninchenrasse eingezogen – die Deutsche Riesenschecke. Für die nächste Generation von Erdmännchen wird indessen das frühere Uhugehege hergerichtet. Erdmännchen stammen aus dem südlichen Afrika, passen also herkunftsmäßig gut zu Straußenvögeln, die ebenfalls zwischen Kap, Kalahari und Krügerpark beheimatet sind. Da der Straußenstall marode ist und keine guten Haltungsbedingungen mehr bietet, entstand die Idee, für beide Tierarten ein gemeinsames Gebäude zu errichten.

Dieses soll unter anderem mehr Privatsphäre für die Erdmännchen bieten; ihr altes, schlauchartiges Gehege war von allen Seiten einsehbar und bot den Tieren so wenig Rückzugsraum, dass die Nachzucht mäßig erfolgreich blieb. Im neuen Gehege wird sich das ändern. Sein großes Innengehege liegt im Trockenen und Warmen, wird von oben natürlich belichtet und bietet Besuchern eine überdachte Fläche (Regen- und Sonnenschutz). Im alten, maroden Straußenstall war ein Abtrennen kaum möglich, viele Ecken schränkten die Sicht ein.

  • Auch die Erdmännchenkönnen sich auf ein neues Zuhause freuen.

Nun hat der Mundenhof in Eigenregie mit der Planung des neuen Gebäudes begonnen, anhand vorhandener Anlagen in anderen Zoos (Basel, Heidelberg). Klar ist bereits, dass es für die Erdmännchen von allem genug geben soll: genug Fläche, genug Schlafplätze, genug Versteck- und Grabmöglichkeiten, genug Rückzugsareal, genug Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Mundenhof plant mit etwa 140 Quadratmetern Außengehege und weiteren 30 Quadratmetern Innengehege; damit werden die Mindestanforderungen der Zoorichtlinie (16 qm für bis zu sechs Tiere, plus 2 qm pro weiteres Tier) bei weitem überschritten.

Gerechnet wird mit Baukosten in einer Größenordnung wie beim Buntmardergehege, das 400.000 Euro gekostet hat. Gut die Hälfte des Betrages ist schon unter Dach und Fach: 150.000 Euro kommen vom Förderverein Mundenhof, 50.000 Euro steuert ein hiesiges Bauunternehmen aus Anlass seines 70-jährigen Firmenjubiläums bei, zwei örtliche Banken haben jeweils 5.000 Euro zugesagt.

Und da Kleinvieh auch Mist macht (wie alle Beschäftigten und Gäste des Mundenhofes bestätigen können), sammelt der Mundenhof zusammen mit dem Förderverein in den Spendenwürfeln im Gehege weitere Einzelspenden.

Veröffentlicht am 28. Mai 2021

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