Ausgezeichnet

Freiburg ist erneut Fairtrade-Stadt

  • Die Stadt Freiburg wurde erneut für ihr lokales Engagement für fairen Handel ausgezeichnet. (Foto: Patrick Seeger)

Bereits zum vierten Mal in Folge hat die Stadt Freiburg die Auszeichnung Fairtrade-Town erhalten. Vor acht Jahren hat der gemeinnützige Verein TransFair e.V. der Stadt den Titel für ihr lokales Engagement zum fairen Handel erstmals verliehen. 

Um dem internationalen Netzwerk der Fairtrade-Städte anzugehören, müssen fünf Kriterien erfüllt sein:
Die Unterstützung des fairen Handels haben Stadtverwaltung und Gemeinderat in einem Ratsbeschluss festgehalten, eine Steuerungsgruppe koordiniert alle Aktivitäten, in Geschäften und gastronomischen Betrieben werden Produkte aus fairem Handel angeboten, die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit und die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort.

Und natürlich wird im Rathaus sowie im Gemeinderat ausschließlich fair gehandelten Kaffee ausgeschenkt. Bei Ratssitzungen kommt dabei ausschließlich Freinica-Kaffee in die Tassen. Der fair produzierte und gehandelte Kaffee wird von Kleinbauern in Freiburgs Partnerstadt Wiwilí in Nicaragua (FREIburgNICAragua) sowie in der Region Boaco biologisch angebaut und produziert. Freinica Kaffee ist ein Kooperationsprojekt der Freiburger Weltläden, des Eine Welt Forum Freiburgs, des Wiwilí-Vereins und der Stadt Freiburg. Er ist in den Freiburger Weltläden erhältlich.

Die erneute Auszeichnung ist eine wichtige Bestätigung für die feste Verankerung des fairen Handels in Freiburg. Ich bin stolz, dass Freiburg dem internationalen Netzwerk der Fairtrade-Towns angehört. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern.

Oberbürgermeister Martin Horn

Hintergrund

TransFair e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der Fairtrade in Deutschland repräsentiert. Seit seiner Gründung 1992 arbeiten er daran, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika über den fairen Handel zu unterstützen, so dass diese ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen selbstbestimmt verbessern können. Als unabhängige Initiative handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte, die den Anforderungen der internationalen Fairtrade-Standards genügen. 

Alle zwei Jahre vergibt der Verein den Titel Fairtrade-Town an Städte, kreisfreie Städte, Stadtbezirke, Gemeinden, Verbandsgemeinden, Kreise, Regionen, Inseln und Bundesländer, die sich lokal für den fairen Handel stark machen. Bewerber müssen fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln.

Lokaler Handel unterstützt den globalen Süden

Großen Einsatz zeigten auch die Freiburger Bürger_innen im Bereich des fairen Handels. Die Freiburger Weltläden in der Gerberau, in Herdern und in Littenweiler führten in der Corona-Pandemie mit viel ehrenamtlichem Engagement ihre Aktivitäten so gut es ging fort, um die Handelspartner_innen im globalen Süden weiterhin unterstützen zu können. Mit Hilfe der Einkäufe der Bürger_innen im fairen Handel, konnten die die Lieferketten trotz der Corona-Krise meist aufrechterhalten werden. Die Freiburger Weltläden beteiligten sich auch an der Aktion "Fairwertsteuer" des Weltladen-Dachverbands Die Idee: Die Senkung der Mehrwertsteuer vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 durch die Bundesregierung, wurde beim Verkauf in Weltläden nicht an die Kund_innen in Weltläden weitergegeben, sondern an die Aktion "Fairwertsteuer" und damit an die auf externe Hilfe angewiesene Handelspartner_innen. Dadurch konnten bundesweit über 500.000 Euro gesammelt werden.

Kommunen für ein starkes Lieferkettengesetz in Deutschland

Als ein weiteres deutliches Zeichen und als Zuspruch für eine faire globale Wirtschaftsweise beschloss der Freiburger Gemeinderat am 18. Mai 2021 den Beitritt zur Resolution: "Kommunen für ein starkes Lieferkettengesetz in Deutschland". Damit schließt sich Freiburg deutschlandweit 70 Kommunen an, die die Bundesregierung auffordern, den aktuellen Gesetzesentwurf des Lieferkettengesetzes nachzubessern und eine Verschärfung vorzunehmen, da nach dem derzeitigen Gesetzentwurf viele erhoffte Verbesserungen für die beteiligten Menschen entlang der globalen Lieferketten ausbleiben würden. Mit einem wirksamen Lieferkettengesetz erhalten Kommunen dagegen eine stärkere Grundlage, um als öffentliche Auftragsgeberin bei Vergaben faire, ökologische und menschenrechtskonforme Standards einzuhalten und einzufordern.

Global denken, lokal handeln

Die Fairtrade-Towns Kampagne unterstützt durch die Sensibilisierung für internationale Verantwortung und die globalen Effekte des Konsums die Umsetzung der Freiburger Nachhaltigkeitsziele. Unter dem Motto "global denken, lokal handeln" leistet die Stadt Freiburg mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nation (Sustainable Development Goals - SDG´s), die 2015 verabschiedet wurden.

Mehr: www.freiburg.de/nachhaltigkeit

Veröffentlicht am 27. Mai 2021
Kommentare (0)
Kommentar

Ihr Kommentar erscheint öffentlich sichtbar auf dieser Webseite. Der von Ihnen eingetragene Vor- und Nachname wird ebenfalls öffentlich angezeigt, nicht aber Ihre E-Mail-Adresse.


Logos Sozialer Medien: facebook Twitter RSS Youtube

Nachrichten abonnieren

Bleiben Sie auf dem Laufenden über aktuelle Nachrichten aus Rathaus und Bürgerservice, abonnieren Sie hier den RSS-Feed

Weitere Infos zur Funktionsweise von RSS-Feeds finden Sie unter www.freiburg.de/socialmedia