50 Jahre Städtebauförderung

Virtueller Knopfhäusle-Rundgang zum Aktionstag

Am 8. Mai findet der diesjährige Tag der Städtebauförderung statt. Gefeiert wird dabei ein besonderes Jubiläum: Fünfzig Jahre Städtebauförderung in Deutschland. Auch die Stadt Freiburg beteiligt sich wieder an diesem bundesweiten Aktionstag - in diesem Jahr mit einem corona-konformen digitalen Angebot: Einem virtuellen Rundgang durch die Knopfhäusle-Siedlung, die gerade mit großem Aufwand saniert wird.

Animation des Knopfhäusle-Rundgangs
Einen virtuellen Rundgang durch die Knopfhaeusle-Siedlung gibt es unter freiburg.de/knopfhaeusle (Fotos und 3d-Animation: Jan Raiber)

So kann dieses besondere Stück Freiburg direkt vom Bildschirm aus entdeckt werden. Bei dem digitalen Spaziergang durch die Straßen der ehemaligen Arbeitersiedlung lässt sich ein Bild davon machen, wie es hier unmittelbar vor Beginn der Sanierungsarbeiten ausgesehen hat. Durch eine spezielle Aufnahmemethode sind eindrucksvolle 360°-Bilder entstanden, die den Charme dieser außergewöhnlichen Siedlung vermitteln. Neben der Besichtigung einer leerstehenden Knopfhäusle-Wohnung beinhaltet der Rundgang auch viele interessante Details zur historischen Bausubstanz. Hier werden die Besonderheiten der Häuser und die ursprünglichen Siedlungsstruktur gezeigt.

900 Kommunen in 50 Jahren

Die Städtebauförderung von Bund und Land ist eines der ältesten und mit Sicherheit eines der sinnvollsten Förderprogramme der öffentlichen Hand. Allein in Baden-Württemberg wurden in den vergangenen 50 Jahren fast 900 Kommunen bei der städtebaulichen Erneuerung von Bund und Land unterstützt. Zum Zuge kamen Städte und Gemeinden in Ballungsräumen ebenso wie im ländlichen Raum. Dabei hat sich die Städtebauförderung als flexibles Instrument bewährt und zugleich als „lernendes Programm“ stets an neue Herausforderungen angepasst.

Im Fokus standen damals wie heute aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen. Oft ging es um die Sanierung stadtbildprägender Quartiere mit intakten Sozialstrukturen, aber stark sanierungsbedürftiger Bausubstanz. Nach der reinen Marktlogik wären wohl viele dieser Quartiere entweder abgerissen oder luxussaniert worden – beides mit dem unwiederbringlichen Verlust von bezahlbarem Wohnraum und sozialer Vielfalt verbunden.

Im Mittelpunkt der Förderung steht, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein attraktives Lebens- und Wohnumfeld zu erhalten und neu zu gestalten und dabei ein besonderes Augenmerk auf Klimaverträglichkeit zu richten. Lebendige und lebenswerte Quartiere sowie Stadt- und Ortskerne, die die Versorgungsfunktion auch und gerade im Interesse einer immer älter werdenden Gesellschaft verlässlich wahrnehmen, attraktive öffentliche Räume und die Schaffung unverzichtbarer Gemeinbedarfseinrichtungen sind ebenfalls zentrale Aufgabenstellungen.

Genauso wie der Erhalt und die Sicherung des gebauten kulturellen Erbes, das den Bürgerinnen und Bürgern ein vertrautes Umfeld bewahrt. Dabei ist die Bürgerbeteiligung eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Sanierung. Bürgerinnen und Bürger sind von Anfang an in die Gestaltung ihres Quartiers einbezogen und können am Verfahren mitwirken. So entstehen lokal abgestimmte Lösungen mit hoher Qualität, Transparenz und Akzeptanz bei den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Hohe Zuschüsse, aber auch viel Eigenanteil

Zur bemerkenswerten Konstanz der Städtebauförderung gehört auch, dass sich die Förderbedingungen für die Kommunen in einem halben Jahrhundert im Grundsatz nicht verändert haben. Lange Jahre gab es zwei Drittel der Projektkosten als Zuschuss von Bund und Land. Ein Drittel musste die Kommune aus Eigenmitteln beisteuern. Aktuell liegt das Verhältnis bei 60 zu 40, der Eigenanteil ist also etwas gestiegen. Hinter den eingangs genannten 90 Millionen Euro Zuschuss stecken tatsächlich also über 140 Millionen Euro als Gesamtsumme, die in die bislang 13 Freiburger Sanierungsverfahren geflossen sind.

Aktuell fünf Projekte in Freiburg

In Freiburg laufen aktuell folgende fünf städtebauliche Sanierungsverfahren, die maßgeblich von Bund und Land gefördert werden:

  • Betzenhausen-Bischofslinde
    Das Quartier rechts und links der Sundgauallee wird seit 2013 umfassend im Rahmen des Zentren-Aktivierungs- Konzepts (ZAK) aufgewertet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Umgestaltung der Sundgauallee, eine Aufwertung der beiden Stadtteilzentren, die Neugestaltung des Betzenhauser Torplatzes und des Platzes am Bischofskreuz sowie ein Geschäftsstraßenmanagement, das die lokale Infrastruktur stabilisieren soll. Insgesamt werden rund 2,5 Millionen Euro bis zum Ende als Zuschuss geflossen sein.
  • Haslach Südost
    Im Quartier rund um die Belchenstraße liegt der Fokus auf der Sanierung des Gebäudebestands, der Schaffung neuen Wohnraums und der Umgestaltung der Brandel- Anlage. Seit 2016 (und noch bis 2023) laufen hier die Arbeiten, deren sichtbarste Zeichen die Aufstockung der Gebäude Belchenstraße 12–34 sowie die Neubebauung im Bereich des abgebrochenen Hochhauses und des Pavillons in der Belchenstraße 8 und 10 sind. 4,7 Millionen Euro sind hierfür sowie für die Sanierung der Kita Tausendfühler als Zuschuss zu verbuchen.
  • Sulzburger Straße
    Seit 2017 und voraussichtlich noch bis 2026 laufen ähnliche Arbeiten im Hügelheimer Weg 2–6 und in der Sulzburger Straße 15–19. Abriss und Neubau gibt es hier nicht, dafür aber umfangreiche Modernisierungen und Instandsetzungen. Außerdem wird die Seniorenwohnanlage der AWO saniert und erweitert. Den Umfang der Arbeiten in Weingarten zeigt die Fördersumme: 7,4 Millionen Euro sind bereits bewilligt, weitere knapp 5 Millionen werden benötigt und nach und nach bei Bund und Land beantragt.
  • Knopfhäusle-Siedlung
    Der Bestand der denkmalgeschützen Arbeitersiedlung in der Oberwiehre hing lange am seidenen Faden. Zu hoch schien der Sanierungsaufwand, zu gering die Wohnfläche. Ohne Städtebauförderung wäre der Erhalt des liebenswerten Quartiers mit seinen rund 150 Jahre alten Kleinst- und Einfachstwohnungen kaum finanzierbar gewesen. Jetzt erhalten die Knopfhäusle das Gewand zurück, aber mit moderner Technik. Die Bewohnerinnen und Bewohner müssen zur Sanierung ausziehen, können später aber ins Quartier zurückkehren – und wollen das in großer Zahl auch. Gebaut wird seit 2020; bis 2026 soll alles fertig sein. 3,7 Millionen Euro sind als Zuschuss bereits bewilligt. Benötigt (und sukzessive beantragt) werden nach derzeitigem Stand rund 6,5 Millionen Euro.
  • Breisacher Hof
    Das jüngste Projekt wurde 2020 in das Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ aufgenommen und bringt voraussichtlich ab 2022 eine umfassende Sanierung der Kasernengebäude im Breisacher Hof sowie eine Aufwertung der innenliegenden Grün-, Frei- und Spielflächen. Außerdem wird das bestehende Sozial- und Jugendzentrum saniert. 1,7 Millionen Euro sind als Zuschuss bereits bewilligt, insgesamt benötigt werden voraussichtlich 7,6 Millionen Euro.

Der virtuelle Rundgang ist zu finden unter www.freiburg.de/knopfhaeusle
 
Nähere Informationen zum Tag der Städtebauförderungen sowie zu den bundesweit stattfindenden Veranstaltungen finden Sie auf der offiziellen Website www.tag-der-staedtebaufoerderung.de

Veröffentlicht am 07. Mai 2021
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