Schoco-Test

Gute Erfahrungen mit neuer Teststrategie an Schulen

Seit gut einer Woche läuft das Pilotprojekt, bei dem ganze Klassen in PCR-Pool-Tests gemeinsam auf das Corona-Virus getestet werden. Dabei zeigt sich, dass die Teststrategie viel Potential besitzt.

  • Metallkoffer mit der Aufschrift "Schülerproben. Stadt Freiburg"
    Alle Röhrchen werden gesammelt ins Labor gebracht. Die benötigten Materialien (Wattestäbchen, Tüte, Drucketiketten und Einmalhandschuhe) werden jeder Schule vorab von der Stadt Freiburg zur Verfügung gestellt.
  • Schüler_innen mit Masken in einem Klassenzimmer.
    Die Schüler_innen führen den Test selbst durch, indem sie 30 Sekunden auf einem Wattetupfer lutschen. Die Abstrichtupfer einer ganzen oder halben Klasse (maximal 25) werden dann in ein Sammelgefäß geworfen und bilden einen "Pool".
  • Schüler mit Wattestäbchen und Teströhrchen.
    Anschließend lutscht jeder Schüler und jede Schülerin noch einmal auf einem zweiten Abstrichtupfer, der mit Namen und Geburtsdatum beschriftet und einzeln verpackt wird.

Die Pilotphase läuft seit Donnerstag, 18. März, Tests gab es bislang an fünf Schulen (zwei Grundschulen, zwei Gymnasien und einer Realschule) sowie einer Kita. Dabei wurden rund 2000 Tests ausgewertet. Einen positiven Test gab es in einer Klasse, zwei Kinder waren mit dem Coronavirus infiziert.

Nach den Osterferien wird schrittweise erweitert

Die erste Woche zeigt, dass das System, das mit der Uniklinik Freiburg und dem Gesundheitsamt ins Leben gerufen wurde, funktioniert und viele Vorteile gegenüber Schnell- und Selbsttests hat. Da ist zum einen die kindgerechte Anwendung. Für die Tests werden Wattestäbchen wie Lollis 30 Sekunden gelutscht und später im Labor per PCR-Test untersucht. Es kamen durchweg gute Rückmeldungen von Schulen, Kindern und Jugendlichen. Das Verfahren ist verständlich und unkompliziert, auch jüngere Kinder kommen gut damit zurecht.

Mit der PCR-Methode wird zudem ein sicheres Ergebnis garantiert, falsche Positivmeldungen gibt es nicht. So kann vielen Schülerinnen und Schülern und deren Eltern Unsicherheit erspart werden. Und schließlich ist das Poolen von Tests deutlich günstiger als Einzeltests. Bei dem Projekt wird zudem nicht blind getestet, es wird wissenschaftlich von der Uniklinik Freiburg begleitet, die Daten werden – natürlich anonymisiert – ausgewertet und analysiert.

Wir haben ein intelligentes, schnelles, sicheres und günstiges System entwickelt, damit Kinder und Jugendliche weiter in die Schule gehen können. Gerade die Jüngsten haben darunter zu leiden, wenn ihre Kontakte eingeschränkt werden und Bildung erschwert wird. Jetzt arbeiten wir mit Hochdruck daran, das System nach den Osterferien auf die Schulen der Stadt auszuweiten. Unsere Pooltests sollen Schule auch in Zeiten der Pandemie möglich machen.

Oberbürgermeister Martin Horn

Nach den Ferien wird das Pilotprojekt sukzessive erweitert. Dabei wird die Methode angepasst, um die Kapazität schnell zu erhöhen. Weitere Informationen dazu sollen unmittelbar nach den Ostern erfolgen

Freiburger Modell soll bei Bund und Land Schule machen

In Freiburg soll ein Weg gefunden werden, damit Kinder und Jugendliche weiter in die Schule und die Kitas gehen können, das Offenhalten von Bildungseinrichtungen hat höchste Priorität. Dafür braucht es eine intelligente Teststrategie – wie sie in Freiburg gerade erarbeitet wird. Die Kosten werden bislang aus eigenen Etats bezahlt.

In einem gemeinsamen Schreiben haben sich diese Woche Oberbürgermeister Martin Horn und Professor Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor der Uniklinik Freiburg, an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und an den Sozialminister des Landes Manne Lucha gewandt. Mit der Unterstützung von Bund und Land soll ein gemeinsames Modellprojekt etabliert werden, das die Schulen offen halten kann und wichtige wissenschaftliche Grundlagen schafft. Zumal das Potential von Pooltests nicht auf Schulen beschränkt ist. Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen könnte die Methode angewandt werden. Das Projekt hat überregional bereits großes Interesse geweckt, wie Anfrage aus anderen Kommunen, von Landtagsabgeordneten und dem Städtetag zeigen.

Weitere Infos

Mehr zum Schoco-Test
Aktuelles zum Coronavirus: www.freiburg.de/coronavirus

Veröffentlicht am 30. März 2021
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