1. Mai – 26. September 2021

Spuk! Die Fotografien von Leif Geiges

Augustinermuseum – Haus der Graphischen Sammlung

Schlurfende Schritte auf dem Dachboden, ein Teppich wird zur Schlange, Brötchen fliegen wie Schwalben durch die Luft... Es spukt! Oder war alles nur Einbildung? Vielleicht Täuschung oder gar Betrug? Phänomene, die gegen den gesunden Menschenverstand verstoßen, werden oft tabuisiert. Dennoch üben sie eine unwiderstehliche Faszination aus. In Freiburg werden sie seit den 1950er Jahren sogar wissenschaftlich dokumentiert und untersucht.

Der Fotograf und Bildjournalist Leif Geiges (1915–1990) arbeitete über viele Jahre mit dem Parapsychologen Professor Hans Bender (1907–1991) zusammen, der an der Freiburger Universität lehrte. Er begleitete ihn zu Spukuntersuchungen, bei denen die geschilderten Vorkommnisse nachgestellt und fotografiert wurden. Außerdem illustrierte er weitere Forschungsfelder wie magische Praktiken, beispielsweise das Gläserrücken, und dokumentierte Experimente zur außersinnlichen Wahrnehmung im von Bender gegründeten Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V.

Die Ausstellung präsentiert zum ersten Mal umfassend das beeindruckende Bildmaterial, das zu seiner Entstehungszeit auszugsweise in Magazinen erschien. Sie gibt einzigartige Einblicke in ein wissenschaftliches und gesellschaftliches Spannungsfeld der Nachkriegszeit.

Kristallsehen: Durch das Betrachten glänzender Gegenstände werden visionäre Bilder, nach außen projizierte Träume, erzeugt. Freiburg, um 1950, Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges
Kristallsehen: Durch das Betrachten glänzender Gegenstände werden visionäre Bilder, nach außen projizierte Träume, erzeugt. Freiburg, um 1950, Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges

Aktuell in der Ausstellung

Vermittlungsangebote

Der Buchungsservice informiert unter Telefon 0761 / 201-2501 oder per Mail an museumspaedagogik@stadt.freiburg.de über Führungen und Vermittlungsangebote für Kindergärten, Schulen und inklusive Gruppen.

Die Brötchen: Herr Plach war im Dorf und hat für das Frühstück Butter und Bröt-chen eingekauft. In der Küche legte er Butter und Brötchen auf eine Truhe neben den Tisch. Wenige Minuten später begannen die Brötchen wie Schwalben in der Küche herumzufliegen … und fielen schließlich auf den Fußboden. Rekonstrukti-on eines berichteten Spukphänomens vom 17.3.1947, 3-teilige Sequenz, Vachendorf, 1949 Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges
Die Brötchen: Herr Plach war im Dorf und hat für das Frühstück Butter und Brötchen eingekauft. In der Küche legte er Butter und Brötchen auf eine Truhe neben den Tisch. Wenige Minuten später begannen die Brötchen wie Schwalben in der Küche herumzufliegen … und fielen schließlich auf den Fußboden. Rekonstruktion eines berichteten Spukphänomens vom 17.3.1947, 3-teilige Sequenz, Vachendorf, 1949Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges
Selbstporträt Leif Geiges, Freiburg, 1952 Leif Geiges, Archiv Geiges-Zweifel, Staufen
Selbstporträt Leif Geiges, Freiburg, 1952, Leif Geiges, Archiv Geiges-Zweifel, Staufen
Vision des Brandes von Ahausen. Das Auge der „Spökenkiekerin“, der Frau mit dem zweiten Gesicht, sieht über Jahre hinweg ein Ereignis voraus. Der letzte bedeutende und einwandfrei belegte Fall derartigen Hellsehens ist die Magd von Ahausen aus Rotenburg in der Lüneburger Heide. Im Jahre 1900 hatte sie das Gesicht eines großen Brandes. Sie bezeichnete genau die Häuser, die abbrennen und die Häuser, die stehen bleiben würden. Man konnte sich auf ihre Angaben verlassen, denn viele andere Gesichte, die sie hatte, waren ebenfalls eingetroffen.Freiburg, um 1950, Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges
Vision des Brandes von Ahausen. Das Auge der „Spökenkiekerin“, der Frau mit dem zweiten Gesicht, sieht über Jahre hinweg ein Ereignis voraus. Der letzte bedeutende und einwandfrei belegte Fall derartigen Hellsehens ist die Magd von Ahausen aus Rotenburg in der Lüneburger Heide. Im Jahre 1900 hatte sie das Gesicht eines großen Brandes. Sie bezeichnete genau die Häuser, die abbrennen und die Häuser, die stehen bleiben würden. Man konnte sich auf ihre Angaben verlassen, denn viele andere Gesichte, die sie hatte, waren ebenfalls eingetroffen.
Freiburg, um 1950
Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges
Vorbestraft! „Wir bedauern, keine freie Stelle!“ aus der Fotoreportage „Die schwerere Strafe beginnt nach der Entlassung“, Freiburg, 1951, Leif Geiges, Archiv Geiges-Zweifel, Staufen
Vorbestraft! „Wir bedauern, keine freie Stelle!“ aus der Fotoreportage „Die schwerere Strafe beginnt nach der Entlassung“, Freiburg, 1951, Leif Geiges, Archiv Geiges-Zweifel, Staufen
Spukfall Lauter: Nach einem fürchterlichen Getöse im Gang fand Frau S. den Teppich, der aufgerolltim Speicher gestanden hatte, zu einer Schlange gedreht und der Deckel der Zinnkanne war die Treppe hinunter gefallen. Niemand befand sich außer ihr im Haus. Rekonstruktion eines berichteten Spukphänomens vom Sommer 1947, 2-teilige Sequenz, Lauter, 1949, Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges
Spukfall Lauter: Nach einem fürchterlichen Getöse im Gang fand Frau S. den Teppich, der aufgerolltim Speicher gestanden hatte, zu einer Schlange gedreht und der Deckel der Zinnkanne war die Treppe hinunter gefallen. Niemand befand sich außer ihr im Haus. Rekonstruktion eines berichteten Spukphänomens vom Sommer 1947, 2-teilige Sequenz, Lauter, 1949, Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges
Prof. Bender, Freiburg, bei der Auswertung der Aufnahmen einer Spukuntersuchung, um 1971, Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges
Prof. Bender, Freiburg, bei der Auswertung der Aufnahmen einer Spukuntersuchung, um 1971, Leif Geiges, Archiv des IGPP, Sammlung Leif Geiges

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag, 10–17 Uhr
Freitag, 10–19 Uhr

Eintrittspreise

5 Euro / erm. 3 Euro

Tickets

Tickets reservieren unter
Tel.: +49 761 201-2550
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Kontakt

Haus der Graphischen Sammlung im Augustinermuseum

Haus der Graphischen Sammlung im Augustinermuseum
Salzstraße 32
79098 Freiburg im Breisgau
Tel.: +49 761 201-2550
augustinermuseum@stadt.freiburg.de
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