Mit dem Bus zum See

Linien 32 und 33 halten ab sofort am Opfinger See

Pünktlich zum Ferienbeginn kann man den Opfinger See jetzt auch direkt mit dem Bus erreichen. (Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg)

Das beliebte Ausflugsziel ist ab sofort besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Alle Busse der VAG-Linien 32 und 33 halten nun auch an der provisorisch eingerichteten Bushaltestelle "Opfinger See". Die letzte Rückfahrt geht täglich gegen 23.30 Uhr.

Der Freizeitdruck auf den Opfinger See ist in diesem Corona-Sommer enorm. Schon mehrfach war die Zahl der Parkplätze am See dem Ansturm der Besucher_innen nicht gewachsen, Rettungswege, Grünflächen und Waldwege waren zugeparkt (mehr zum Thema). Und die bisher bestehende ÖPNV-Lösung mit der gut 600 Meter entfernten Haltestelle "Kleingärten" wurde nicht von allen als optimal empfunden.

Darauf haben die Freiburger Verkehrs AG (VAG) und das Garten- und Tiefbauamt (GuT) nun reagiert: An der Zufahrtsstraße zum See wurde in den vergangenen Tagen in Windeseile eine neue, provisorische Bushaltestelle "Opfinger See" eingerichtet, die fahrplanmäßig im Regelbetrieb von allen Bussen der VAG-Linien 32 und 33 bedient wird. Da die Haltestelle quasi im Vorbeifahren angefahren wird und der Bus nur bei Bedarf hält, verlieren die Fahrgäste von und nach Opfingen keine Reisezeit. Die Haltestelle "Kleingärten" bleibt bestehen.

Die neue Haltestelle ist ein Provisorium. In erster Linie ging es darum, der an Sommertagen unhaltbaren Anfahrts- und Parksituation schnell Herr zu werden. Die jetzt gefundene Lösung kommt ohne Eingriffe in den Wald und ohne neue Gehwege aus; auch die Radwege werden nicht beeinträchtigt. Bei einem Provisorium ist ein geringerer Standard möglich als bei einer "ordentlichen" Haltestelle. In der Kürze der Zeit konnte das GuT noch nicht die baulichen Voraussetzungen schaffen, um die Haltestelle barrierefrei einzurichten. Wenn sich die Haltestelle bewährt, ist später ein "Nachrüsten" auf einen barrierefreien Standard denkbar – dann auch mit weniger Aufwand als bei den früheren Lösungen, die deutlich über 400.000 Euro gekostet hätten.

Mittelinsel und Tempolimit für mehr Sicherheit

Auf der Kreisstraße K 9853 (Opfinger Straße) selbst wurde der größte Teil der bisher sehr langen Linksabbiegespur aus Richtung Opfingen gesperrt und daraus eine Mittelinsel geschaffen, die Fahrgästen und Radfahrenden als sichere Querungsstelle dienen soll. Mit 2,50 Meter Breite und 4 Meter Länge ist diese Mittelinsel so großzügig dimensioniert, dass darauf mehrere Familien mit vollen Strandtaschen Platz haben.

Um die Geschwindigkeit durchfahrender Autos auf der K 9853 signifikant zu senken und damit die Sicherheit für Buspassagiere und querende Fußgänger_innen zu erhöhen, wird das Tempolimit von bisher 80 km/h in zwei Stufen auf 50 km/h reduziert. Zudem halten die Busse in beiden Fahrtrichtungen bei Bedarf auf der Kreisstraße selbst an; auf das Einrichten von Bus-Buchten wurde bewusst verzichtet. Der Kfz-Verkehr auf der Kreisstraße wird hinter dem haltenden Bus warten müssen. Aus Sicherheitsgründen ist eine Vorbeifahrt verboten und dank deutlicher Straßenmarkierungen und der erwähnten Verkehrsinsel mitten auf der K 9853 auch nicht möglich.

Hintergrund

Nach der Stilllegung der Kiesschürfe 2013 hatte das Forstamt den Opfinger See zu einer attraktiven Badestelle umgebaut, die im Sommer 2014 ihren "Betrieb" aufnahm. Seither wurde eine feste Bushaltestelle immer wieder gewünscht und auch planerisch untersucht. Bislang scheiterte eine dauerhaft hergestellte Haltestelle aber an den Baukosten und den Eingriffen in den Mooswald, etwa für die Zugangswege oder den Haltestellenbereich (Bus-Bucht). Üblicherweise werden Haltestellen in vergleichbaren Lagen an Außerortsstraßen nach den offiziellen Planungsempfehlungen mit Bus-Buchten angelegt, um ein sicheres Halten und Warten des Busses außerhalb der eigentlichen Fahrstreifen zu ermöglichen.

Vergangene Woche gelang dem GuT dann mit einer Planungsidee der Durchbruch. Die Einmündung der Seezufahrt auf die Kreisstraße K 9853 (Opfinger Straße) war einst für Kieslaster angelegt worden. Ohne Kieslaster ist sie völlig überdimensioniert. Für den heutigen Verkehr reicht es, den "Mittelweg" der Seezufahrt und den östlichen Abbiegestreifen (aus Freiburger Richtung) offenzuhalten.

Die überbreite Einmündung wurde daher stillgelegt und für die Anlage der Haltestelle auf der Asphaltfläche der bisherigen Ausfahrt genutzt. Damit waren auf der Nordseite der K 9853 (Richtung Opfingen) keine großen zusätzlichen Befestigungen erforderlich; nur auf der Südseite (Richtung Freiburg) wurde ein kurzes Stück des Grünstreifens zum Ein- und Ausstiegsbereich bzw. zur Wartefläche.

Der Umbau der Seestraßen-Ausfahrt, die Einrichtung einer Mittelinsel auf der K 9853 und eines Wartestreifens auf der Südseite der Kreisstraße haben samt der zugehörigen Beschilderungen und Markierungen insgesamt 10.000 Euro gekostet.

Fahrplan

Zwischen VAG und GuT ist noch nicht verabredet, wie lange das Provisorium stehen soll. Beide Seiten sind aber zuversichtlich, dass sich die Haltestelle schon in den jetzt beginnenden Sommerferien als großer Gewinn herausstellen wird – zumal die Betriebszeiten attraktiv sind. Von der Stadt aus erreicht man die neue Haltestelle tagsüber alle 20 bis 30 Minuten mit den VAG-Buslinien 32 und 33, die an der Munzinger Straße starten. Die letzten Rückfahrten ab der neuen Haltestelle erfolgen täglich ungefähr um 23.30 Uhr.

Der VAG-Fahrplan wird traditionell Anfang Dezember umgestellt. Auf Printmedien ist die neue Haltestelle noch nicht zu sehen, online und durch Durchsagen im Bus wird aber ab sofort dafür geworben. Ab der kommenden Woche wird die Haltestelle auch in der Fahrplan-App der Freiburger Verkehrs AG (VAGmobil) zu finden sein.

Fahrplan: www.vag-freiburg.de
Infos zum Opfinger See
Infos zu den aktuellen Corona-Bestimmungen unter www.freiburg.de/coronavirus

Veröffentlicht am 30. Juli 2020

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