Umbenennung

Neue Namen für drei Straßen

Im November 2016 verabschiedete der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss, nach welchem elf Straßen sowie Wege und ein Platz umbenannt werden sollten, deren Namenspaten Nationalsozialisten, Rassisten, Antisemiten, Nationalisten oder Frauenfeinde waren.

Straße mit einem begrünten Platz im Hintergrund
Heinrich-Rosenberg-Platz: Die Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Gymnasiums haben sich dafür ausgesprochen, den Platz vor der Schule nach ihrem 1943 in Auschwitz ermorderten Mitschüler Heinrich Rosenberg zu benennen. Der Gemeinderat ist diesem Wunsch mit großer Mehrheit gefolg (Foto: A.J.Schmidt)

2012 hat die Stadt Freiburg beschlossen, alle Freiburger Straßennamen von einer achtköpfigen Expertenkommission unter Leitung des inzwischen emeritierten Geschichtsprofessors Bernd Martin überprüfen zu lassen. Nach langer Diskussion beschloss der Gemeinderat vier Jahre später die Umbenennung von zwölf nicht haltbaren Straßennamen. Außerdem regte das Fachgremium für 15 weitere Straßen ergänzende Erläuterungsschilder an, hielt die Beibehaltung der Namen allerdings für vertretbar.

Inzwischen sind sieben Wege und Straßen umbenant, nun stimmte das Gremium für die Umbenennung drei weiterer Straßen: Der Martin-Heidegger-Weg heißt künftig Oberer Harbuckweg, und aus der Hindenburgstraße in der Oberau wird die Otto-Wels-Straße. Als SPD-Partei-vorsitzender hielt Otto Wels (1873–1939) am 20.3.1933 die letzte freie Rede im Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten, mit dem die gesetzgebende Gewalt faktisch vollständig an Adolf Hitler überging. Der Ludwig-Aschoff-Platz in Herdern schließlich wird nach Heinrich Rosenberg (1923–1943) benannt. Er war Schüler des Friedrich-Gymnasiums und wurde 1943 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Eine Übersicht aller vorgeschlagenen Umbenennungen gibt es unter: www.freiburg.de/strassennamen

Veröffentlicht am 13. März 2020