Chronik des Jahres

Das war 2019

Als ein Jahr mit vielen richtungsweisenden Entscheidungen geht 2019 in die Freiburger Stadtgeschichte ein. Mit zwei Wahlen und einem Bürgerentscheid waren die Freiburgerinnen und Freiburger daran maßgeblich beteiligt. Erfreulich war die jeweils sehr hohe Wahlbeteiligung. Gehört zu werden und mitzusprechen ist den Menschen offenbar ein wichtiges Anliegen.

Da kommt‘s hin: Ende März werden feierlich die Spaten für den Neubau des SC-Stadions gestochen; seither wächst die Spielstätte im Eiltempo in die Höhe.
Da kommt‘s hin: Ende März werden feierlich die Spaten für den Neubau des SC-Stadions gestochen;seither wächst die Spielstätte im Eiltempo in die Höhe (Fotos: A. J. Schmidt)

Mit großer Mehrheit hat die Bürgerschaft im Februar ihre Unterstützung für den Bau eines neuen Stadtteils in der Dietenbachniederung signalisiert. Genau 60 Prozent stimmten am Ende mit „Nein“ und folgten damit den Argumenten der Stadtverwaltung und großer Teile des Gemeinderats.

Tief im Westen wächst das Ergebnis des letzten Bürgerentscheids in die Höhe: Seit April wird das neue Stadion gebaut, schon zur kommenden Saison soll es fertig sein, wenn alles glatt läuft. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird dort dann Erstligafußball geboten – der SC Freiburg spielt aktuell die beste Saison seiner Vereinsgeschichte.

Städtepartnerschaften leben vom Austausch – und den gab es in diesem Jahr reichlich: Der Grund waren einige Jubiläen, die gefeiert werden konnten. 60 Jahre alt ist die Partnerschaft mit Besançon, 40 Jahre die mit Guildford, und vor 30 Jahren wurde das Partnerschaftsabkommen mit Matsuyama in Freiburg unterzeichnet.

Bei bestem Wetter kam das Jahrhundertprojekt „Umgestaltung Rotteckring“ zu seinem endgültigen Abschluss. Mit der Inbetriebnahme der neuen Stadtbahnlinie kann man den ehemaligen Innenstadtring jetzt nicht nur ablaufen, sondern ganz bequem mit der Bahn abfahren. Am Eröffnungstag nutzen diese Möglichkeit Tausende.

Lebhafte Debatten kennzeichnen den neuen Gemeinderat. Der ist mit 13 Listen und 20 neuen Mitgliedern bunter, jünger und weiblicher als je zuvor. Neu ist auch, dass es quasi keine „Regierungspartei“ gibt, da Oberbürgermeister Martin Horn parteilos ist. Daraus ergeben sich oftmals wechselnde Koalitionen und spannende Abstimmungen mit manchmal überraschenden Ergebnissen.

Auch in Freiburg mobilisiert die Fridays-for-future-Bewegung Zehntausende Jugendliche und auch viele erwachsene Unterstützerinnen und Unterstützer: Rund 30 000 Menschen machen die Klimaproteste damit zur größten Demonstration in der Geschichte der Stadt Freiburg. Auch im Gemeinderat steht das Thema ganz oben auf der Agenda. Er verabschiedet ein Klima- und Artenschutzmanifest.

Turbulent verspricht das kommende Jahr zu werden, in dem Freiburg seinen 900. Geburtstag feiert. Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten zeichnet sich ab, dass das Festjahr viele spektakuläre Höhepunkte haben wird. Quasi als Prolog ist bereits einer zu sehen: Die große Archäologie-Ausstellung im Augustinermuseum ermöglicht bislang unbekannte Einblicke in die Stadtgeschichte.

Traditionell steht an dieser Stelle aber noch einmal das Jahr 2019 im Mittelpunkt. Wie immer fasst das AMTSBLATT die wichtigsten Ereignisse der letzten zwölf Monate in seiner letzten Ausgabe des Jahres zusammen und präsentiert die „Köpfe des Jahres“.

Köpfe des Jahres

Rolf Böhme

Rolf Böhme

Rolf Böhme war 20 Jahre lang Oberbürgermeister und hat die Stadt an vielen Stellen maßgeblich geprägt. Im Februar stirbt er nach langer Krankheit mit 84 Jahren.

Margot Queitsch

Margot Queitsch

Margot Queitsch saß 40 Jahre lang für die SPD im Gemeinderat, davon viele Jahre als Fraktionsvorsitzende. Im August endet ihre Amtszeit – und auch eine Ära der Stadtpolitik.

Simon Sumbert

Simon Sumbert

Simon Sumbert ist eines von 22 neuen Gemeinderatsmitgliedern. Mit 21 Jahren ist er der Jüngste im Gremium und damit ein Sinnbild für den Generationswechsel.

Maria Viethen

Maria Viethen

Maria Viethen sorgt dafür, dass im neuen Gemeinderat nicht nur Neulinge das Sagen haben. Abermals als Stimmenkönigin geht die Grünen-Chefin in ihre sechste Amtszeit.

Rüdiger Engel

Rüdiger Engel

Rüdiger Engel steht beim neuen Stadtteil Dietenbach vor vielen Hürden. Eine wichtige nimmt er im Februar: Der Bürgerentscheid erbringt eine Mehrheit fürs Großprojekt.

Nicole Schmalfuß

Nicole Schmalfuß

Nicole Schmalfuß leitet das Forstamt und weiß, dass der Klimawandel längst Realität ist. Der Stadtwald steht unter Hitzestress, der vielen Baumarten schwer zu schaffen macht.

Gottfried Beck

Gottfried Beck

Gottfried Beck spielt leidenschaftlich Klavier – und sammelt damit Spenden fürs Augustinermuseum. Mehr als 25 000 Euro hat der Mann mit Hut schon eingespielt. Chapeau!

Laura Kiefer

Laura Kiefer

Laura Kiefer steuert hauptberuflich Stadtbahnen bei der VAG. Und nebenbei ist sie auch noch Botschafterin für das Stadtjubiläum – zusammen mit acht anderen.

Herr Jenny

Herr Jenny

Herr Jenny heißt eines der Werke des Expressionisten Hermann Scherer. Ihm widmet das Museum für Neue Kunst eine Sonderausstellung, die noch bis nächsten März zu sehen ist.

Eva von Rekowski

Eva von Rekowski

Eva von Rekowski ist Leiterin der Freiburger Volkshochschule. 2019 ist für ihre Einrichtung ein ganz besonderes Jahr: Die VHS feiert ihr einhundertjähriges Bestehen.

Maximilian Grasser

Maximilian Grasser

Maximilian Grasser ist der leitende Fahrplaner bei der VAG. 2019 ist der Job besonders anspruchsvoll, weil sich mit der Stadtbahn Rotteckring viele Linienführungen ändern.

Christina Schoch

Christina Schoch

Christina Schoch ist die neue Leiterin des Amts für Bürgerservice und Informationsmanagement. Sie ist damit Chefin des Bürgerservice, der amtlichen Statistik und der Wahlen.

Christoph Brender

Christoph Brender

Christoph Brender ist der neue Ortsvorsteher in Kappel. Auch in Ebnet, Hochdorf und Munzingen stehen nach den Wahlen neue Personen an der Spitze der Ortschaftsräte.

Anja Schwab

Anja Schwab

Anja Schwab leitet das Seniorenbüro. Die Beratungsstelle feiert in diesem Jahr ihr Silberjubiläum: Seit 25 Jahren ist sie die erste Anlaufstelle für alle Fragen des Alterns.

Thomas Willmann

Thomas Willmann

Thomas Willmann ist „Mister Wahlen“ und mit Bürgerentscheid, Kommunal- und Europawahl in diesem Jahr besonders gefordert. 2020 wird ruhiger: Dann geht er in Ruhestand

Martina Schickle

Martina Schickle

Martina Schickle ist seit über 20 Jahren Pressesprecherin bei der Stadt. Im Oktober übernimmt sie die Leitung des Pressereferats und folgt damit Edith Lamersdorf nach.

2019

Januar

Doppelte Premiere: Zum ersten Mal lädt Oberbürgermeister Martin Horn zum Neujahrsempfang der Stadt ins Konzerthaus. Nicht nur das ist neu. Als Veranstalter führt der OB ein kulturelles Rahmenprogramm ein. Der Jazzchor Freiburg und das Matrix-Showteam treten auf. Die Botschaft von Horns Neujahrsansprache: Kontinuität wahren und viele neue Akzente bei den Themen Wohnen und Digitalisierung setzen.

Transparenz bei Mieten: Der Gemeinderat hatte beschlossen, den neuen Mietspiegel als kostenlosen Download und Online-Rechner anzubieten. Die neue Publikation verschafft den Freiburgerinnen und Freiburgern nun einen Gratisdurchblick.

Ein Platz für alle: Der Colombipark soll umgestaltet werden. Baubürgermeister Martin Haag stellt die Pläne für die Neugestaltung vor. Ein großer Spielplatz sowie Brunnen und Café sollen den Park aufwerten und zur Stadt hin öffnen.

Bildschirm statt Tafel: OB Horn stellt den Zehnjahresplan zur Digitalisierung an den Freiburger Schulen vor. Die Aufgabe – von der Ausstattung bis zur technischen Unterstützung – ist komplex und kostspielig. Horn appelliert an Bund und Land, die Kommunen zu unterstützen: „Die digitale Zukunft für unsere Schulen muss endlich beginnen.“

Bereit für den Entscheid: Die Vorbereitungen auf den Bürgerentscheid über den neuen Stadtteil Dietenbach laufen. Befürworter und Gegner machen mobil, diskutieren – und plakatieren. Schwierig ist die Fragestellung: Wer für den Stadtteil ist, muss mit „Nein“ stimmen.

Februar

Klares Votum: Beim Bürgerentscheid stimmen 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für „Nein“ und damit für die Bebauung des Dietenbachgebiets. Die Wahlbeteiligung liegt bei rund 50 Prozent. Angesichts der Wohnungsnot in vielen Städten blickt man bundesweit auf Freiburg.

Große Erleichterung: Die Bürgerschaft will einen neuen Stadtteil. 60 Prozent stimmen beim Bürgerentscheid mit „Nein“ und damit für eine Bebauung des Dietenbachgebiets.

Große Erleichterung: Die Bürgerschaft will einen neuen Stadtteil. 60 Prozent stimmen beimBürgerentscheidmit „Nein“ und damit für eine Bebauung des Dietenbachgebiets.

Abschied vom Alt-OB: Am 11. Februar stirbt der frühere Freiburger Oberbürgermeister und Ehrenbürger Rolf Böhme im Alter von 84 Jahren. Tausend Bürgerinnen und Bürger, Weggefährten und Freunde nehmen Abschied bei einem Trauergottesdienst im Münster.

Sicherer in der Stadt: Der Gemeinderat beschließt ein neues Sicherheitspaket. Das Frauennachttaxi wird ausgebaut, Straßensozialarbeit und Vollzugsdienst bekommen mehr Personal. Ein Schwerpunkt der Maßnahmen: mehr Prävention.

Ort der Erinnerung: Das Votum im Gemeinderat ist einstimmig. Das geplante NS-Doku- und Infozentrum kommt ins Rotteckhaus. Auch die Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung soll hier untergebracht werden.

März

Blick in die Glaskugel: Wie soll Freiburg übermorgen aussehen? Der Flächennutzungsplan schreibt das Drehbuch für die künftige Stadtentwicklung. In fünf Zukunftsforen lädt die Stadt zum Dialog mit der Bürgerschaft. Beim Auftakt geht es um die Frage: Wie verändert sich Stadt?

Kaiserwetter und Konfettiregen: Zur Eröffnung der Stadtbahn Rotteckring gibt es bei bestem Wetter ein großes Fest, zu dem Tausende Menschen in die Innenstadt kommen. Zeitgleich startet die VAG den neue Fahrplan, der für einige Linien neue Routen mit sich bringt.

Kaiserwetter und Konfettiregen: Zur Eröffnung der StadtbahnRotteckring gibt es bei bestem Wetter ein großes Fest, zudem Tausende Menschen in die Innenstadt kommen. Zeitgleichstartet die VAG den neue Fahrplan, der für einige Linien neueRouten mit sich bringt.

Herausgeputzt: Die neue Stadtbahnlinie über den Rotteckring nimmt Fahrt auf. Tausende feiern die neue Strecke und die umgestaltete, verkehrsberuhigte Innenstadt. Es ist die nächste Wegmarke eines der größten städteplanerischen Projekte Freiburgs.

Statistik I: Mit mehr als 1,7 Millionen Übernachtungen in Hotels oder Gasthöfen knackt Freiburg einen Rekord. Besonders beliebt ist die Stadt bei Besucherinnen und Besuchern aus der Schweiz, Frankreich und Spanien, wie die Zahlen der Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe (FWTM) belegen.

Statistik II: Das statistische Jahrbuch beschreibt Freiburg in Zahlen. Und die meisten davon haben in den vergangenen Jahren zugenommen: 30 000 Einwohner mehr als vor 20 Jahren, mehr Beschäftigte, mehr Pendler, mehr angemeldete Pkw.

Da kommt‘s hin: Ende März werden feierlich die Spaten für den Neubau des SC-Stadions gestochen; seither wächst die Spielstätte im Eiltempo in die Höhe.

Da kommt‘s hin: Ende März werden feierlich die Spaten für den Neubau des SC-Stadions gestochen;seither wächst die Spielstätte im Eiltempo in die Höhe.

Grundstein gelegt: Die Bauarbeiten am Flugplatz kommen gut voran. Der Grundstein fürs neue Stadion wird gelegt. 34 700 Fans werden auf den Tribünen Platz finden. Ab der Saison 2020/21 soll der SC hier seine Punkte holen.

Impulse fürs Wohnen: Bei der städtischen Fachkonferenz Wohnen diskutieren Experten aus verschiedenen Ländern. Eine Überzeugung teilen die meisten Gäste: Der Markt allein wird den angespannten Wohnungsmarkt nicht entlasten.

April

Weg frei für Rekordhaushalt: Nie zuvor hat ein Freiburger Haushalt das Volumen von zwei Milliarden Euro überschritten. Der Gemeinderat stimmt mit großer Mehrheit zu – und zeigt sich großzügig bei weiteren Ausgaben. Der Doppelhaushalt sieht Investitionen in Höhe von 258 Millionen Euro vor. Auch das ist Rekord.

Weniger ist mehr: Freiburg präsentiert seine Klimabilanz. Positiv: Die CO2-Produktion pro Kopf ist im Vergleich zum Jahr 1992 um 37 Prozent gesunken. Herausfordernd: Um das Ziel – eine Reduktion um 60 Prozent bis zum Jahr 2030 – zu erreichen, braucht es aus Sicht der Stadt bessere Rahmenbedingungen von Bund und EU.

Mythos Schwarzwald: Kultur, Tradition und Geschichte der Schwarzwaldregion: Dazu startet im Augustinermuseum eine Ausstellung. Das renommierte Museum beschreitet dabei digitale Wege. Unter dem Hashtag #blackforeststories kann jeder und jede bei Instagram Teil der Ausstellung werden.

Bürger entscheiden mit: Der Beteiligungshaushalt zieht Bilanz. Immerhin jeder achte Vorschlag war erfolgreich, weil die Ratsfraktionen den Anregungen aus der Bürgerschaft gefolgt waren und sie Änderungsanträge in die Haushaltsberatungen eingebracht haben.

Mai

Stühlerücken im Gemeinderat: Die Kommunalwahl bringt viele Veränderungen mit sich: 16 von 18 angetretenen Listen ziehen ein. Sowohl bei der Kommunal- als auch bei der Europawahl liegen die Grünen vorne. Erfreulich: Die Wahlbeteiligung steigt. Von 51,4 (2014) auf 62,8 Prozent bei der Kommunalwahl. Bei der Europawahl gibt es mit 67,4 Prozent sogar eine Rekordbeteiligung.

Verschobene Wahl: Bei den Ortschaftswahlen dominieren die freien Wählergruppen. Nur in Munzingen dominiert niemand. Dort muss die Wahl wegen Unregelmäßigkeiten bei der Listenaufstellung verschoben werden. Die Munzinger gehen deswegen im September nochmals an die Urne.

Pause für Schlossbergfest: Das Sicherheitskonzept des Schlossbergfestes war überarbeitet worden. Weil es keine Einigung wegen der steigenden Kosten gibt, pausiert das beliebte Fest vorerst. Für alle Beteiligten steht fest: 2020 soll es eine Neuauflage geben.

Spendabler SC: Der SC Freiburg spendet fürs Stadtjubiläum und überreicht vor dem letzten Heimspiel einen Scheck über 11 mal 900 Euro. Die Stadt sucht weitere Spender, damit im Jubiläumsjahr 2020 möglichst viele Veranstaltungen unterstützt werden können.

Freiburg fährt „Frelo“: Das Fahrradverleihsystem „Frelo“ startet seinen Betrieb. Zu Beginn stehen etwa 400 Räder an 40 Stationen im Stadtgebiet zur Verfügung. Das neue Angebot kommt gut an; überall im Stadtgebiet sind Menschen auf Frelos unterwegs.

Juni

Bauen auf der B 31: Das Garten- und Tiefbauamt saniert in den Pfingstferien die Kreuzungsübergänge am Schwabentor- und Greiffeneggring. Der Dreisamradweg bleibt wegen der Sanierung des Schwabentorwehrs ganze sechs Monate gesperrt. Auch an der Messelinie wird seit Mai gebaut. Der Abschnitt bis zur Hermann-Mitsch-Straße soll bis Herbst 2020 fertig sein.

Gemeinwohl als Ziel: Die Stadt stellt das Konzept für das Quartier Kleineschholz vor. Ausschließlich gemeinwohlorientierte Bauträger sollen zum Zuge kommen, kündigt OB Martin Horn an. 550 Wohneinheiten sind geplant.

Bündnis für Geflüchtete: Die Stadt tritt dem kommunalen Bündnis „Sichere Häfen“ bei. Das Bündnis fordert die Bundesregierung auf, die Aufnahme von aus Seenot geretteten Menschen auch in Deutschland zu ermöglichen.

Freie Sicht: Auf dem Schlossberg sind von nun an tierische Landschaftsschützer im Einsatz. Für Touristen hat dies einen weiteren Vorteil. Die 30 Schafe verhindern, dass Bäume und Sträucher den Weitblick auf die Stadt versperren.

Lebensmittel auf Bestellung: Wegen Umbauten in Supermärkten ist die Nahversorgung in Weingarten eingeschränkt. Deshalb können mobilitätseingeschränkte Menschen über den Sommer Lebensmittel über einen Lieferservice bestellen.

Juli

Teures Pflaster: Die Immobilienpreise kennen weiter nur eine Richtung – nach oben. Ein Grund: Die Grundstückspreise sind innerhalb von zwei Jahren rasant gestiegen – für Ein- und Zweifamilienhäuser um durchschnittlich 58 Prozent, für Geschosswohnungen sogar um 74 Prozent. Das Thema Wohnen bleibt somit eine zentrale Herausforderung für den neuen Gemeinderat.

100 Jahre Stadtbau: Die frühere Siedlungsgesellschaft versorgt Freiburg mit günstigem Wohnraum und ist dabei wichtiger denn je. Kaum ein städtisches Bauprojekt läuft ohne die Freiburger Stadtbau. Oberbürgermeister Martin Horn plant eine Neuausrichtung, die den sozialen Auftrag noch mehr in den Mittelpunkt stellt.

110 Millionen für eine Schule: An der Staudingerschule beginnen die Arbeiten für den Neubau. Sage und schreibe 110 Millionen Euro investiert die Stadt bis 2026 in die Schule, einen Jugendtreff und die Stadtteilbibliothek.

Genehmigung mit Ansage: Der Doppelhaushalt 2019/2020 bekommt vom Regierungspräsidium grünes Licht – und eine gelbe Karte. Angesichts absehbarer Haushaltsrisiken fordert die Genehmigungsbehörde für die Zukunft eine gezielte Steuerung und klare Prioritätensetzung.

Abschied und Neustart: Letzte Sitzung für den alten, erste Sitzung für den neuen Gemeinderat. 22 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte scheiden aus, 22 Neue ziehen ein. Das Gremium wird vielfältiger, jünger – und mit 20 Frauen weiblicher.

August

Stadtwald im Trockenstress: Der Klimawandel ist nicht nur in aller Munde, sondern auch nicht mehr zu übersehen. Das Forstamt muss immer mehr Bäume fällen, die Opfer von Trockenheit und Borkenkäfern werden.

Biotop auf der Deponie: Der wertvolle Magerrasen, der am Flugplatz für das neue Stadion weichen musste, gedeiht prächtig auf der ehemaligen Deponie Eichelbuck. Das Umweltschutzamt ist zufrieden: Die Operation scheint gelungen.

Zufrieden mit der Vielfalt: Harald Schaich vom Umweltschutzamt untersucht (und bestätigt) den Erfolg der Magerrasen-Umzugsaktion vom Stadionareal auf den Eichelbuck.

Zufrieden mit der Vielfalt: Harald Schaich vom Umweltschutzamt untersucht (und bestätigt)den Erfolg der Magerrasen-Umzugsaktion vom Stadionareal auf den Eichelbuck.

Sanfter Fingerzeig: Am Rand des Gedenkbrunnens auf dem Platz der Alten Synagoge weisen Schilder jetzt darauf hin, welches Verhalten erwünscht ist. Die Stadtverwaltung hofft auf Respekt – und plant weitere Maßnahmen, um einen würdigen Umgang zu gewährleisten.

Strom vom Müllberg: Die ehemalige Deponie Eichelbuck erweist sich immer mehr als eierlegende Wollmilchsau. Jahrelang wurde aus dem Deponiegas Energie gewonnen, Magerrasen macht sie zum Biotop – und jetzt beherbergt sie auch noch Freiburgs größtes Solarkraftwerk, das 1200 Haushalte mit Strom versorgen kann.

September

Rollende Mahnung: Die Stadt drückt beim Klimaschutz aufs Tempo und stellt ein Schutzkonzept mit 90 Einzelmaßnahmen vor. Wie dringlich das ist, zeigt jetzt auch eine Straßenbahn, die den kontinuierlichen Temperaturanstieg grafisch verdeutlicht.

Fisch kann wandern: Unter der Schwabentorbrücke war bislang für Wanderfische das Ende der Reise; das alte Holzwehr war nicht zu überwinden. Jetzt gibt es eine Fischtreppe mit 21 Becken, die Fische wie Menschen gleichermaßen erfreut.

Schule des Lebens: Seit 100 Jahren ist die Volkshochschule ein fester Bestandteil der Freiburger Bildungslandschaft. Mit einem großen Fest auf dem Rotteckring wird der Geburtstag würdig gefeiert.

Munzingen hat die Wahl: Im zweiten Anlauf klappt es mit der Ortschaftswahl in Munzingen. 46,5 Prozent der Wahlberechtigten gehen an die Urne, um das zwölfköpfige Gremium zu bestimmen. Neuer Ortsvorsteher wird Christian Schildecker.

Schildacker bezugsfertig: Der erste Gebäuderiegel am Schildacker ist nach zwei Jahren fertig. 89 Wohnungen sind auf dem Areal der früheren ECA-Siedlung entstanden. Jetzt folgen die Bauabschnitte zwei und drei.

Ein Herz für Bäume: Am Keidelbad soll einer neuer Parkplatz entstehen, für den 190 Bäume gefällt werden müssten. Dagegen gibt es Proteste, und auch im Gemeinderat formiert sich Widerstand. OB Horn stoppt die Planungen und ordnet eine erneute Prüfung möglicher Alternativen an.

Ein Herz für Bäume: Am Keidelbad soll einer neuer Parkplatzentstehen, für den 190 Bäume gefällt werden müssten. Dagegengibt es Proteste, und auch im Gemeinderat formiert sich Widerstand.OB Horn stoppt die Planungen und ordnet eine erneutePrüfung möglicher Alternativen an.

Wohnen für Hilfe: Bislang hat das Studierendenwerk Wohnpartnerschaften zwischen älteren Menschen mit Unterstützungsbedarf und Studis vermittelt. Jetzt steigt die Stadt mit ein und weitet das Angebot für alle Bevölkerungsgruppen aus.

Oktober

Licht aus in Fessenheim: Vier Jahrzehnte Widerstand – auch aus dem Freiburger Gemeinderat – zeigen schlussendlich Wirkung: Der Pannenreaktor im französischen Fessenheim geht 2020 definitiv vom Netz.

Farbe bekennen: Für das Stadtjubiläum werben jetzt neun Jubiläumsbotschafter und -botschafterinnen. Sie präsentieren die ganze Breite der Gesellschaft, die sich auch im Jubiläumsprogramm widerspiegeln wird.

18 Millionen für die Knopfhäusle: Die Arbeitersiedlung in der Oberwiehre ist ein charmantes, aber marodes Stück Freiburger Stadtgeschichte. Mithilfe von Bund und Land soll sie in den kommenden Jahren rundum erneuert werden.

Schreck am Stadion: Das Verwaltungsgericht Mannheim teilt mit, dass der Spielbetrieb im neuen Stadion sonntags und abends aus Lärmschutzgründen nicht möglich sein wird. Der Schreck ist groß, doch die Erleichterung folgt schon einen halben Tag später: Das Gericht hatte sich auf veraltete Lärmgrenzwerte bezogen.

Auf dem Holzweg: Das Bauen mit dem nachwachsenden Naturrohstoff ist besonders klimafreundlich – und wird deswegen von der Stadt künftig unterstützt. Ein entsprechendes Förderprogramm findet im Gemeinderat eine große Mehrheit.

November

Nur noch mit Termin: Das Bürgerservicezentrum will die Wartezeiten verkürzen und seinen Service insgesamt verbessern. Dazu ist jetzt die vorherige Terminvereinbarung notwendig – vor Ort, per Telefon oder ganz bequem über das Internet.

Dietenbach kommt voran: Auf einer Einwohnerversammlung informiert die Stadtverwaltung über den aktuellen Planungsstand zum neuen Stadtteil. 350 Bürgerinnen und Bürger kommen in den Paulussaal und lassen sich erklären, was sich seit dem Bürgerentscheid getan hat.

Angst vor Strahlen: Gegen den neuen Mobilfunkstandard der fünften Generation macht sich ein Aktionsbündnis stark. Zur Einwohnerversammlung im Paulussaal kommen 900 Menschen. Sie hören Argumente pro und contra „5G“ und können sich so ein eigenes Bild machen.

Dunkle Stunde: Vor 75 Jahren versank Freiburgs Innenstadt bei einem britischen Luftangriff in Schutt und Asche. Das Gedenken an die fast 3000 Opfer nutzt die Stadt für einen Appell für Frieden und Völkerverständigung.

Erhalt für die Gestalt: Der Stadtteil Waldsee ist in weiten Teilen noch so erhalten, wie er in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Dieses städtebauliche Kleinod wollen Stadtverwaltung und Gemeinderat erhalten – und beschließen dafür Freiburgs erste städtebauliche Erhaltungssatzung.

Ein Dreh an der Parkuhr: Seit 2013 waren die Parkpreise stabil, jetzt beschließt der Gemeinderat einen deutlichen Aufschlag. Mit den Preiserhöhungen sollen die Parkhäuser besser ausgelastet, – und das Autofahren insgesamt unattraktiver werden.

Prolog im Museum: Das Jubiläumsjahr beginnt mit einer großen Sonderausstellung zur Stadtarchäologie im Augustinermuseum. Viele der ausgestellten Fundstücke stammen aus ehemaligen Abfallgruben – und haben die Zeit dort erstaunlich gut überstanden.

Jetzt wird‘s bunt: Das Stadtjubiläum 2020 ist nicht mehr zu übersehen. Der Prolog im Augustinermuseum läuft bereits – und diese Straßenbahn versieht als rollende Botschafterin ihren Dienst.

Jetzt wird‘s bunt: Das Stadtjubiläum 2020 ist nicht mehr zu übersehen. Der Prolog im Augustinermuseumläuft bereits – und diese Straßenbahn versieht als rollende Botschafterin ihren Dienst.

Dezember

Wohnraum unterm Dach: Die Stadt stellt eine Studie über Wohnraumschaffung durch Dachausbau vor. Bis zu 3200 Wohneinheiten könnten theoretisch geschaffen werden; in der Praxis hat die Stadt leider keinerlei Einfluss auf die Entscheidungen der privaten Eigentümer.

Millionen für Elektrobusse: Die VAG setzt ihre Busflotte unter Strom. Für die Anschaffung von 15 Elektrobussen und den Aufbau der Ladeinfrastruktur gibt es vom Bundesumweltministerium einen Zuschuss von 6,3 Millionen Euro.

Digitalisierung mit Strategie: Nachhaltig und gemeinwohlorientiert will die Stadt Freiburg den digitalen Wandel der Lebenswelt gestalten. Kurz gefasst: Nicht die Technik steht im Vordergrund, sondern ihr Nutzen für den Menschen und die Allgemeinheit.

Klima- und Artenschutzmanifest: Der Gemeinderat verpflichtet sich selbst, künftig bei allen Entscheidungen die Auswirkungen aufs Klima zu berücksichtigen und die eigenen Anstrengungen weiter zu erhöhen.

Veröffentlicht am 23. Dezember 2019
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