Auszeichnung

Freiburg ist "Klimaaktive Kommune 2019"

Die Stadt Freiburg gehört zu den Gewinnern beim "Bundeswettbewerb Klimaaktive Kommune 2019". Baubürgermeister Haag nahm die Auszeichnung für das städtische "Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung" Anfang November in Berlin entgegen. Mit dem Preisgeld von 25.000 Euro soll nun ein Pilotprojekt zur innovativen Fassadenbegrünung in einem hitzebelasteten Gebiet in Freiburg umgesetzt werden.

Gruppenbild mit drei Frauen und zwei Männern.
Foto: v.l. Sven Plöger, Moderator; Cornelia Rösler, Deutsches Institut für Urbanistik; Silke Schlegelmilch, Bereich Stadtentwicklung, Stadt Freiburg im Breisgau; Dörte Ratzmann, Bundesumweltministerium; Baubürgermeister Prof. Dr. Martin Haag, Stadt Freiburg. © Peter Himsel/Difu.

Das "Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung" zeigt städtische Bereiche auf, die besonders von sommerlichen Hitzephasen betroffen sind und macht konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Stadtklimas. Seit diesem Jahr wird es bei allen städtebaulichen Rahmenplanungen und Bauleitplanverfahren konsequent berücksichtigt. Damit soll die Stadt- und Freiraumstruktur der ständig wachsenden Stadt klimatischen Veränderungen gegenüber widerstandsfähiger gemacht und die hohe Lebensqualität langfristig bewahrt werden.

14 Hitze-Hot-Spots in Freiburger Stadtraum

Besonders an diesem neuen Konzept ist, dass es den Freiburger Stadtraum sehr differenziert betrachtet, denn der ist nicht überall gleichermaßen von den sommerlichen Hitzephasen betroffen. So gibt es zum Beispiel gleich 14 Siedlungsbereiche, die sehr stark von Hitze betroffen und zugleich besonders empfindlich sind. Dazu zählen Stadtgebiete mit einer besonders hohen Einwohnerdichte, einem hohen Anteil an Kindern und älteren Menschen sowie einer Vielzahl von sensiblen Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Kindergärten und Schulen. Außerdem fehlen in diesen Gebiete häufig Freiflächen.

Stehen städtebauliche oder freiräumliche Entwicklungen an, kann die Stadt bei der räumlichen Planung jetzt auf umfassende Daten zurückgreifen. So kann die klimatische Situation der Gebiete schnell erfasst und geeignete Ideen zur Erhaltung oder Verbesserung des Stadtklimas ausgewählt und entwickelt werden. Dazu zeigt das Klimaanpassungskonzept nicht nur den Handlungsbedarf auf, sondern enthält auch konkrete Vorschläge, vom Gründach über Erholungsräume bis zum begrünten Gleisbett. Die umfassenden Lösungsvorschläge sind in so genannten Steckbriefen "gebrauchsfertig" aufbereitet, was eine unmittelbare Verwendung in künftige Planungsverfahren ermöglicht.

Pilotprojekt zur innovativen Fassadenbegrünung

Baubürgermeister Martin Haag kündigte bei der Preisverleihung an, das Preisgeld von 25.000 Euro in die Umsetzung weiterer Vorhaben zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel zu investieren."Die Stadt Freiburg freut sich über den Preis und möchte das Preisgeld gerne in ein Pilotprojekt zur innovativen Fassadenbegrünung in einem hitzebelasteten Gebiet einsetzen. Denn Fassadenbegrünungen bieten eine gute Möglichkeit, mehr Grün in die Stadt zu bringen, ohne zusätzliche Flächen zu benötigen. Mit dem Projekt möchten wir weitere Erfahrungen sammeln."

Gemeinsam für das Stadtklima

Große Herausforderungen liegen auch im städtebaulichen Bestand. Hier kann die Stadtverwaltung ebenfalls von ihrem "Klimaanpassungskonzept" profitieren, wenn es darum geht, eigene Flächen und Gebäude bei Neu- und Umplanungen klimaoptimierter zu gestalten. Eigentümerinnen und Eigentümer von privaten Flächen und Gebäuden sollen ebenfalls sensibilisiert und aktiviert werden, denn Klimaanpassung kann nur als Gemeinschaftsaufgabe der Stadtgesellschaft wirklich gelingen.

Aktuell hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, ein Umsetzungskonzept für die vordringlichsten Maßnahmen der "Hot Spot"-Gebiete auf stadteigenen Flächen zu erarbeiten. Die Maßnahmen zur Reduzierung der sommerlichen Hitzebelastungen sollen dann in den kommenden Jahren gezielt umgesetzt werden. So will die Stadt ihr Anliegen, zukunftsfähige Wohnquartiere zu schaffen, die gesunde Lebensbedingungen ermöglichen, systematisch erreichen.

Erarbeitet wurde das Konzept im Auftrag der Stadt von externen Stadtplanern und -klimatologen. Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe begleitete den Prozess. In dieses Team waren Beschäftigte aus allen Ämtern eingebunden, die sich mit dem Thema "Klimaanpassung und räumliche Planung" befassen. Für den Arbeitsalltag hat dieses Vorgehen viele Vorteile: Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen das Klimaanpassungskonzept ganz genau und können die stadtklimatischen Belange nun frühzeitig in jede Planung einbringen.

Wettbewerb "Klimaaktive Kommune"

Der Wettbewerb "Klimaaktive Kommune" (bis 2015 Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz") wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. In diesem Jahr wurden insgesamt 88 Beiträge in vier unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Freiburg hat sich mit dem Projekt "Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung" in der Kategorie "Klimaanpassung in der Kommune" beworben. In dieser Kategorie gab es zehn Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden.
Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie Fotos von der Veranstaltung und vom ausgezeichneten Projekt unter: www.klimaschutz.de/wettbewerb2019

Weitere Infos zum Thema: www.freiburg.de/klimawohnen

Veröffentlicht am 07. November 2019
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