Flatterulme

Baum des Jahres 2019

Die eindrucksvollen Brettwurzeln sind ein Charakteristikum der Flatterulme. Foto: Adobestock/Carola Vahldiek

In diesem Jahr wurde die Flatterulme (Ulmus laevis) vom Kuratorium der Dr. Silvius Wodarz Stiftung zum Baum des Jahres 2019 ausgerufen.

Die Flatterulme ist ein malerischer Baum, der Wuchshöhen von 30 bis 40 Metern erreichen kann und eine weit ausladende Krone entwickelt. Die Blätter erinnern an Hainbuchenblätter, sind aber rauer und am Blattgrund, wie bei allen Buchen, stark asymmetrisch.

Die Ulmen, die unser Landschaftsbild seit vielen Jahrtausenden prägen, sind in den letzten Jahrzehnten vor allem durch das sogenannte Ulmensterben bekannt geworden. Verursacher ist ein Pilz, der 1925 durch den weltweiten Holzhandel aus Ostasien eingeschleppt wurde und im Ulmenholz zu Verstopfungen der Wasserleitungsbahnen führt. Die Folge ist, dass die Bäume nach und nach vertrocknen und gefällt werden müssen.

Interessanterweise sind aber vor allem die beiden Schwestern, die Berg- und die Feldulme von der Krankheit befallen, während die Flatterulme weitgehend verschont bleibt. Die Flatterulme, die in Auenwäldern beheimatet ist und hier aufgrund ihrer breiten Brettwurzeln schnell ins Auge fällt, zeigt eine andere Rindenstruktur und wird daher seltener vom Ulmensplintkäfer, dem Überträger des Pilzes, angeflogen. So entgeht diese Art weitestgehend der fatalen Infektion. Der Verlust ihres natürlichen Lebensraumes, der Bruch- und Auwälder, lässt sie aber dennoch in sieben Bundesländern auf der Roten Liste erscheinen.
 
Steht man bei Herbstwind unter einer Flatterulme und vernimmt das leise Rauschen der in dichten Büscheln zusammenstehenden langgestielten Nussfrüchte, dann wird einem schnell klar, woher diese Ulmenart ihren Namen hat. Der deutsche Name Weiß- oder Bastrüster bezieht sich einerseits auf das wertvolle Holz, das alle Ulmen (Rüster) liefern, aber auch auf ihre Rinde, die schon in prähistorischen Zeiten vom Menschen als Bindematerial genutzt wurde. Die Blätter wurden früher als eiweißreiches Viehfutter genutzt. Im Mittelalter hießen die Ulmen bei uns Elmboum oder Elm, ein Name, der im angelsächsischen Raum auch heute noch gilt.
 
Die Flatterulme wird im Dietenbachpark in Freiburg am weitgehend natürlichen Standort  in Bachnähe gepflanzt. Die Stadt Freiburg verwendet als Straßenbäume die schmalkronigen und pilzresistenten Sorten: Ulmus hollandica in den Sorten Dodoens und Lobel.
 

Veröffentlicht am 22. März 2019
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