Digitalisierung

Freiburger Schulen werden umfassend ausgestattet

Die Stadtverwaltung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, in den kommenden 7 bis 10 Jahren alle 66 Freiburger Schulen mit einer umfassenden digitalen Infrastruktur auszustatten.

Ein Smartboard im Einsatz: Die "kluge Tafel" ist nur ein Baustein in der Digitalisierung des Lernens an den Schulen. Gemeinsam mit den Lehrkräften arbeitet die Verwaltung gerade an Konzepten, wie die Schulen dem Medienwandel begegnen können. Bildquelle: Adolf-Reichwein-Schule

Ziel bei der Digitalisierung der Schulen ist es, digital unterstütztes Lernen und Arbeiten zu jeder Zeit und an jedem Ort der Schule zu ermöglichen. Die Voraussetzungen hierfür sind an den Freiburger Schulen im Moment noch sehr heterogen. Auf dieser Grundlage kann eine zukunftsfähige, datensichere und wirtschaftlich zu betreibende digitale Infrastruktur nicht aufgebaut werden.
Für die Stadt als Schulträger stellen sich damit viele Fragen, von der Anbindung an leistungsfähiges Breitband, über Fragen von Dienstleistungen und Support bis hin zu Ausstattungskonzepten.

Um diese Fragen zu klären, müssen die beteiligten städtischen Ämter gemeinsam mit den Schulen und externen Experten abstimmen, wie genau die Entwicklung jeweils aussehen kann.

Daher soll eine ämterübergreifende Projektgruppe eingerichtet werden, die unter Berücksichtigung der folgenden Schwerpunktthemen die Digitalisierungsstrategie für die Freiburger Schulen plant und dann auch umsetzt:

Pädagogische Anforderungen

An vielen Freiburger Schulen werden derzeit schon Bedarfsanalysen durchgeführt. Dies gelingt mit der  sogenannten Medienentwicklungsplanung, einem vom Amt für Schule und Bildung in Zusammenarbeit mit dem Kreismedienzentrum entwickelten Instrument. Es ermöglicht eine strukturierte Vorgehensweise, hin zu einem passgenauen Medienkonzept für die jeweilige Schule und den jeweiligen Schultyp. Eine Grundschule hat beispielsweise andere Anforderungen als eine Berufsschule. An 33 Freiburger Schulen wurden solche medienpädagogische Konzepte, aus denen heraus sich unter anderem Anforderungen an Gebäude und Ausstattung definieren lassen, bereits erarbeitet. An 23 weiteren Schulen wird ein solches Konzept gerade entwickelt.


Infrastruktur

Die technische Infrastruktur der Schulgebäude umfasst zum einen die Anbindung der Schulen an das leistungsfähige Breitbandnetz der badenIT. Zum anderen geht es um eine strukturierte Verkabelung aller Gebäude und Klassenräume.


Ausstattung mit Endgeräten

Neben fest installierten Endgeräten, wie dem Arbeitsplatz-PC und dem Drucker, benötigen die Schulen für den Unterricht in Zukunft auch eine große Anzahl flexibler Endgeräte. Nimmt man alle Freiburger Schulen zusammen, geht man von mehreren Tausend gleichzeitig genutzter Geräte aus. Auch der Einsatz von sogenannten BYOD-Konzepten (Bring Your Own Device) wird von der Stadt geprüft: möglicherweise können auch private, mobile Endgeräte wie Laptops oder Tablets für schulische Zwecke genutzt werden.


Dienstleistung, Wartung und Support

Damit der Unterricht mit den neuen Medien reibungslos stattfinden kann, müssen Störungen und Schäden nach Möglichkeit schnell behoben werden. Daher braucht es für alle Endgeräte, aber auch für die Präsentationsmedien und die Software eine regelmäßige Wartung und Support sowie ein Wiederbeschaffungssystem. Um dies dauerhaft zu gewährleisten, wird ein System von internen und externen Dienstleistern zu konzipieren sein, die ein Supportnetzwerk bilden.


Finanzierung

Für das Ziel, umfassend IT-gestützt im gesamten Schulgebäude lehren, lernen und arbeiten zu können, plant die Stadt ihr finanzielles Engagement in den Schulen kontinuierlich auszuweiten: Zur Anbindung der Schulen an das breitbandige Internet sowie die strukturierte Gebäude-verkabelung sind Mehraufwendungen von 3 Millionen Euro in 2019, 4 Millionen Euro in 2020 sowie eine Ermächtigung zur Ausschreibung und Auftragsvergabe in Höhe von 6 Millionen Euro für 2021 vorgesehen. Für die Ausstattung mit digitalen Medien sowie die laufenden Kosten für Verwaltung, Betrieb und Betreuung der Endgeräte und Netzwerke sind Mehraufwendungen von 1,16 Millionen Euro in 2019 und 1,68 Millionen Euro in 2020 im Haushaltsentwurf vorgesehen.


Hintergrund: Digitalisierung auf Landes- und Bundesebene

Die Landesregierung hat sich mit den kommunalen Landesverbänden auf eine Anschubfinanzierung der Digitalisierung an Schulen im Umfang von insgesamt 150 Millionen Euro verständigt. In einem ersten Schritt kann die Stadt 2019 im Rahmen einer Pro-Kopf-Berechnung je Schüler mit einer Zuweisung von insgesamt rund 1,65 Millionen Euro rechnen. Einen Betrag in gleicher Höhe macht das Land derzeit noch vom Zustandekommen des Digitalpaktes mit dem Bund abhängig. Sollte der Digitalpakt des Bundes mit den Ländern zum Tragen kommen, sind von dort weitere Mittel für die Digitalisierung an Schulen zu erwarten. Für Baden-Württemberg sollen nach bisherigen Planungen rund 650 Millionen Euro in einem mehrjährigen Förderzeitraum projektbezogen auf die Kommunen verteilt werden.

Veröffentlicht am 22. Januar 2019
Kommentare (0)
Kommentar