8. Welche weiteren Herausforderungen gibt es?


Welche Herausforderungen gibt es bei der Gebietsentwicklung im Einzelnen?

  • Hier heißen die Herausforderungen Hochwasser-, Lärm-, Arten- und Grundwasserschutz, Hochspannungs- und Erdgashochdruckleitungen, Funkmast.
  • Alle Herausforderungen sind lösbar. Großprojekte sind immer komplex. Auch bei den Stadtteilen Rieselfeld und Vauban gab es Probleme: Das Rieselfeld war naturschutzfachlich sehr hochwertig, deshalb entstand das NSG Rieselfeld als Ausgleichsmaßnahme. Es wurde von derselben Gasleitung durchquert wie Dietenbach, der belastete Oberboden musste abgetragen werden und das Gelände aufgefüllt werden.

Wie wird das Gebiet hochwasserfrei?

  • Statistisch tritt das Gewässer Dietenbach mindestens alle 100 Jahre weiträumig über die Ufer und überflutet das Gebiet in einer Höhe von durchschnittlich 10 cm. Deshalb ist es ein „Überschwemmungsgebiet“.
  • Um die Hochwassergefahr zu beseitigen, kann das Gewässer Dietenbach naturnah umgebaut werden, damit die Hochwassermenge überwiegend aufgenommen wird.
  • Das ist zugleich eine Gewässeraufwertung, die den künftigen Bewohner_innen als attraktiver Naherholungsraum zu Gute kommt.
  • Der neue Stadtteil profitiert zudem von den erforderlichen Hochwasserrückhaltebecken (HRB) im Südosten der Stadt (HRB Breitmatte und HRB Bohrertal), deren Planung zum Schutz von Günterstal, der Wiehre, Vauban, Weingarten und Haslach schon vor 12 Jahren begonnen wurde.

Wie wird das Grundwasser geschützt und sichergestellt, dass Keller trocken bleiben?

  • Im Gebiet sind hohe Grundwasserstände wie beim Rieselfeld: Für trockene Keller und Tiefgaragen, aber auch für die Anlage von Regenwasserkanälen und Versorgungsleitungen ist die Anschüttung des Geländes sinnvoll.
  • Derzeit schätzen wir ca. 1,4 Mio m³ Anschüttung (nicht mit 2-3 Mio m³!). Die Planung soll noch optimiert werden. Erst nach der Geländevermessung und der 2019 erfolgenden Kanalplanung stehen die genauen Mengen fest.
  • Von großem Vorteil ist, dass in der Region derzeit auf Grund vieler Bauprojekte und den damit verbundenen Bodenabtragungen große Mengen an Erdaushub anfallen. Für die Entwicklung von Dietenbach kann dieses Erdmaterial gut verwendet werden. Durch eine Lagerung des Materials im nördlichen Bereich des Dietenbachgeländes können in der Region unnötig lange Lkw-Fahrten vermieden werden, was wiederum gleichzeitig der Umwelt und dem Klima nützt.
  • Die Aufschüttung des Geländes verursacht nicht wesentlich mehr Lkw-Fahrten als der Abtransport und die Entsorgung von Material, das üblicherweise für Kanäle, Leitungen, Tiefgaragen und Unterkellerung ausgebaggert wird. Die LkW-Fahrtenbilanz ist also weitgehend neutral.
  • Die Aufschüttung wird kostengünstiger als der Ausbub/Deponierung: das ermöglicht günstigere Baulandpreise und bezahlbares Wohnen.

Wie können die Hochspannungs- und Gasleitungen sowie der Funkmast verlegt werden?

  • Verlegung von zwei Hochspannungsleitungen: Beide Leitungen sollen parallel zur Besançonallee und den Autobahnzubringer auf einer neuen Gemeinschaftstrasse gebündelt werden. Das minimiert den Eingriff in das Landschaftsbild und ermöglicht es, den Bereich zwischen B 31a und Dreisam langfristig für eine zusammenhängende Freiraumplanung zu sichern.
  • Mit den Leitungsträgern wird derzeit ein Rahmenvertrag verhandelt; die Kosten der Verlegung sind bereits einberechnet.
  • Die durch das Gebiet verlaufende Erdgashochdruckleitung wird wie beim Rieselfeld, voraussichtlich an den Gebietsrand, verlegt.
  • Der Funkmast des SWR wird ebenfalls in Abstimmung mit ihm verlegt.

Wird der Lärmschutz nicht schwierig und teuer?

  • Dietenbach liegt wie das Rieselfeld an der Besançonallee und zudem am Autobahnzubringer. In Freiburg gibt es viele innovative Lösungsansätzen, wie auch im Bereich von stark befahrenen Straßen attraktive Wohnverhältnisse gestaltet werden können (z.B. Solarsiedlung Vauban). Auf diese Erfahrungen kann für den neuen Stadtteil zurückgegriffen werden.
  • Einzelheiten werden von speziellen Lärmgutachtern in Abstimmung mit der Stadt und K9 Architekten frühzeitig entwickelt.
  • Heute sorgen bereits die Energiestandards dafür, dass Wände und Fenster die Wohnungen gegen Lärm von außen abschirmen.

Ist der Bau – angesichts der Aufwendungen für Leitungsverlegung etc. – ein finanzielles Risiko?

  • die Maßnahmen der Baufeldfreimachung sind in der Finanzierungsrechnung enthalten (s. hierzu Frage 11). Auch wenn die Einzelmaßnahmen für sich allein betrachtet zunächst sehr kostenintensiv erscheinen, so ist die Maßnahme als Ganzes technisch, rechtlich und finanziell durchführbar.