1. Was soll hier entstehen?


Welche Fläche hat der neue Stadtteil tatsächlich?

Der neue Stadtteil hat nicht – wie vielfach behauptet wird – eine Größe von 169 ha oder 250 Fussballfeldern, die versiegelt werden, sondern nur ca. 110 ha, davon:

  • davon werden bebaut: ca. 25 ha
  • davon werden private Garten- und Hofflächen: 35 ha.
  • 4 ha öffentliche Schulen und Kitas.
  • 21 ha Platz- und Straßenflächen (Fußwege, Straßenbahn, Bus, Rad und PkW sowie öffentliche Parkplätze), darunter 1 Marktplatz (mit allen wichtigen öffentlichen Nutzungsmöglichkeiten) und 7 Quartiersplätze (mit KiTa und/ oder Restaurant/ Kneipe und/ oder Bäcker/ Apotheke).
  • Etwa 50 ha Fläche werden damit durch Gebäude und Straßen überbaut, 60 ha Freiräume entstehen: also keine „Betonwüste“, sondern viele „unversiegelte“ Freiräume für die Naherholung, nachbarschaftliche Begegnung und Sportnutzungen in einem guten Freiraum-Dichte-Verhältnis.
  • Neben dem Baugebiet ist eine knapp 20 ha große landwirtschaftliche Fläche nordwestlich der Straße Zum Tiergehege Bestandteil der Entwicklungsmaßnahme. Dieser Bereich soll (wie seinerzeit das NSG Rieselfeld) als große zusammenhängende Naturschutz-Ausgleichsfläche entwickelt werden. Gleichzeitig sind die Flächen Retentionsraum für Hochwasserschutz und Entwässerung.

Knapp mehr als die Hälfte des Stadtteils wird aus Freiräumen bestehen (Foto: Th. Gries)

Was sind die wichtigsten Ziele für den neuen Stadtteil?

  • Im neuen Stadtteil sollen ca. 6.500 Wohnungen für 15.000 Menschen entstehen.
  • Hier soll bezahlbares Wohnen ermöglicht werden, welches in Freiburg dringend benötigt wird.
  • Dietenbach soll ein bunter Stadtteil werden mit kurzen Wegen und kommunikativen Freiflächen, Schulen, Kitas und Einkaufsmöglichkeiten.
  • Das Quartier wird inklusiv und barrierefrei sein und als erstes in Freiburg klimaneutral realisiert werden.

Wie wird er aussehen?

  • Eine robuste, stadtgestalterisch hochwertige Struktur (vorzugsweise Blockrandstruktur).
  • Der neue Stadtteil wird nach dem Entwurf des Freiburger Büros K9 von zwei Parks mit großen Erholungsqualitäten geprägt. In der Mitte von Dietenbach befindet sich der zentrale Stadtteilplatz mit Kirchenzentrum, Geschäften, Supermarkt, Stadtteiltreff und Gastronomie. Weitere Quartiersplätze sind als nachbarschaftliche Treffpunkte und Identifikationsorte vorgesehen. Im Süden bilden neue Sportflächen den Übergang zum Rieselfeld.
  • Das Spektrum an unterschiedlichen Gebäudetypen bietet eine sehr gute Voraussetzung, dass sich hier Menschen unterschiedlichster Art und mit unterschiedlichstem Einkommen wohlfühlen.
  • Der Stadtbahnanschluss, ein gutes Radwegenetz und Car-Sharing-Angebote machen die Bewohner_innen unabhängig vom eigenen Auto. Parkmöglichkeiten gibt es nur abseits der Wohnstraßen, vor allem in Quartiersgaragen, vergleichbar mit dem Stadtteil Vauban.
  • Für wichtige Bereiche werden noch Architektur- oder Freiraumwettbewerbe durchgeführt. Für den gesamten neuen Stadtteil wird zudem ein Gestaltungsleitfaden entwickelt, der Empfehlungen hinsichtlich der Gestaltung der Gebäude und Freiräume enthalten wird.

Wie hoch und dicht wird gebaut?

  • Mit Dietenbach soll ein kompakter Stadtteil mit kurzen Wegen realisiert werden. Entsprechend wird eine relativ hohe Dichte angestrebt. In großen Teilen wird Dietenbach mindestens so dicht bebaut werden wie der Stadtteil Rieselfeld im Bereich der Rieselfeldallee. Hintergrund ist auch der Wunsch nach Realisierung von rund 6.500 Wohnungen, um den Wohnungsmarkt in Freiburg durch dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu entlasten.
  • Geplant sind Gebäude von bis zu acht Geschossen, vereinzelt und in der Form von Hochhäusern auch darüber hinaus. Der Geschosswohnungsbau wird mit einem Anteil von 75% die vorherrschende Bauform sein (Rest: sog. einfamilienhausähnliche Strukturen).

Welche Vorteile bietet der neue Stadtteil für die Einwohner_innen bei Freiraum, Erholung und Spiel?

  • In Dietenbach ist eine umfangreiche Infrastruktur für Sport, Erholung und Spiel vorgesehen. Einen wichtigen Baustein hierfür stellen die künftigen neuen Sportflächen dar, die die bestehenden Anlagen ergänzen und die den hier vorgesehenen Schulen und dem Vereinssport dienen.
  • Weitere Spielflächen sind in den neuen Grünflächen, insbesondere auch in den beiden Grünzügen (Dietenbach- und Käserbachaue) vorgesehen.
  • Daneben wird es auch in den Randbereichen sowie auf den Quartiersplätzen und dem zentralen Stadtteilplatz Spielmöglichkeiten geben.
  • Darüber hinaus bestehen direkte Wege in andere Freiräume, wie im Osten den Dietenbachpark und im Norden in Richtung Dreisam

Ist eine (kostensparende) serielle Bauweise bzw. Modulbauweise geplant zur schnellen Realisierung?

  • Eine serielle oder auch Modulbauweise ist im Siegerentwurf von K9 nicht explizit vorgesehen. Dies war nicht Teil der Wettbewerbsaufgabe.
  • Allerdings kann auch im vorliegenden städtebaulichen Entwurf seriell oder mit Modulen gebaut werden.
  • In bestimmten Themenbereichen (z.B. Holzbau) kann sich Modulbauweise anbieten.
  • Die flächige Anwendung serieller Bauweise ist jedoch nicht empfehlenswert wegen mangelnder gestalterischer Vielfalt, fraglicher Akzeptanz bei den künftigen Bewohnern, z.T. negativer Erfahrungen hinsichtlich ihrer „Lebensdauer“.

Wird die Verwendung von Holz als Baustoff berücksichtigt?

  • Inwieweit einzelne Quartiere oder Bereiche in Holz gebaut werden, muss der Gemeinderat im Vermarktungskonzept noch entscheiden.
  • Modellprojekte, ggfs. sogar Modellquartiere sind gut vorstellbar.
  • Beim Vermarktungskonzept können über zielgerichtete Vergabekriterien Projekte, die eine nachhaltige Bauweise / Bauen mit Holz umsetzen möchten, zudem begünstigt werden.

Mit dem Stadtteil Vauban macht Freiburg Werbung auf der ganzen Welt als Musterstadtteil. Wieso wird er nicht einfach nachgebaut?

  • Direkt nachbauen können wir weder Vauban noch Rieselfeld. Dafür sind die Randbedingungen vor Ort zu verschieden. Aber wir lernen aus unseren Erfahrungen. Mit Rieselfeld und Vauban hat die Stadt Freiburg gezeigt, dass sie wirklich funktionierende und ökologisch nachhaltige Stadtteile bauen kann. Drei Beispiele:
  • Eine kleinteilige Parzellierung der Baustrukturen sorgt dafür, dass nicht nur große Investoren und Bauträger, sondern auch Baugruppen oder Genossenschaften zum Zuge kommen, und die regionalen Handwerker in der Bauausführung eine Chance erhalten.
  • Die Nutzungsmischung sorgt für die Lebendigkeit wie im Stadtteil Rieselfeld.
  • Die Bündelung eines großen Anteils an parkenden Autos in Quartiersgaragen ist die Voraussetzung für ein verkehrsberuhigtes Wohnumfeld wie im Vauban.