Zwischen Mythos und Wirklichkeit

Zähringerausstellung kommt nach Freiburg

Herzog Bertold III. von Zähringen, Glasgemälde von Fritz Geiges 1899. Einziges im Original erhaltenes Fenster der großen Halbfiguren aus dem Ratssaal des Freiburger Neuen Rathauses. (Foto: H. P . Vieser)

Vor 800 Jahren, 1218, starb mit Bertold V. der letzte Herzog von Zähringen. Wie viele weitere Städte im Südwesten Deutschlands und der Nordwestschweiz wurde auch das Freiburger Stadtbild von der Zährin-gerherrschaft geprägt und weist bis heute Relikte aus der Zeit auf. Ab dem 10. Dezember beleuchtet die Wanderausstellung „Die Zähringer“ einige von ihnen und gibt einen Überblick über die Zähringerherrschaft und deren Einfluss auf unsere Stadt.

Das Fürstengeschlecht der Zähringer begann im 11. Jahrhundert die Gegend im Breisgau und im westlichen Teil Schwabens für sich zu beanspruchen. Ihren Namen verdanken sie der Burg Zähringen bei Freiburg im Breisgau, de-ren Umgebung sich seit dem 11. Jahrhundert zunehmend zum Herrschaftsmittelpunkt der Zähringerherzöge wandelte. Ihren Machtanspruch konnten sie bis zum Tode Herzog Bertolds V. im Jahr 1218 halten. Danach zerfiel ihr ausgedehntes Herrschaftsgebiet. In den Zähringerstädten im deutschen Südwesten und der Nordwestschweiz ist das Adelsgeschlecht bis heute nicht in Vergessenheit geraten. In vielen Kommunen finden sich im Stadtbild deutliche Zeichen für eine gemeinsame Tradition, die aus der Zeit der Zähringerherrschaft stammt: In Bern und Freiburg im Breisgau sind es der Zähringer- bzw. der Bertoldsbrunnen, in Burgdorf und Thun die dortigen Schlösser oder in Freiburg im Üechtland und Villingen-Schwenningen die Straßennamen „Rue de Zaehringen“ bzw. „Zähringerstraße“. Auch die Grundzüge des Freiburger Münsters lassen sich auf den Herzog Bertold V. von Zähringen zurückführen. Der Bau erfolgte um das Jahr 1200 und sollte 300 Jahre dauern.

Kuratiert wurde die Ausstellung vom Alemannischen Institut Freiburg, dem Stadtarchiv Freiburg, dem Historischen Seminar, dem Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte I, der Abteilung der Landesgeschichte der Universität Freiburg sowie der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Nach der Station in Freiburg wird die Ausstellung durch das ehemalige Herrschaftsgebiet der Zähringer weiterziehen, damit die Ursprünge und Traditionien der Zähringerstädte nicht in Vergessenheit geraten.

Ausstellung: bis 1. Februar 2019 in der Meckelhalle / Sparkassen-Finanzzentrum (Kaiser-Joseph-Str.186–190).

Öffnungszeiten:
Mo–Fr von 9–18Uhr
Führungen immer mittwochs um 18 Uhr.
Eintritt ist frei

Veröffentlicht am 07. Dezember 2018
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