Nach dem Fischsterben im August wird der Waldsee ab nächster Woche entschlammt

Bisher wurden über 8500 Muscheln geborgen, die nach der Entschlammung in den See zurück kehren

Der Sommer 2018 war sehr lang und sehr trocken. Das hat sich in vielfältiger Weise auch auf die heimische Tierwelt ausgewirkt. Eine Folge dieser Trockenheit war das Fischsterben im Waldsee Anfang August. Die Fische starben, weil die Wassertemperatur auf bis zu 26 Grad anstieg, wegen dem vielem Schlamm am Seegrund, aber auch weil der Waldsee keinen natürlichen Zulauf von kälterem Wasser aus höher gelegenen Regionen hat. Dadurch fehlte es an Sauerstoff.
Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Grund des Waldsees nach nunmehr 18 Jahren wieder einer Entschlammung bedarf, um der Eutrophierung vorzubeugen. Das heißt: Das Laub, das Jahr für Jahr in den Waldsee fällt, und das Futter, das Wasservögeln gegeben wird, tragen viele Nährstoffe ein. Und diese zehren viel vom Sauerstoff, den die Tier- und Pflanzenwelt des Sees benötigt.
Daher hat das Garten- und Tiefbauamt (GuT) eine Fachfirma mit der Entschlammung des Waldsees beauftragt. Diese Arbeiten beginnen am nächsten Montag, 5. November. Der Schlamm wird mit einem Schwimmbagger (Bild 1) entnommen, der das Sediment unter der Wasseroberfläche auf einer Breite bis zu 2,80 Meter schonend absaugt. Pro Überfahrt werden bis zu 30 cm Sediment abgetragen. Weil bei diesem Verfahren kein Kettenbagger oder ähnliches schweres Gerät zum Einsatz kommt, wird die Teichsohle geschützt, und das Wasser muss nicht abgelassen werden.

Bild 1: Schwimmbagger (Symbolbild auf einem anderen Gewässer)

Der Waldseeschlamm wird in geotextile Entwässerungsschläuche (Bild 2) gepumpt, über die sich Wasser und Schlamm nach und nach trennen. Das Schlammsediment wird stichfest, und am Ende ist eine wesentlich geringere Menge abzutransportieren, weil das heraus gefilterte Wasser in den See zurückfließt. Zusätzlich wird das flüssige Sediment erst durch den Einsatz der Filterschläuche transportfähig (mit Lkw). Bei diesem Verfahren kommen keine Polymere zum Einsatz. Daher gibt es keine zusätzliche Belastung des Gewässers.

Bild 2: geotextile Entwässerungsschläuche

Die Entschlammung erfolgt Zug um Zug und wird bis Ende des Jahres abgeschlossen. Die Entwässerungsschläuche bleiben aber bis zum Frühjahr 2019 am östlichen und nördlichen Ufer des Waldsees liegen, um das Sediment vollständig zu entwässern. Nach Vorgaben des Umweltschutzamtes werden ökologisch wichtige Stellen, etwa die Lebensstätten für geschützte Libellen oder die Kinderstuben der Waldsee-Salamander, beim Entschlammen ausgespart.

Da die Schläuche bis zu 35 Meter lang sind, werden sie so gelegt, dass die wandernden Amphibien ungehindert zu ihrem Laichgewässer gelangen können. Das Vorgehen ist mit dem NABU und dem Umweltschutzamt abgestimmt.
Zuvor wurden im Oktober die drei vorkommenden besonders geschützten Muschelarten aus dem Waldsee geborgen. Dabei kamen über 8.500 Schwanenmuscheln (Große Teichmuschel), 30 Große Flussmuscheln und 15 Malermuscheln zusammen; bis zum Beginn der Entschlammung werden es insgesamt wohl über 10.000 Muscheln gewesen sein. Nach der Entschlammung werden sie in den See zurück gesiedelt, damit sie weiterhin ihre für den Waldsee wichtigen Funktionen, etwa die Nährstoffreduzierung, übernehmen können.
Die exotische Chinesische Muschel kam mit über 50 Individuen vor und wird nicht wieder in den Waldsee eingesetzt.
Alle Muscheln wurden einzeln mit den Händen oder mit Keschern vorsichtig geborgen. Bei der letzten Entschlammung des Waldsees vor 18 Jahren wurden etwa 900 Muscheln geborgen.
Die Muschelbergung wurde vom Umweltschutzamt mit organisiert. Neben Mitarbeiterinnen des Amtes waren auch der FÖJ-ler des UWSA und ein freiwilliger Helfer von der Naturschutzjugend (NAJU) daran beteiligt. Die Stadtverwaltung bedankt sich für den ehrenamtlichen Einsatz. Die Bevölkerung nahm regen Anteil an der mehrwöchigen Muschelbergung im Waldsee.

Damit die Muscheln sich weiterhin fortpflanzen können, werden auch entsprechende Wirtsfische in den derzeit fischlosen Waldsee eingebracht.

Ihr Ansprechpartner im Presse- und Öffentlichkeitsreferat:
Toni Klein, Telefon: 0761/201-1330
E-Mail: toni.klein@stadt.freiburg.de

Veröffentlicht am 02. November 2018

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