Entscheidung über den städtebaulichen Wettbewerb zur Entwicklung des neuen Stadtteils Dietenbach

  • Sieger des Wettbewerbs ist das Büro K9 Architekten GmbH aus Freiburg in Zusammenarbeit mit LATZ+PARTNER LandschaftsArchitektur Stadtplanung aus Kranzberg, den Verkehrsplanern StetePlanung aus Darmstadt und den Energieplanern Stahl+Weiß und endura kommunal aus Freiburg
  • OB Horn: „Dieser Entwurf setzt Maßstäbe und macht Vorfreude auf unseren neuen Stadtteil Dietenbach: Urban, sozial, barrierefrei, grün und nachhaltig.“
  • Ausstellung der Entwürfe ab Montag, 8. Oktober im neuen Rathaus im Stühlinger

Bis heute Nachmittag tagte eine vom Gemeinderat eingesetzte Jury, um den Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für den neuen Stadtteil Dietenbach auszuwählen. In der ersten Stufe hatten insgesamt 28 Teams aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten ihre Entwürfe anonymisiert eingereicht. Im Februar dieses Jahres wurden von der Jury vier Entwürfe ausgewählt, die in den vergangenen Monaten detailliert überarbeitet wurden. Diese Arbeiten wurden jetzt erneut der Jury vorgelegt. Unter dem Vorsitz der Architekten und Stadtplaner Franz Pesch aus Stuttgart und Christa Reicher aus Aachen kam die 15-köpfige Jury nun zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Fach- und Sachpreisrichter haben den Entwurf von K9 Architekten aus Freiburg, LATZ+PARTNER Landschftsarchitektur aus Kranzberg sowie den Verkehrsplanern StetePlanung aus Darmstadt ausgewählt. Das auf den Entwurf abgestimmte Energiekonzept wurde von Stahl+Weiß sowie endura kommunal aus Freiburg entwickelt.

Der Entwurf des einheimischen Büros überzeugte die Jury, da das städtebauliche Konzept auf den Rahmenbedingungen und Qualitäten des Ortes aufbaut. Durch zwei grüne Freiräume in Form von Parks, entsteht eine klare Gliederung des Stadtteils mit einer zentral gelegenen Mitte. Die unterschiedlichen Quartiere werden über die öffentlichen Räume und die Grünzonen miteinander verbunden. Im Entwurf sind die einzelnen Quartiere überwiegend durch Blockstrukturen gegliedert, die sich an die benachbarte Baustruktur des Rieselfeldes anlehnen. Auch die Käsebachaue ist in die Planung einbezogen worden. Dort soll ein wertvoller Freiraum mit Nord-Süd-Verbindung entstehen. Der zentrale Marktplatz ist angemessen dimensioniert und wird durch die Bebauung räumlich eingefasst. Die Verkehrsachsen münden in den zentralen Platz, was gute Sichtbeziehungen gewährleistet. Der Siegerentwurf bietet unterschiedliche Größen von Quartieren und Baustrukturen an, die so eine gewünschte Flexibilität gewährleisten. In den verschiedenen Quartieren ist eine Mischung von Eigentumsformen und Bewohnergruppen möglich. Für alle Quartiere ist eine hohe soziale Mischung vorgesehen.

Oberbürgermeister Martin Horn, der neben der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern, Gemeinderätinnen und -räten, Architektinnen und Architekten, Stadtplanerinnen und -planer sowie fachkundigen Beraterinnen und Beratern der Jury angehörte, lobt den Gewinner: „Das ist der Entwurf mit einer auf den Raum Dietenbach bezogenen Handschrift, er passt zu Freiburg und ermöglicht es uns, preiswerten Wohnraum zu bauen: Es wird sichtbar, wie die Menschen zukünftig im neuen Stadtteil Dietenbach leben werden, nämlich urban, grün, sozial gemischt und nachhaltig.“ Baubürgermeister Martin Haag fügt hinzu: „Das Konzept wurde unter Berücksichtigung städtebaulicher, ökologischer, verkehrsplanerischer und ökonomischer Vorgaben der Stadt Freiburg entwickelt und ist in vielfacher Hinsicht zukunftsweisend und modellhaft. Es ermöglicht, rund 6.500 Wohnungen zu bauen.“

Die Vorsitzende der Jury, Fachpreisrichterin Christa Reicher spricht von einem Stadtteil mit viel Charme: „Der ausgewählte Entwurf ist geschickt strukturiert. Er bietet eine Mischung aus zeitgemäßer Urbanität und Nutzungsvielfalt, aus durchgrüntem Wohnraum und landschaftlichem Freiraum. Er entwickelt die Grundideen des Perspektivplans weiter und beinhaltet selbst zwei große Grünbänder, entlang des Dietenbach und im Südwesten hin zum Mooswald.“

„Ich freue mich, dass im Rahmen des Wettbewerbs von den teilnehmenden Büros innovative Energiekonzepte eingereicht wurden. Mit der Weiterentwicklung des Energiekonzeptes des Siegerentwurfs wollen wir das Klimaschutz- und Innovationspotenzial so weit wie möglich ausschöpfen“, ergänzt Schul- und Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik. Sie betont, dass der neue Stadtteil mit seinem vielen Kitas und der eigenen Schulspange mit Grundschule und Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe eine attraktive Bildungs-Infrastruktur aufweise.

Das Büro K9 mit Wolfgang Borgards, Marc Lösch und Manfred Piribauer hat in Freiburg zuletzt den Wettbewerb um die Nachverdichtung der Studierendensiedlung am Seepark gewonnen und das Evangelische Gemeindehaus Vörstetten realisiert. LATZ+PARTNER aus Kranzberg haben in der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Domagkstraße den Quartierpark realisiert. StetePlanung aus Darmstadt arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Verkehrs- und Städteplanung.

Auch die weiteren, von Hosoya Schaefer Architects aus Zürich, zusammen mit Agence Ter Landschaftsarchitekten Karlsruhe und IBV Hüsler Verkehrsplanern aus Zürich, das
Studio Wessendorf, Berlin, mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten Berlin GmbH und Cityförster architecture+urbanism, Hannover, mit Felixx Landscape Architects & Planners, Rotterdam und R+T Ingenieure Verkehrsplanung, Darmstadt, eingereichten Arbeiten haben sich in der Überarbeitung der vergangenen Monate deutlich verändert. Alle Entwürfe beinhalten eigenständige Qualitätsmerkmale, konnten die Jury aber insgesamt nicht so überzeugen wie der nunmehr ausgewählte Entwurf.

Das ausgewählte Team wird den Entwurf nun unter Leitung der Projektgruppe Dietenbach zu einem städtebaulichen Rahmenkonzept als Grundlage für den Bebauungsplan weiterentwickeln.
Die Öffentlichkeit kann sich die vier Entwürfe – allen voran den Siegerentwurf – ab Montag, den 8. Oktober bis zum darauf folgenden Mittwoch, den 17.Oktober ansehen. Die Ausstellung im Konferenzzentrum des neuen Rathauses im Stühlinger, Raum „Schauinsland“, kann während der üblichen Öffnungszeiten besucht werden. Auf der Internetseite www.freiburg.de/stadtteil-dietenbach sind die Entwürfe ebenfalls einsehbar. Mehrere Veranstaltungen sind seitens der Projektgruppe bereits in Vorbereitung, um mit der Fachöffentlichkeit und der breiten Öffentlichkeit den Siegerentwurf zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Zur Vorgeschichte

Der Bedarf an Wohnungen ist seit langem eines der wichtigsten und drängendsten Themen in Freiburg und stellt die sozialpolitisch größte Herausforderung für die Zukunft dar. Die Stadt wird aus verschiedensten Gründen weiterhin wachsen, und muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln sicherstellen, dass Wohnraum bezahlbar bleibt. Benötigt werden unter anderem neue Wohnungen für Haushalte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen z.B. für das Personal der Kitas, der Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen, aber auch für junge Menschen, die an Forschungseinrichtungen arbeiten – und für junge Familien, damit diese nicht ins Umland abwandern. Dort wird im Vergleich weit weniger dicht bebaut als in der Stadt, das bedeutet auch, dass der Flächenverbrauch und der Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche innerhalb der Region im Verhältnis viel größer wären. Der Bau eines neuen Stadtteils in Freiburg ist daher auch regional betrachtet flächensparend. Deswegen hatte der Gemeinderat die Verwaltung bereits Ende 2012 beauftragt, Flächen für einen neuen Stadtteil zu prüfen. Diesem Auftrag ist die Stadtverwaltung in den letzten Jahren in intensiven Arbeiten nachgegangen.
Im neuen Stadtteil Dietenbach, für den der Gemeinderat mit breiter Mehrheit am 24. Juli 2018 eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme beschlossen hat, sollen gut 6.000 Wohnungen für etwa 14.000 Menschen gebaut werden. Ein Meilenstein auf dem Weg zum neuen Stadtteil ist der städtebauliche Wettbewerb, aus dem in den kommenden Monaten in einer breit angelegten Öffentlichkeitsbeteiligung ein Rahmenplan und der Bebauungsplan erarbeitet werden soll. Der jetzt ausgewählte Entwurf schafft das Grundgerüst und den Rahmen für den neuen Stadtteil. Auf Wunsch des Gemeinderates steht dabei das Ziel von mindestens 50 % sozialem und gefördertem Mietwohnungsbau auf der Agenda.

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Veröffentlicht am 05. Oktober 2018

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