Freiburger Sozialbericht

Arbeiten im Stadtgebiet

Wie leben und arbeiten die Menschen in Freiburg? Wie viele Menschen arbeiten in Teilzeit oder haben einen Minijob? Solchen und ähnlichen Fragen geht das Sozialdezernat gemeinsam mit den Statistikern des Amts für Bürgerservice und Informationsverarbeitung im Sozialbericht nach, in dem die Zahlen von Ende 2016 vorliegen. Im zweiten Teil unserer Reihe geht es nun um das Thema Arbeiten in Freiburg, die Altersstruktur der hier arbeitenden Menschen und um Arbeitslosigkeit.

Foto: A.J. Schmidt

In Freiburg arbeiten immer mehr Menschen, die Beschäftigtenzahlen in der Stadt steigen seit 2005 stetig an. Ende 2015 gab es in Freiburg 171 100 erwerbstätige Personen und 156 200 Beschäftigte. Das sind 18,9 Prozent mehr Erwerbstätige als 2005, die Zahl der Beschäftigten ist innerhalb der letzten 10 Jahre um 19,6 Prozent gestiegen. Von den Ende 2015 in Freiburg beschäftigten Personen waren 116 976 sozialversicherungspflichtig und 31 164 geringfügig beschäftigt, hatten also einen Minijob: Das sind 24 Prozent mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 27,5 Prozent mehr Minijobber als 2005.

Sozialbericht als PDF herunterladen (4,36 MB)

Diagramm 1:  Entwicklung der Beschäftigtenzahlen seit 2005

Beschäftigte vs. Erwerbstätige: Welche Beschäftigungsverhältnisse unterscheidet der Sozialbericht?Im Sozialbericht werden verschiedene Beschäftigungsverhältnisse unterschieden, die jeweils andere Personengruppen abdecken. Die Gruppe der Erwerbstätigen beinhaltet alle Arbeitnehmer_innen, also Angestellte, Arbeiter_innen, Beamt_innen, geringfügig Beschäftigte, Soldat_innen und auch Selbstständige. Mit Beschäftigten sind lediglich Angestellte und Arbeiter_innen in einem Unternehmen oder ähnlichem gemeint. Sozialversicherungspflichtige Beschäftige sind solche Beschäftigte, die krankenversicherungspflichtig, rentenversicherungspflichtig oder beitragspflichtig nach dem SGB III (deutsches Arbeitsförderungsgesetz) sind – im Unterschied zu geringfügig Beschäftigten. Diese Gruppe verdient regelmäßig nicht mehr als 450 Euro im Monat und ist deswegen nicht sozialversicherungspflichtig.

Auffallend ist außerdem, dass es im Vergleich der letzten 10 Jahre noch nie so viele Teilzeitbeschäftigte wie im Jahr 2016 gab: 41.336 Personen arbeiteten in diesem Jahr in Teilzeit, das entspricht im Vergleich zu 2005 einer Steigerung von 89,4 Prozent. Zu beachten ist jedoch, dass hier langfristige Zeitvergleiche nur bedingt möglich sind, da die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2012 umgestellt wurde.

Gerade Ältere sind relativ häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Foto: A.J. Schmidt

Im interkommunalen Vergleich hat Freiburg außerdem mit 33,3 Prozent zusammen mit den Städten Heidelberg (44,3 Prozent), Karlsruhe (30,4 Prozent) und Stuttgart (34 Prozent) den größten Anteil an hochqualifizierten Beschäftigten in Baden-Württemberg, Stand Mitte 2015. Als hochqualifiziert werden diejenigen Beschäftigten bezeichnet, die einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss erworben haben. Der baden-württembergische Durchschnitt liegt bei 16,7 Prozent.

Die Arbeitslosenzahlen erreichten Ende 2011 in Freiburg einen historischen Tiefstand: 5.903 Personen waren zu diesem Zeitpunkt arbeitslos. 2012 nahm die Zahl wieder leicht zu, in den folgenden Jahren pendelte sie zwischen rund 6.300 und 6.900 Personen. Ende 2016 waren dann 6.415 Personen arbeitslos. Das Geschlechterverhältnis zeigt sich in den letzten Jahren als stabil, aber nicht ganz ausgeglichen: 2016 waren 56,6 Prozent der Arbeitslosen männlich und 43,4 Prozent weiblich.

In Diagramm 2 ist die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen von 2005 bis 2016 zu sehen, gegliedert nach den Altersgruppen unter 25 Jahren, 25 bis unter 55 Jahren und 55 bis unter 65 Jahren.

Diagramm 2:  Entwicklung der Arbeitslosenzahlen nach Altersgruppen

Anhand des Anteils der Arbeitslosen unter 25 Jahren lassen sich Rückschlüsse auf die Jugendarbeitslosigkeit in Freiburg ziehen: 2016 waren 5,2 Prozent aller Arbeitslosen Jugendliche unter 25 Jahren, in absoluten Zahlen waren das 331 Personen. Die Arbeitslosenquote in dieser Gruppe liegt damit bei 2,3 Prozent. Das ist auffallend, denn Freiburg hat damit zusammen mit Ulm den niedrigsten Anteil an jugendlichen Arbeitslosen von allen Stadtkreisen in Baden-Württemberg. Freiburg liegt damit auch unterhalb des Landesdurchschnitts von 2,9 Prozent.

17,4 Prozent der Arbeitslosen waren Ende 2016 in der Altersgruppe 55 Jahre und älter, das entspricht 1.117 Personen. Bisher wuchs diese Gruppe jedes Jahr, im Jahr 2016 war die Zahl erstmals wieder rückläufig. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen, also derjenigen, die zum Zeitpunkt der Ermittlung ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet waren, war 2016 erstmals wieder rückläufig. Trotzdem macht diese Gruppe in Freiburg rund ein Drittel der Arbeitslosen aus. Im Vergleich zu den anderen Stadtkreisen in Baden-Württemberg liegt Freiburg hier im Mittelfeld. Den höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen gab es in Stuttgart (40,3 Prozent), dicht gefolgt von Baden-Baden (38,6 Prozent) und Mannheim (38 Prozent). Die niedrigsten Anteile verzeichneten Heilbronn und Ulm mit 28,6 und 27 Prozent.

Diagramm 3: Arbeitslosenquote im interkommunalen Vergleich

Was ist die Arbeitslosenquote?
Die Arbeitslosenquote ist der prozentuale Anteil der bei der Bundesagentur für Arbeit registrierten Arbeitslosen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen, also an allen arbeitenden Menschen. Mit ihr lassen sich Aussagen über die Beschäftigungslage und das Ausmaß der Arbeitslosigkeit treffen.

Die Arbeitslosenquote insgesamt lag in Freiburg Ende 2016 bei 5,9 Prozent. Damit hat sie im Vergleich der letzten 10 Jahre wieder den Tiefststand von 2011 erreicht. Damals war sie schon einmal so niedrig, in den Folgejahren stieg sie wieder auf 6 Prozent an.

Im interkommunalen Vergleich war die Arbeitslosenquote für 2016 in Pforzheim mit 7,2 Prozent am höchsten. Außer Ulm und Heidelberg hatten alle anderen Städte in Baden-Württemberg eine Quote zwischen 5 und 6 Prozent. Die beiden Nachbarlandkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald konnten niedrigere Quoten verzeichnen, die sogar unterhalb des baden-württembergischen Durchschnitts liegen.

Veröffentlicht am 01. August 2018
Kommentare (0)
Kommentar

Der Sozialbericht

Thema 1: Die Bevölkerung
Thema 2: Arbeiten in Freiburg
Thema 3: Wie wohnen die Menschen in Freiburg?