Höhere Einwohnerzahl

Stadt plant Ausbau mehrerer Schulen

Immer mehr Kinder und Jugendliche besuchen die Freiburger Schulen – der Raumbedarf ist riesig und steigt in den nächsten Jahren weiter an. Diese und weitere Prognosen sowie deren Konsequenzen beleuchtet der fünfte Schulentwicklungsbericht. (9,903 MB)
Vor allem die seit Jahren ansteigende Einwohnerzahl in Freiburg, und die neuen Baugebiete, beispielweise in den Tuniberg-Gemeinden oder Zähringen-Nord sowie der Generationenwechsel in manchen Stadtteilen werden weiteren Bedarf an Schulräumen nach sich ziehen.

Die Sanierung der Staudinger Gesamtschule ist eines der größten Projekte in diesem Bereich. Foto: A.J. Schmidt
Der Neubau der Staudinger Gesamtschule ist eines der größten Projekte in diesem Bereich und wird die Verwaltung einige Jahre beschäftigen. Foto: A.J. Schmidt

Als ein Kernziel benennt der Schulentwicklungsbericht daher den Ausbau von Grundschulen. Dazu zählt zum Beispiel die Lorettoschule, die in Zukunft fünfzügig laufen soll. Über den dafür nötigen Erweiterungsbau entscheidet der Gemeinderat voraussichtlich noch vor der Sommerpause. Bereits beschlossen sind der Ausbau und die Sanierung der Anne-Frank-Ganztagesschule. Die Bauarbeiten sollen Ende 2018 starten und 2023 beendet sein. Auch an der Feyel-Grundschule in Freiburg-Ebnet sind wegen der steigenden Schülerzahlen zwei zusätzliche Klassenzimmer und ein neuer Mehrzweckraum geplant.


Der Schulentwicklungsbericht schaut auch weiter in die Zukunft, denn die wachsende Schülerzahl an den Grundschulen wird sich zeitversetzt auf die weiterführenden und beruflichen Schulen auswirken. Zudem wechseln immer mehr Schülerinnen und Schüler nach der vierten Klasse auf ein Gymnasium, so dass es dort schon jetzt eng wird. Es gilt, den dortigen Platzbedarf vorausschauend einzuplanen. Die Verwaltung bringt dabei neben der Erweiterung eines vorhandenen Gymnasiums auch eine neue Schule am Standort Opfingen ins Spiel.


Beim Blick auf die beruflichen Schulen steht die Erweiterung der Max-Weber-Schule auf Platz eins der Prioritätenliste. Dort fehlen aktuell zehn Räume. Ein Anbau soll den Platzbedarf stillen. Auch andere berufliche Schulen könnten davon profitieren. Um die hohen Ausbildungsstandards zu sichern, sind an den beruflichen Schulen auch Modernisierungen unumgänglich: Die organisatorischen und technischen Bedingungen müssen der modernen Arbeitswelt entsprechen. So soll zum Beispiel der Fachbereich Gesundheit und Pflege an der Edith-Stein-Schule modernisiert werden. Außerdem wird nach der Walther-Rathenau-Schule nun auch die Richard- Fehrenbach-Gewerbeschule eine „Lernfabrik 4.0“ erhalten.


Dass Gebäude saniert und modernisiert werden müssen, gilt für alle Schularten. Vor allem das Mammutprojekt Neubau der Staudinger- Gesamtschule wird die Verwaltung in den nächsten Jahren in Atem halten. Der Baubeschluss fällt voraussichtlich im Herbst, mit dem Spatenstich ist im kommenden Jahr zu rechnen. Aber auch kleinere Bauprojekte stehen in der Pipeline: So kann sich das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Albert-
Schweitzer-Schule III bald über einen neuen Werkraum freuen. Fassadensanierungen sind am Berthold-Gymnasium, am Goethe- Gymnasium, an der Reinhold-Schneider-Schule und der Hansjakob- Realschule geplant. Ebenso legt der Schulentwicklungsbericht bei allen Schulen ein Augenmerk auf die naturwissenschaftlichen Lernräume. Um die Qualitätsansprüche der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) besser
zu erfüllen, verstärkt die Stadtverwaltung das Sonderprogramm zur Sanierung der naturwissenschaftlichen Fachräume. Zunächst sollen die Hansjakob-Realschule und das Kepler-Gymnasium zum Zug kommen.


Räumliche Anbauten und Modernisierungen sind nur ein Baustein, um den steigenden Schülerzahlen zu begegnen. Ebenso ist die Stadt gefordert, die Schulkindbetreuung stärker auszubauen. Die Nachfrage steigt seit Jahren rasant an. Aktuell nutzen rund 9.900 Schülerinnen und Schüler einen Betreuungsplatz in einer Grundschule oder weiterführenden Schule. Zur Qualitätssicherung hat die Verwaltung an den Grundschulen ein neues Betreuungskonzept eingeführt. Es läuft derzeit bereits an 21 der 30 öffentlichen Grundschulen. An den restlichen neun wird es zu den Schuljahren 2019/20 und 2020/21 verwirklicht. Damit verfügen dann alle Grundschulen über ein ganztägiges, qualitativ hochwertiges Betreuungskonzept, inklusive einer mehrwöchigen Ferienbetreuung.


Besondere Aufmerksamkeit widmet der Schulentwicklungsbericht auch dem Thema Sprachförderung: Das Projekt „Durchgängige Sprachbildung“ in den Stadtteilen Landwasser und Zähringen führt die vorschulischen Einrichtungen und die Grundschulen zusammen. Die Partner qualifizieren sich nach einem einheitlichen Konzept und arbeiten bei der Sprachbildung eng zusammen. So gelingt es, die Sprache frühzeitig, einheitlich und professionell zu fördern und den Übergang von der Kita in die Grundschule zu erleichtern.

Veröffentlicht am 25. Juni 2018
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