Tage der offenen Tür vom 22. bis 24. Juni

Friedhofsbetrieb weiht Verwaltungsneubau ein

Nicht immer geht es auf dem Friedhof nur traurig zu. Grund zum Feiern hat jetzt der städtische Eigenbetrieb Friedhöfe, der mit Tagen der offenen Tür seinen Verwaltungsneubau neben dem Haupteingang des Hauptfriedhofs feiert.

Neues Domizil: Der Eigenbetrieb Friedhöfe und der Bestattungsdienst feiern zusammen mit der Bürgerschaft die Fertigstellung des neuen Verwaltungsgebäudes. Foto: A. J. Schmidt

Der Eigenbetrieb und der städtische Bestattungsdienst können nun der Bürgerschaft ein modernes und zeitgemäßes Dienstgebäude anbieten, das der teils schwierigen Situation, in der sich die Hilfe- und  Ratsuchenden befinden, gerecht wird. Im Erdgeschoss, klar getrennt von der hoheitlichen Friedhofsverwaltung, befindet sich der Bestattungsdienst mit besucherfreundlich gestalteten Beratungsräumen und einem Ausstellungsraum, der auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Im Obergeschoss sind Betriebsleitung, Friedhofsverwaltung und Terminvergabe für Beerdigungen untergebracht.

Der Neubau für die Friedhofsverwaltung und den städtischen Bestattungsdienst ersetzt den in den 1960er Jahren erstellten Flachbau – jedoch nicht genau am gleichen Ort. Der Neubaustandort wurde deutlich von dem unter Denkmalschutz stehenden Torhaus abgerückt, um die frühere Eingangssituation zum Hauptfriedhof wieder herzustellen und zugleich zu betonen. Der Gestaltungsbeirat, dem die Planung des zweistöckigen Kubus 2015 vorgestellt wurde, würdigte das Vorhaben und sprach in seiner Einschätzung sogar von einer „historischen Stadtreparatur“. Die früher vorhandene Friedhofsmauer wird mit  geschnittenen Formhecken nachgezeichnet und unterstützt somit den ehemals vorhandenen Eindruck.

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Das Gebäude selbst wurde als formaler Bau mit einem sparsamen Umgang an Materialien erstellt.  Eichenholz bei Fenstern, Türen und Möbeln, graue Beton-Estrichböden und weiße Wände kennzeichnen den Bau. Das Verwaltungsgebäude erfüllt nicht nur alle Auflagen der gesetzlichen Vorgaben zur Energieeinsparung, sondern unterschreitet diese sogar um 75 Prozent. Insbesondere wurde bei der Auswahl der Materialien der ökologische Aspekt in den Vordergrund gestellt.

So besitzt das Gebäude eine rein mineralische Außendämmung ohne Kunststoffzusätze, was auch auf den Lebenszyklus des Gebäudes bezogen von großem Vorteil ist. Insgesamt wurden in das Gebäude
3,3 Millionen Euro investiert, die reine Bauzeit betrug zwei Jahre. Für die Feierlichkeiten hat die Friedhofsverwaltung ein ganzes Wochenende eingeplant. Los geht es am Freitag, 22. Juni um 14 Uhr mit der Eröffnung, bei der das Gebäude seiner Bestimmung übergeben wird. Hierzu und an den beiden
folgenden Tagen sind alle Interessierten eingeladen. Außerdem gibt es ein reichhaltiges Programm mit Führungen, Unterhaltung für Kinder und Informationen rund um die Themen Trauer und Sterbevorsorge.

Programm

Samstag, 23. Juni, 15 Uhr

Erste Schritte im​ Trauerfall​

Nahezu alle Menschen werden im Laufe ihres Lebens mit einem Trauerfall in ihrer Familie oder im Freundeskreis konfrontiert. Da sich die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben oder dem der Angehörigen oft in Grenzen hält, sind Menschen mit dem plötzlich eintretenden Ereignis überfordert. In einem Vortrag des Bestattungsdienstes der Stadt Freiburg „Erste Schritte im Trauerfall“ werden Informationen und Handreichungen gegeben.

Freitag, 22. Juni + Samstag, 23. Juni, jeweils 14 Uhr

Bestattung:​ Vorsorge treffen​

Es fällt uns meistens nicht leicht, für die eigene oder für die Bestattung naher Angehöriger rechtzeitig vorzusorgen. Dabei gibt es einiges, was bereits vorab geregelt werden kann. Egal, ob man alleinstehend ist und nicht weiß, wer sich einmal um die eigene Bestattung kümmern wird, oder ob man den Angehörigen alle Formalitäten und die Detailabwicklung der Bestattung ersparen will, es gibt die Möglichkeit einer umfassenden Bestattungsvorsorge.
Detaillierte Informationen gibt der städtische Bestattungsdienst.

Freitag, 22. Juni, 15 Uhr, Sonntag, 24. Juni, 11 Uhr

Trauer im Wandel​ der Zeit​

Der Vortrag der Trauerrednerin Angelika Blank beleuchtet den Umgang mit Trauer in frühesten Zeiten bis zum heutigen Tag. Auch das Thema ungelebte Trauer und deren Auswirkung auf den einzelnen Menschen, seine Gesundheit und das Lebensumfeld werden angeschnitten. Was kann vorab für die Gestaltung einer Trauerfeier geregelt werden? Welche Inhalte sollen in der Traueransprache durch den Geistlichen oder die Trauerbegleitung bei der Trauerfeier gesagt werden, welche Inhalte sollten nicht zur Sprache kommen, welche Musik soll gespielt werden, kurz: Wie kann oder soll die Trauerfeier konkret gestaltet werden?

Samstag, 23. Juni, 10.30 Uhr + Sonntag, 24. Juni, 13 Uhr

Führung über den​ Friedhof​

Der Leiter des Museums für Stadtgeschichte Peter Kalchthaler wird mit den Besuchern auf dem seit 1872 bestehenden Hauptfriedhof einen Rundgang zu Grabstätten berühmter Freiburger Persönlichkeiten unternehmen und dabei die Geschichten und Lebenswege dieser Verstorbenen beleuchten.

Sonntag, 24. Juni, 13 Uhr)

Vortrag: „Alles ist​ anders“​

„Alles ist anders“ lautet ein Angebot für trauernde Kinder und Jugendliche mit Hildegard Bargenda, der Leiterin der Hospizgruppe. Der Tod eines geliebten Menschen verrückt die Lebenswirklichkeit. Wir reagieren auf einen Verlust mit Trauer. Trauer, mit all den widersprüchlichen und verwirrenden Gefühlen, ist dabei ein völlig normales Lebensgefühl. Trauer sucht nach einem Ausdruck, sonst drückt sie sich ein und kann krank machen. Ganz besonders gilt dies bei Kindern. So soll an diesem Nachmittag die Angebote der Hospizgruppe Freiburg vorgestellt werden.

Sonntag, 24.6., 14 Uhr

Digitaler​ Nachlassdienst​

Die Firma Columba entwickelte ein Online-Schutzpaket zur posthumen Regelung eines digitalen Nachlasses und brachte es 2013 als bestatterexklusive und erste automatisierte IT-Lösung auf den Markt.

Sonntag, 24. Juni, 15 Uhr

Abschlusskonzert​

Am Sonntag wird es ein Konzert mit der Musikgruppe „New Brass“ geben. Der Musikstil reicht von Walzer, Marsch, Polka über Klassik bis Dixieland.

Samstag und Sonntag 14–17 Uhr

Spiele und Basteln

Für die kleinen Gäste werden Kinderschminken und der Bau von Vogelnistkästen angeboten. Der große Hauptfriedhof ist ein bedeutsames Refugium für Vögel und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stadtökologie. Für 5 Euro können Kinder einen Holznistkasten bauen und dürfen ihn mit nach Hause nehmen.


Das Deutsche Rote Kreuz übernimmt am Samstag und Sonntag die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen. Herzhaftes zum Mittagessen gibt es vom Grill und vom Crêpemobil. Außerdem stehen das ganze Wochenende die Mitarbeitenden des Eigenbetriebs für Infos und Beratung zur Verfügung.

Hinweis: Aufgrund der Eröffnungsfeier können Friedhofsverwaltung
und Bestattungsdienst keine Verwaltungsdienste anbieten. Die Terminvergabe ist am Freitag, 22. Juni bis 11 Uhr verfügbar.

Veröffentlicht am 12. Juni 2018
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