Neues Blindenleitsystem

Stadtbahnhaltestelle Stadttheater umgebaut

Mobilität zählt zu den wichtigsten Grundbedürfnissen aller Menschen, dabei müssen Einige größere Schwierigkeiten überwinden als Andere. Wer einmal mit geschlossenen oder verbundenen Augen in der Innenstadt unterwegs war, versteht wohl besser, welche Probleme und Hürden auf sehbehinderte Menschen warten.

Das neue Blindenleitsystem an der Stadtbahnhaltestelle "Stadttheater": Rippen dienen der Orientierung und Leitung, Noppen fordern zu erhöhter Aufmerksamkeit und zum Suchen auf. Foto: A.J. Schmidt

Ein Schritt auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit ist die Gestaltung der Haltestellen.

So hat die VAG in den letzten Wochen für rund 30.000 Euro die innerstädtische Haltestelle „Stadttheater“ umgebaut und erleichtert damit Sehbehinderten und Blinden die Orientierung. Durch einen klaren Hell-Dunkel-Kontrast können sich Seheingeschränkte besser zurechtfinden. Für Blinde geben unterschiedliche Oberflächenstrukturen die notwendigen Informationen.

Die Planung war im Vorfeld mit der Behindertenbeauftragten der Stadt und dem Sehbehindertenverein Südbaden sowie mit dem Stadtplanungsamt, dem Garten- und Tiefbauamt und der AG Bau und Verkehr abgestimmt worden.

Was an der Haltestelle "Stadttheater" erst nachträglich eingebaut werden musste, gehört mittlerweile zum VAG Baustandard: Alle neu geschaffenen Haltestellen baut die VAG nach der aktuellen bundesweiten Norm DIN 32984, die die Leitsysteme einheitlich regelt.
Beispiele aus der letzten Zeit sind die Stadtbahnprojekte Erweiterung Zähringen, Messe sowie die sich aktuell im Bau befindliche Stadtbahn Rotteckring.

In diesem Jahr sollen noch bei weiteren Haltestellen ähnliche Leitsysteme nachgerüstet werden, beispielsweise „Am Lindenwäldle“.

Doch das bedeutet nicht, dass nur an diesen Haltestellen an die Belange von behinderten Menschen gedacht wurde. Von den insgesamt über 70 Stadtbahnhaltestellen sind rund 60 mit Blindenleitsystemen ausgestattet, mehrheitlich jedoch nach den Bestimmungen der Vorgängernorm.

Um Menschen mit Behinderungen bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu unterstützen, arbeitet die Freiburger Verkehrs AG (VAG) seit Jahren mit Behindertenverbänden zusammen.

Tatsächlich reichen erste Bemühungen um mehr Barrierefreiheit bei der VAG in das Jahr 1991 zurück, als erstmals Stadtbahnfahrzeuge mit Niederfluranteil beschafft wurden. Im Zuge der Anschaffung der ersten Niederflurfahrzeuge begann nach und nach und in Absprache mit Behindertenvertretenden auch die Anhebung der Haltestellenhöhen. Heute entsprechen in der Höhe  nur noch wenige Haltestellen nicht den Vorgaben der  Barrierefreiheit und  nur noch vier Stadtbahnfahrzeuge sind ohne Niederflureinstieg im Netz der VAG unterwegs.

Doch es müssen nicht immer nur die großen Investitionen sein, die allen das Leben einfacher machen. Auch scheinbar kleinere Dinge können zielführend sein. So gibt es zum Beispiel an VAG- Haltestellenhäuschen keine rein transparenten Scheibenelemente mehr und bei den mobilen Fahrscheinautomaten erscheinen die vier gängigsten Ticketarten in übergroßer, sehr kontrastreicher Darstellung, wenn man im Display in die linke obere Ecke tippt. An den Geländern bei den Auf- und Abgängen von der Bahnhofsbrücke zu den Gleisen kann der aktuelle Standort per Brailleschrift ertastet werden.

Hilfreich ist auch, dass mittlerweile sowohl in zahlreichen elektronischen Anzeigen an den Haltestellen, wie auch in der VAGmobil-Fahrplan App in Echtzeit dargestellt wird, ob ein Fahrzeug mit oder ohne Niederflur kommt.
Darüber hinaus bietet die VAG über die eigene Fahrschule Schulungsangebote für ältere und für mobilitätseingeschränkte Menschen an.

Kontakt und weitere Informationen:

VAG Hotline:
0761/4511-500

E-Mail: pluspunkt@vagfr.de


Veröffentlicht am 17. April 2018
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