Vertragszahlen sinken, Preise steigen

Der Immobilienmarktbericht 2017

Der Trend auf dem Freiburger Immobilienmarkt mit steigenden Preisen und sinkenden Vertragszahlen hielt auch im Jahr 2017 an. Erster Bürgermeister Otto Neideck sowie Christian Vogt und Tina Gering vom Vermessungsamt gaben nun die Eckdaten des Immobilienmarktberichts 2017 bekannt.

Bild vom Güterbahnareal im Bau
Auch verstärkter Wohnungsbau, wie hier auf dem Güterbahnareal, konnte die Preissteigerung nicht bremsen. Foto: A. J. Schmidt

Obwohl die Zahl der Verkaufsfälle mit 2368 um rund 500 unter der des Vorjahres lag, erreichte der Umsatz mit 971 Millionen Euro eine rekordverdächtige Höhe. Nur dreimal seit Beginn der Aufzeichnung 1971 waren die Umsätze höher. Dies, so Erster Bürgermeister Otto Neideck, sei dem akuten Wohnraummangel und der immer weiter steigenden Nachfrage geschuldet. Ursachen seien die Attraktivität der Stadt Freiburg und das Niedrigzinsniveau.

Grundstückspreise

Wie in den Vorjahren wird über einen Mangel an Bauplätzen im Geschosswohnungsbau mit und ohne gewerblichen Anteil wie auch für Ein- und Zweifamilienwohnhäuser geklagt. Die Preise variieren dort stark, je nach Lage der Grundstücke. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 37 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser gehandelt (davon 24 in den Außengemarkungen und 13 im Stadtgebiet). Der durchschnittliche Preis pro Bauplatz betrug dabei 264 000 Euro. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf dem gesamte Gemeindegebiet Freiburg
lag bei 611 Euro.

Bei Bauplätzen für eine mehrgeschossige Bauweise mit und ohne gewerblichen Anteil hat der Gutachterausschuss zehn Kauffälle verzeichnet (davon sechs in Haslach). Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 747 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche. Der Durchschnittspreis je Baugrundstück lag bei etwa 1,6 Millionen Euro für eine rund 2000 Quadratmeter große Fläche.

Einfamilien- und Reihenhäuser

Im Neubau wurden bei Einfamilienhäusern (Reiheneckhäuser, Reihenmittelhäuser, Doppelhaushälften) acht Kauffälle registriert. Gebrauchte Reiheneckhäuser und Doppelhaushälften (ca. 140 qm Wohnfläche, 520 qm Grundstück) lagen bei rund 549 000 Euro, also 3960 Euro pro qm Wohnfläche, bei 41 registrierten Kauffällen. Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser haben bei 650 qm Grundstücksgröße und 140 qm Wohnfläche durchschnittlich rund 520 000 Euro gekostet. Das sind knapp 4000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, bei 43 registrierten Kauffällen. Insgesamt wurden 2017 knapp 180 Ein- und Zweifamilienwohnhäuser und 73 Mehrfamilienhäuser verkauft.

Bei Villen lag der Quadratmeterpreis bei rund 5400 Euro, in diesem Bereich steigen die Preise am stärksten. Im Durchschnitt kosteten die insgesamt 22 Villen 1,3 Millionen Euro bei 830 Quadratmetern Grundstücksfläche und rund 250 Quadratmetern Wohnfläche.

Wohnungen im Erst- und Wiederverkauf

Den größten Anteil der Kauffälle bildete im letzten Jahr der Teilmarkt für Wohnungs- und Teileigentum. Es wurden 339 Neubauwohnungen veräußert, darunter 61 Wohnungen für Studierende (2016: 158). Der durchschnittliche Kaufpreis je Quadratmeter Wohnfläche lag hier bei 5470 Euro, wobei die Durchschnittswerte stark vom Stadtteil abhängen. Bei den Studentenwohnungen lagen die Durchschnittswerte 2017 bei 4700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Während im Jahre 2015 im Erstverkauf noch 1,4 Prozent der Käufe bis zu einem Wert von 3500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche veräußert wurden, gab es 2016 und 2017 keinen Verkauf mehr in diesem Preissegment. Die Mehrzahl der Verkäufe (58 Prozent) lag 2017 in der Spanne von 3500 bis 5000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Über 7000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche lagen 2017 immerhin 9 Prozent aller Kauffälle. Im Wiederverkauf, also bei gebrauchten Wohnungen, wurden durchschnittlich 3600Euro (2016: 3300) je Quadratmeter Wohnfläche erzielt, auch hier mit großen Unterschieden von Stadtteil zu Stadtteil. 2016 lagen 9 Prozent der Verkäufe unter 2000 Euro pro Quadratmeter, 2017 waren es noch 4 Prozent. Nun lagen knapp 3,5 Prozent der Verkäufe bei einem Quadratmeterpreis von über 5500 Euro.

Ausschuss ermittelt Immobilienwerte

Der Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten in Freiburg ist im Vermessungsamt angesiedelt. Er besteht aus den Vorsitzenden und 18 fach- und ortskundigen ehrenamtlichen Gutachtern. Der Ausschuss arbeitet selbstständig und ist nicht weisungsgebunden, er erstellt Jahresberichte, ermittelt aktuelle Boden- und Immobilienwerte, erfasst und analysiert Kaufpreise und erteilt Auskünfte.

Der Immobilienmarktbericht 2017 kann ab Mitte April beim Vermessungsamt, Berliner Allee 1, bezogen werden. Email: vermessungsamt@stadt.freiburg.de,Tel. 201-4234.

Zahlen und Daten 2017

Höchster Preis

Eigenheim: 2 750 000 Euro
Wohnung: 1 508 000 Euro
Quadratmeterpreis: 8151 Euro

Günstigster Preis

Eigenheim: 100 000 Euro
Wohnung: 40 000 Euro
Quadratmeterpreis: 1905 Euro

Größte Immobilie

Grundstück: 5238 qm
Wohnfläche: 390 qm

Kleinste Immobilie

Grundstück: 109 qm
Wohnfläche: 21 qm


Veröffentlicht am 16. März 2018

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