Projekt Breisgau S-Bahn 2020

Höllentalbahn West ab 1. März für 8 Monate gesperrt

Ziele des Umbaus: behindertengerechte Bahnhöfe, dichtere Taktfolge und Direktverbindung nach Breisach

Zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober wird der westliche Abschnitt der Höllentalbahn zwischen dem Freiburger Hauptbahnhof und Titisee saniert und umgebaut. In diesem Zeitraum ist die Strecke komplett gesperrt. Betroffen von diesen Arbeiten ist auch die Drei-Seen-Bahn zwischen Titisee und Seebrugg, die im gleichen Zeitraum unterbrochen bleibt.

Auch der Bahnhof Wiehre wird im Rahmen des Projektes Breisgau-S-Bahn 2020 modernisiert und soll zukünftig barrierefrei zugänglich sein. Foto: A.J. Schmidt

Der Ausbau der Höllentalbahn ist Teil des Projektes Breisgau-S-Bahn 2020, mit dem das  Nahverkehrsangebot in der gesamten Region verbessert werden soll. Hierzu gehört unter anderem der  Ausbau der DB-Strecken Höllentalbahn West und Ost, der Breisacher Bahn, der Elztalbahn, der Strecke  Müllheim-Neuenburg und der Drei-Seen-Bahn. Träger ist der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF), in dem sich die Stadt Freiburg und die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen zusammengeschlossen haben. Die Deutsche Bahn AG ist als Eigentümerin der Strecken zuständig für die Planung und die Baudurchführung.

Wesentliche Ziele der Arbeiten sind der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe und Haltepunkte, die Erneuerung der Oberleitung auf nahezu dem gesamten Abschnitt zwischen Freiburg und Titisee, der Ausbau der Kreuzungsstellen in Himmelreich und Hirschsprung, der Neubau einer Kreuzungsmöglichkeit in Littenweiler, die Erneuerung der Stellwerkstechnik sowie der Ausbau der vorhandenen Bahnübergänge.
Die Höllentalbahn West soll künftig grundsätzlich weiterhin im 30-Minuten-Takt fahren, allerdings soll in den Hauptverkehrszeiten das Angebot durch zusätzliche Züge zwischen Freiburg und Kirchzarten verbessert werden. An Sonn- und Feiertagen, an denen die größte Nachfrage in Richtung Hochschwarzwald besteht, sollen die Züge zwischen Freiburg und Titisee im 20-Minuten-Takt verkehren und zweimal pro Stunde auf der Drei-Seen-Bahn bis Seebrugg weiterfahren.

Künftig soll die Höllentalbahn nicht am Hauptbahnhof enden, sondern eingebunden werden in die sogenannte Ost-West-Achse mit durchgängigen Zügen von Breisach über Freiburg, Titisee, Neustadt und Donaueschingen bis Villingen.

Während der Streckensperrung wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Neben einer Linie, die - mit Ausnahme von Littenweiler - alle bisherigen Halte bedient, werden auch zwei Express-Linien Freiburg-Titisee-Neustadt und Freiburg-Kirchzarten sowie eine Linie zwischen der Endhaltestelle der Stadtbahn-Linie 1 an der Laßbergstraße und Kirchzarten angeboten. Alle Linien verkehren tagsüber in der Regel im 30-Minuten-Takt, allerdings wird es zu Fahrzeitverlängerungen gegenüber dem bisherigen Schienenverkehr kommen. Nicht direkt angefahren wird der Bahnhof Wiehre, für den als Ersatz die Busaltestellen an der Schwabentorbrücke zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für den Bahnhof Littenweiler: Die Busse fahren in diesem Fall die Stadtbahn-Endhaltestelle Laßbergstraße an. Fahrgäste zwischen Hauptbahnhof und Littenweiler müssen die Stadtbahn-Linie 1 benutzen.

Der Umbau

  • Um den Betriebsablauf am Freiburger Hauptbahnhof zu verbessern, gibt es eine zusätzliche  Weichenverbindung zwischen den Gleisen 4 und 5.
  • Auf nahezu dem ganzen Abschnitt zwischen Freiburg Hauptbahnhof und Titisee wird die Oberleitung erneuert.
  • Für die Steuerung des Breisgau-S-Bahn-Netzes entsteht am Bahnhof Wiehre ein neues Zentralstellwerk.
  • Streckenabschnitte mit reduzierter Fahrgeschwindigkeit werden saniert und die Fahrzeiten damit verkürzt.
  • Der Bahnhof Littenweiler wird zu einem kurzen Kreuzungsbahnhof mit einem zweiten Gleis und einem zweiten Bahnsteig ausgebaut. Das ermöglicht unter anderem engere Taktzeiten.
  • Umbau von Bahnübergängen.
  • Für einen barrierefreien Zugang erhalten alle Bahnsteige eine Höhe von 55 cm über Schienenoberkante und alle Stationen erhalten Rampen oder Aufzüge. Zudem werden alle Stationen mit Blindenleitstreifen, neuen Beleuchtungsanlagen sowie Wetterschutz- und Informationseinrichtungen ausgestattet.
  • Entlang der Höllentalbahn West werden die Stationen mit einer Bahnsteiglänge von 210 m hergestellt.