Einbürgerungsfeier für die 2017 eingebürgerten Migrantinnen und Migranten: Oberbürgermeister Dieter Salomon begrüßte die neuen Freiburgerinnen und Freiburger

545 Menschen aus 80 verschiedenen Herkunftsländern haben in Freiburg in den letzten zwölf Monaten die deutsche Staatsangehörigkeit erworben

Aus 80 verschiedenen Herkunftsländern kommen die 545 Bürgerinnen und Bürger, die zwischen 1. Dezember 2016 und 30. November 2017 von der Ausländerbehörde der Stadt als Deutsche eingebürgert worden sind. Dazu fand auf Einladung der Stadt zum elften Mal eine Einbürgerungsfeier im Kaisersaal des Historischen Kaufhauses statt. Oberbürgermeister Dieter Salomon überreichte außerdem bei diesem feierlichen Anlass den Freiburger Integrationspreis 2017.

Die Migrantinnen und Migranten, die nun deutsche Staatsangehörige geworden sind, kommen aus aller Herren Länder – die Palette der bisherigen Staatsangehörigkeiten reicht von Ägypten bis Zypern In diesem Jahr sind es 545 – nur 2016 waren es mit 566 noch mehr Einbürgerungen. Einen Höchstwert erreicht dagegen die Zahl der Herkunftsländer, hier wurde die 80 zwar bereits einmal erreicht, nämlich 2015, aber noch nie übertroffen. Im letzten Jahr waren es 77 verschiedene Herkunftsländer.

Auffallend ist in diesem Jahr, dass es ein EU-Land unter die Top 3 geschafft hat, nämlich Großbritannien. Der Kosovo liegt an 1. Stelle, und Großbritannien als neue Nummer 2 hat die Türkei sogar von Platz 1 auf Platz 3 verdrängt. Es liegt nahe, dabei einen Zusammenhang mit dem Brexit zu vermuten.

Zum mittlerweile fünften Mal fand im Rahmen der Einbürgerungsfeier auch die Verleihung des Freiburger Integrationspreises - Für eine offene Stadt statt, der 2011 aus dem Gemeinderat heraus ins Leben gerufen und 2012 erstmals vergeben wurde. Dieses Jahr haben 17 Initiativen, Gruppen und Vereine Bewerbungen für den Preis eingereicht oder wurden vorgeschlagen. Eine Jury aus Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, Mitgliedern des Migrantinnen- und Migrantenbeirats und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach hat alle Bewerbungen gesichtet und den Preise vergeben.

„Die hochkarätigen Einreichungen für den Integrationspreis und das hier sichtbare, beeindruckende Engagement der zahlreichen in Flüchtlingshilfe und Integrationsförderung aktiven Initiativen und Vereine belege anschaulich, mit wieviel Einsatz in Freiburg Integration gelebt werde“, so Oberbürgermeister Dieter Salomon. Freiburg sei und bleibe eine Stadt, in der für Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit kein Platz sei, betonte Salomon im Rahmen der Veranstaltung.

Ausgezeichnet mit dem Integrationspreis der Stadt Freiburg 2017 wurde der Verein „zusammen leben e.V.“. Der im Jahr 2015 gegründete, gemeinnützige Verein mit Sitz in Freiburg möchte einen „Begegnungsraum schaffen zwischen Menschen mit Fluchterfahrung, MigrantInnen und Freiburgerinnen und Freiburgern.“ Dazu entwickelt der Verein Begegnungsmöglichkeiten, um Berührungsängste abzubauen und den direkten Kontakt zwischen diesen Gruppen zu fördern.

Die Begründung der Jury:

Einfach und effektiv, das ist das Geheimrezept der Arbeit des nicht nur an Jahren, sondern auch von der Zusammensetzung seiner Mitglieder her sehr jungen Vereins. „zusammen leben“ zeichnet sich aus durch Formate, die scheinbar einfach daherkommen und mit denen jeder etwas anfangen kann. Hier ist das Angebot nicht Mittel zum Zweck, sondern der Zweck selbst: Gärtnern, Kochen, gemeinsam Essen oder Kaffee trinken. Das Besondere, was viele berührt und begeistert, ist die offene, einladende und inspirierende Atmosphäre, die jede und jeden mitnimmt und allen Beteiligten das Gefühl verleiht, akzeptiert zu sein und „mitgenommen“ zu werden. Das, was bei „zusammen leben“ im Kleinen so vorbildlich gelingt – das Miteinander auf Augenhöhe mit einfachen Mitteln zu gestalten, Raum für Neugier und gegenseitiges Kennenlernen zu schaffen -, ist die Aufgabe, die sich der Gesellschaft als Ganzes stellt.

Was „zusammen leben“ neben der Vereinsidee auszeichnet, sind die Macherinnen und Macher: Sie sind jung, um die 30, spontan, kreativ. Und sie verfolgen ihre Mission aus einem Wir-Gefühl heraus, dem sich Geflüchtete, von denen viele auch zu dieser Altersgruppe gehören, zugehörig fühlen. Kurzum: Im besten Sinne ein gesamtgesellschaftliches Projekt, mit Perspektive und dem Potenzial, unsere Gesellschaft nachhaltig zu verändern.

Bewerben für den Integrationspreis der Stadt Freiburg können sich Gruppen, Firmen, Einzelpersonen, aber auch Schulen und andere Institutionen, die sich beispielhaft gegen Rassismus, für Flüchtlinge oder Migranten und für ein gelungenes Miteinander der Kulturen einsetzen. Mit dem Integrationspreis möchte die Stadt Freiburg das Engagement Ehrenamtlicher würdigen, herausragende Projekte belohnen und auf deren Bedeutung aufmerksam machen.

Der Freiburger Integrationspreis wurde 2017 zum mittlerweile sechsten Mal vergeben. Er wurde 2012 auf Anregung der Stadträtin Dr. Sylvie Nantcha ins Leben gerufen, 2012 hatte sich der Gemeinderat einstimmig dafür ausgesprochen, den Freiburger Integrationspreis dauerhaft zu etablieren. Die Grundidee des Preises ist es, besondere Verdienste und außergewöhnliche Initiativen, Projekte und Aktivitäten im Bereich der Integration und des interkulturellen Zusammenlebens zu würdigen.

Erster Preisträger war 2012 die Initiative „Zeit für Kinder“, bei der sich Ehrenamtliche für Kinder aus dem Flüchtlingswohnheim Hammerschmiedstraße engagieren. 2013 gab es zwei Preisträger, den Verein „Wahlkreis 100 %“, der sich für das Wahlrecht von Migranten einsetzt, und das Projekt „Kick for girls“, das Mädchen für den Sport, insbesondere für Fußball, begeistern möchte. 2014 wurde die Redaktion der interkulturellen „InZeitung“ ausgezeichnet. 2015 Jahr gab es wieder zwei Preisträger, nämlich die „Flüchtlingshilfe Freiburg“, die per Internetauftritt zahlreiche Ehrenamtliche für die aktive Unterstützung von Flüchtlingen zusammenruft, und die Jugend-AG des Bürgervereins Weingarten unter dem Namen „Jugend baut Brücken“. Und im letzten Jahr wurden erstmal gleich drei Projekte ausgezeichnet: der Verein „Stadtpiraten e.V.“, die Initiative „Denk mal…“ und der internationale Frauenabend „Nur für Frauen“.

Musikalisch wurden die Einbürgerungsfeier und Preisverleihung auch in diesem Jahr vom Heim- und Fluchtorchester begleitet. Das 2012 gegründete internationale Orchester unter der Leitung von Ro Kuijpers entstand auf Initiative des Theaters Freiburg. Regelmäßig trifft sich das bunt besetzte Ensemble und studiert eigene, speziell für das Orchester geschriebene Stücke ein, die von Kuijpers selbst oder vom Posaunisten Pascal Beck geschrieben werden, und die mittlerweile auch auf eigenen CDs veröffentlicht wurden.

Das Heim- und Fluchtorchester ist international besetzt: Unter anderem mit Flüchtlingen aus Syrien und Irak, dazu kommen Roma und Studierende aus Freiburg, Zugezogene aus Oberbayern und Afrika und alteingesessene Freiburger Bobbele.

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E-Mail: alexander.sancho-rauschel@stadt.freiburg.de

Veröffentlicht am 18. Dezember 2017

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