Vortragsreihe beginnt

Kurator der Ausstellung deutet Rembrandts Hundertguldenblatt neu

Begleitend zur Ausstellung „Rembrandt. Von der Macht und Ohnmacht des Leibes. 100 Radierungen“ laden das Augustinermuseum und das Kunstgeschichtliche Institut der Universität Freiburg zu einer Vortragsreihe ein. Den Auftakt macht Jürgen Müller, Professor für Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden: Er spricht am Freitag, 10. November, um 18 Uhr im Kollegiengebäude I der Universität, Hörsaal 1010, über das Thema „Der Mantel der Barmherzigkeit. Eine neue Deutung von Rembrandts Radierung ‘Das Hundertguldenblatt‘“. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Kunstgeschichte-Professor Jürgen Müller in der Rembrandtausstellung im Haus der Graphischen Sammlung.
Kunstgeschichte-Professor Jürgen Müller führt durch die Rembrandtausstellung, die derzeit im Haus der Graphischen Sammlung zu sehen ist (Foto: A.J. Schmidt)

Der Referent Jürgen Müller hat die Ausstellung, die noch bis 28. Januar im Haus der Graphischen Sammlung läuft, konzipiert. Im Kurzinterview spricht er über seinen Vortrag:

Warum forschen Sie zu Rembrandt, was interessiert Sie an diesem Künstler?

Wenn ich mich zurückerinnere, so habe ich seit meiner Assistentenzeit immer Seminare zu Rembrandt gegeben. Dabei hat mich der Humor des Künstlers besonders interessiert. Er hat die Fähigkeit, sich über unsere Schwächen und über sich selbst lustig zu machen. Und er ist ein brillanter Analytiker des Menschen.

In Ihrem Vortrag steht das ‚Hundertguldenblatt‘ im Fokus. Welches Detail des Blattes fasziniert Sie am meisten?

Es ist weniger ein Detail als vielmehr Rembrandts Fähigkeit, alles alltäglich erscheinen zu lassen. Er zitiert Motive der italienischen Kunst, ohne dass dies sofort in den Blick gerät. So setzt er sich etwa mit dem großen Klassiker Raffael auseinander, um Möglichkeiten und Fragen der bildenden Kunst auszuloten.

Welche neue Erkenntnis über Rembrandt erwartet die Hörerinnen und Hörer Ihres Vortrags?

Ich werde versuchen, die gesellschaftliche Kritik Rembrandts an den historischen Umständen aufzuzeigen. Vergessen wir nicht, dass im Jahre 1648 und somit zu jener Zeit, als das ‚Hundertguldenblatt‘ entstand, der Dreißigjährige Krieg endete. Dreißig Jahre lang hatten sich Christen gegenseitig umgebracht wie Bestien, wobei jede Seite behauptete, dies geschähe im Namen Christi. Was aber sind das für Christen, die so etwas erlauben und wie geht Rembrandt damit um?

Die weiteren Vorträge der Reihe finden an den Freitagen, 15. Dezember und 19. Januar statt. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf den Seiten der städtischen Museen.

Veröffentlicht am 07.11.2017
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