Eine ewige Freundschaft

Ausstellung „Greiffenegg und Ramberg: Eine Freundschaft in Zeichnungen“

Offizier, Diplomat, Spion, Ehemann und Liebhaber: Der Freiburger Freiherr von Greiffenegg führte ein abenteuerliches Leben. Sein Freund Johann Heinrich Ramberg, Hofkünstler und Karikaturist, hielt Greiffeneggs Lebensfreude und Abenteuerlust in zahlreichen Zeichnungen fest. Die schönsten Blätter zeigt das Haus der Graphischen Sammlung bis Oktober in der Ausstellung „Greiffenegg und Ramberg. Eine Freundschaft in Zeichnungen“.

Der Freiherr von Greiffenegg liegt auf einem Felsen. Ihm wird der Wein ins Gesicht geblasen.
Johann Heinrich Ramberg, Der Freiherr von Greiffenegg auf der sturmumtosten Festung O-soppo (Friaul), 1823, Federzeichnung, Haus der Graphischen Sammlung, Augustinermuseum  (Foto: Axel Killian)

Beeindruckendes und skandalreiches Leben

Hermann Gottlob von Greiffenegg-Wolffurt (1773–1847) diente dem Hause Habsburg und vertrat als Diplomat die Interessen Österreichs gegenüber Frankreich und dem neuen Großherzogtum Baden. Später war er als Kommandant in den italienischen Festungen Osoppo und Ferrara sowie im heute kroatischen Zengg (Senj) im Einsatz. Das Privatleben des Freiburgers war umso skandalträchtiger: Jahrelang lebte er in einer Ménage-à-trois mit seiner späteren Frau und deren Stiefschwester zusammen, was sogar zu einem Duell mit einem Hannoveraner Arzt führte, das für diesen tödlich endete.

Während eines Aufenthalts in Hannover freundete sich Greiffenegg mit dem für seine Zeichenkunst berühmten Hofmaler, Satiriker und Karikaturisten Johann Heinrich Ramberg (1763–1840). Am Hof des Königs Georg III. in London, lernte er wichtige Dichter und Persönlichkeiten seiner Zeit kennen.

Die Ausstellung zeigt intime bis frivole Blätter

Von der Freundschaft zwischen Greiffenegg und Ramberg zeugt ein bedeutendes Konvolut an Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Nachlass Greiffeneggs. Die Ausstellung im Haus der Graphischen Sammlung zeigt daraus intime bis frivole Blätter. Porträts und Szenen
aus der damaligen Zeit veranschaulichen dessen Biografie. Persönliche Gegenstände von Greiffenegg lassen den Freiherrn lebendig werden.

Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung stellt die Verbindung zum gleichnamigen Restaurant am Rande des Schlossbergs her.  Eine gute Gelegenheit den Ausstellungsbesuch nach einem kurzen Spaziergang auf der Aussichtsterrasse des Greiffenegg-Schlösschens ausklingen zu lassen.

„Greiffenegg und Ramberg“: Haus der Graphischen Sammlung, Salzstr. 32, Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr. Eintritt 5, erm. 3 Euro. Unter 18 Jahren und mit Museums- Pass-Musées Eintritt frei. Führungen unter Tel. 0761/201-2501.

Weitere Infos unter www.freiburg.de/museen.

Veröffentlicht am 14.07.2017