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Demografischer Wandel
Ausgangslage
Bevölkerungsrückgang, Alterung, Wanderungen, Veränderungen der Haushaltsstrukturen, Wettbewerb der Regionen sind Stichwörter in der aktuellen Diskussion um den demografischen Wandel und die Herausforderungen die sich daraus ergeben. Die Veränderungen werden sich regional und teilräumlich sehr unterschiedlich auswirken und letztlich alle Aufgabenfelder der kommunalen Daseinsvorsorge betreffen, insbesondere die Bereiche Bildung und Ausbildung, Arbeiten und Wohnen, Jugend und Familie, Zuwanderung und Integration, soziale Sicherung, Gesundheitswesen, Städtebau und Infrastruktur, Verwaltung und Personalwirtschaft sowie Kultur.
Für die Kommunen bedeutet der demografische Wandel einen verstärkten Wettbewerb um Einwohner. Gleichzeitig sind es gerade die Städte, denen ein tiefgreifender Wandel in der Bevölkerungsstruktur bevorsteht und zwar relativ unabhängig davon, ob das Wanderungssaldo der Kommune positiv oder negativ ist. Bevölkerungsentwicklung, Alterung und zunehmende Differenzierung der Lebensformen treffen die einzelnen Städte in sehr unterschiedlichem Maße; Wachstum, Stagnation oder Schrumpfung können bereits heute teilräumlich eng beieinander liegen. Der demografische Wandel betrifft alle Städte und Regionen, wobei die wirtschaftliche Entwicklungsdynamik entscheidend für das Ausmaß der lokalen Ausprägungen sein wird.
Angesichts der weitreichenden Folgen des demografischen Wandels sind gerade die Städte dazu aufgefordert, Handlungsstrategien und konkrete Gestaltungslösungen zur Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge und zur Gestaltung zukunftsfähiger Angebote zu entwickeln. Dabei wird es darauf ankommen, dass kurzfristiger Aktionismus vermieden wird und stattdessen langfristige und strategisch geleitete, integrierte Handlungskonzepte den Umgang mit dem demografischen Wandel bestimmen.
Demografischer Wandel in Freiburg
In der Stadt Freiburg, für die nach der städtischen Bevölkerungsprognose 2009 der Übergang in Stagnation und Bevölkerungsrückgang etwa ab dem Jahr 2015 angenommen wird, geht es vor allem um die Sicherung der Stadt als Wirtschafts- und Arbeitsstandort. Der Bevölkerungsrückgang und die zunehmende Alterung haben vielfältige Auswirkungen auf die Nachfrage nach Konsumgütern und Dienstleistungen ebenso wie auf das Angebot an Arbeitskräften. Gleichzeitig sind die öffentlichen Finanzen ebenfalls in komplexer Weise von der demografischen Entwicklung berührt. Mit der Schließung bestimmter Infrastruktureinrichtungen kann eine Einsparung verbunden sein, zugleich werden ggf. andere Einrichtungen zusätzlich benötigt. Ferner droht auch in Freiburg die Steuerkraft bei rückläufigen Einwohnerzahlen zu sinken. Besonders die inflexible leitungsgebundene technische Infrastruktur kann bei deutlichen Einwohnerrückgängen zu einem Kostenrisiko werden.
Gleichzeitig bietet der demografische Wandel aber auch Chancen für die Stadt, die gegenwärtig noch wenig thematisiert werden, so etwa für den angespannten Freiburger Wohnungsmarkt oder auch generell für einen reduzierten Bedarf an weiteren Siedlungsflächen. Hier bietet sich die Chance zur Stärkung und zukunftsfähigen Weiterentwicklung des Siedlungsbestands. Eine wichtige Grundlage liefert hier der im Jahr 2006 neu aufgestellte Flächennutzungsplan 2020 der Stadt Freiburg, der das Ziel Innenentwicklung vor Außenentwicklung konsequent in einer entsprechenden Bauflächenausweisung abbildet.
In Freiburg sind drei Handlungsfelder bei der Bewältigung des demografischen Wandels von Bedeutung:
- Die Erarbeitung und Aufbereitung wesentlicher Informationsgrundlagen: Kleinräumige und differenzierte Prognosen, insbesondere zur Entwicklung der Bevölkerung und des Arbeitsmarkts sind Voraussetzungen, um stabilisierende Maßnahmen zu bestimmen. Hierzu wird die Einrichtung eines kleinräumigen GIS-gestützten Stadtbeobachtungssystems vorbereitet.
- Ein gesamtstädtisches (und regionales) Leitbild zum demografischen Wandel sowie die Ableitung von Leitzielen und Leitprojekten ist Grundlage, um ressortübergreifend unterschiedliche Handlungsfelder problemorientiert zu bearbeiten. Das Leitbild Demografie muss Teil einer gesamtstädtischen Entwicklungsstrategie sein, alle weiteren Konzepte und Maßnahmen müssen auf ihre Zukunftsfähigkeit hin entsprechend überprüft werden.
- Es sind auf die jeweilige (Stadtteil-)Situation abgestellte, langfristige und strategisch geleitete, integrierte Handlungskonzepte für den offensiven Umgang mit dem demografischen Wandel zu entwickeln. Diese sind entsprechend der Veränderung der Bedarfslage regelmäßig zu evaluieren und fortzuschreiben. Dies betrifft insbesondere die Infrastruktur- und Verkehrsentwicklungsplanung, die Kindergarten- und Schulentwicklung ebenso wie die Stadtteilentwicklungsplanung.





