Eindrucksvolle Zahlen konnten der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) und der Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) vorige Woche präsentieren: Um 51 Prozent sind die Fahrten im Verbundgebiet seit 1999 gestiegen. Rund 100 Millionen Fahrgäste nutzen das Angebot jedes Jahr.
Der Aufwand war enorm: 140 Zählerinnen und Zähler haben zwischen Oktober und Dezember 2008 im gesamten Verbundgebiet 7500 Fahrten ausgewertet und dabei 180 000 Fahrgäste befragt. Sinn der Umfrage war es, die Nachfrage exakt zu ermitteln: Wann und warum fahren wie viele Menschen wohin? Nur so kann schließlich der weitere Ausbau bedarfsgerecht geplant werden.
Zunächst einmal sind die Zahlen eine eindrucksvolle Bestätigung der regionalen Verkehrspolitik. Beispiele gefällig? Seit der letzten Befragung im Jahr 1999 ist die Zahl der Fahrten auf allen Linien um 51 Prozent gestiegen. Aufgeschlüsselt nach Verkehrsarten sind das 25 Prozent beim Regionalbus, 37 Prozent im Stadtverkehr und sagenhafte 150 Prozent auf der regionalen Schiene. Diese Zahlen sind Ausdruck und Ergebnis des Prinzips „Bus als Zubringer zur Schiene“, das sowohl auf dem Land wie auch in der Stadt gilt: Parallele Routen von Bus und Zug oder Stadtbahn wurden systematisch abgebaut.
Insgesamt sind pro Jahr rund 100 Millionen Fahrgäste im Verbundgebiet unterwegs, das sind über 320 000 an einem durchschnittlichen Werktag und 160 Fahrten pro Jahr für jede Person in der Region.
Eine Erfolgsgeschichte sondergleichen ist auch die Regiokarte: Fast 90 Prozent aller Fahrgäste nutzt diesen Immer-überall-hin-Fahrschein, mit dem jede der durchschnittlich 60 bis 70 Fahrten pro Karte nur 70 bis 80 Cent kostet. Die Attraktivität der Karte machen noch zwei weitere Zahlen deutlich: 30 Prozent der Fahrten finden in der Freizeit statt, und am Wochenende sind zusammen genommen genau so viele Menschen unterwegs wie an einem Wochentag.
Neben guten Verbindungen und einem großzügig ausgebauten Angebot sehen die Freiburger Nahverkehrsmacher die Übersichtlichkeit des Tarifsystems als wesentlichen Grund für den Erfolg: Zoneneinteilung, Kurzstrecken- oder spezielle Alterstarife mögen für einzelne Personengruppen wünschenswert sein, machen das Gesamtsystem aber kompliziert und unübersichtlich und damit insbesondere für Neukunden und Seltenfahrer abschreckend.
Und wie geht’s weiter? Allein in Freiburg sind drei zusätzliche Stadtbahnlinien (Verlängerung Zähringen, Neue Messe, Rotteckring) geplant, der weitere Ausbau des Angebots ist also beschlossene Sache. Investiert wird aber nicht nur in die Infrastruktur, sondern auch in Service und Qualität: Handy-Ticket und SMS-Fahrplanauskunft sind hier nur zwei Beispiele dafür, wie der öffentliche Nahverkehr auch in Zukunft ganz nah beim Kunden bleiben will.
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