Großer Auflauf auf der ehemaligen Mülldeponie: Umweltministerin Tanja Gönner, Oberbürgermeister Dieter Salomon, Landrätin Dorothea Störr-Ritter und weitere hochrangige Vertreter aus Stadt, Region und Abfallwirtschaft gaben sich unlängst am Eichelbuck die Ehre, um Dreck zu bewundern. Natürlich nicht irgendeinen Dreck, sondern „TREAmin”, ein aus Müllverbrennungsschlacke hergestellter Baustoff, der zur Deponieabdeckung verwendet wird.
Die Idee ist bestechend und daher zu Recht vom Land mit 400000 Euro gefördert. Aus der Schlacke, die nach der Verbrennung des Hausmülls in der „Thermischen Restabfallbehandlungs- und Energieerzeugungsanlage“ (kurz: TREA), übrigbleibt, stellt die eigens gegründete „Schlackeverwertung Breisgau GmbH“ den Baustoff TREAmin her. Dieser wird noch mit 20 Prozent Ton gemischt und dann in einem Pilotprojekt auf dem Eichelbuck zur Oberflächenversiegelung der 2005 geschlossenen Deponie verwendet.
Durch den Einsatz von TREAmin werden natürliche Ressourcen wie Lehm oder Ton geschont und dadurch Kosten gesenkt. Die technische Eignung als Baustoff wurde seit Anfang 2008 ausführlich wissenschaftlich und praktisch untersucht, so dass jetzt der erste „Feldversuch” möglich wurde. Für Landesministerin Gönner ist dies ein Beispiel für „gelebte Kreislaufwirtschaft.“ Die 400000 Euro Förderung für die Erprobung des Baustoffs ist für sie daher „gut angelegtes Geld“, schließlich soll das Modell Schule machen und auch bei anderen Deponien zur Anwendung kommen. Auch OB Salomon zeigte sich erfreut: „Von dieser technisch hochwertigen und gleichzeitig umweltschonenden Lösung profitieren nicht nur die Gebührenzahler, sondern vor allem auch künftige Generationen.“ Landrätin Störr-Ritter schließlich lobte die „vertrauensvolle Kooperation zwischen Kreis und Stadt“.
Nicht ausgeschlossen ist aber, dass man in einigen Jahren die sorgfältige Abdichtung der Deponie wieder aufbrechen wird. Immerhin schlummern in den Müllbergen auch große Mengen wertvoller Rohstoffe, die noch aus Zeiten stammen, als Mülltrennung und -vermeidung noch nicht auf dem Lehrplan jedes Kindergartens standen. In nicht allzu ferner Zukunft könnte die technische Entwicklung aber so weit fortgeschritten sein, dass man diese Rohstoffe auf wirtschaftliche Weise wiederverwerten kann. In diesem Sinne, so Ministerin Gönner, sind „Müllkippen die Bergwerke der Zukunft“. Glück auf!
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