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Stadt Freiburg würdigt freiwilliges bürgerschaftliches Engagement
Bürgermeister von Kirchbach ehrte beispielgebende Personen und Projekte
Anlässlich des Internationalen Tags des Freiwilligen Engagements 2010 würdigte die Stadt Freiburg gemeinsam mit der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) die Leistungen von ehrenamtlich und freiwillig tätigen Bürgerinnen und Bürgern. Als stellvertretend und beispielgebend aus der Mitte des Engagements ehrte Bürgermeister Ulrich von Kirchbach fünf Personen und drei Projekte bürgerschaftlichen Engagements. „Das bürgerschaftliche Engagement ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Auf diese Weise entstehen aktive Gemeinschaften, die das soziale Miteinander stabilisieren und die Entwicklungspotenziale unserer Stadt stärken. Statistiken belegen, dass in Freiburg jeder Dritte im Alter von über 14 Jahren in Vereinen, Initiativen oder in kulturellen, schulischen, sozialen und sportlichen Einrichtungen aktiv ist“, so von Kirchbach.
Der Stadt Freiburg ist es ein zentrales Anliegen, den vielen Engagierten in allen gesellschaftlichen Bereichen für ihren Einsatz zu danken. Hierzu zählt auch die Bereitschaft vieler lokaler und regionaler Unternehmen und Einrichtungen, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen und bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Stellvertretend für die Gesamtheit der Engagierten würdigt Ulrich von Kirchbach vier beispielgebende Personen und drei Projekte. Zusätzlich erhält Waltraud Söhngen-Keller die Landesauszeichnung zur kommunalen Bürgeraktion 2010.
Aus den 26 eingereichten Personen- und 19 Projektvorschlägen für die städtische Ehrung traf die Jury folgende Auswahl:
Caroline Zapp engagiert sich seit 1983 als „Sekretärin des Nikolaus“. Die heute 84-Jährige beantwortet seit 27 Jahren in der Zeit von November bis Ende Dezember zwischen 50 und 100 an den Nikolaus in Opfingen-St.Nikolaus adressierte Kinderbriefe. In den Briefen gibt sie auf Wunsch Tipps für Geschenkvorschläge und reagiert auf Sorgen und Probleme der Kinder.
Margret Mühlbradt hat das an Sonn- und Feiertagen zwischen 8 und 11 Uhr servierte Obdachlosenfrühstück im Essenstreff Dreikönigshaus nicht nur ins Leben gerufen, sondern organisiert und leitet es seit über einem Jahr regelmäßig. Seit Mai 2009 wirbt sie dafür sowohl Lebensmittel- als auch Geldspenden ein. Über das Frühstück hinaus, bietet sie den Obdachlosen die Möglichkeit, sich zu duschen und Gespräche in einer angenehmen Atmosphäre zu führen.
Leonie Thomae ist Initiatorin der 1999 gegründeten Inkontinenz-Selbsthilfegruppe Freiburg. In den von ihr organisierten Treffen kommen regelmäßig zwischen 15 und 25 männliche und weibliche Betroffene im Alter ab sechzig Jahren zu einem offenen Erfahrungsaustausch zusammen. Zu dem ständig erweiterten Angebot zählen telefonische Einzelberatung und die Schulung von Betroffenen und Pflegekräften. Darüber hinaus pflegt Thomae den Austausch mit Ärzten, Physiotherapeuten sowie Sanitätsfachgeschäften mit dem Ziel, ein starkes Netzwerk zu schaffen und zu fördern.
Satis Shroff, ehrenamtlicher Dolmetscher des Amtsgerichtes Freiburg, wird für 20-jähriges Engagement für Flüchtlinge und Migranten geehrt. Seit seiner Einwanderung 1975 dolmetscht er in Freiburger Flüchtlingsheimen sowie für das Sozial- und Jugendamt. In den 1990er Jahren unterstützte er durch Hausaufgabenbetreuung Flüchtlingskinder und deren Familien aus dem Kosovo. Derzeit hilft Shroff nepalesischen, indischen und pakistanischen Asylbewerbern.
Der MOFA – Mobile Freiburger Altenservice hilft und berät seit 1992 getreu dem Motto „Senioren helfen Senioren“ meist einsame und hilfesuchende Altergenossen. Aktuell zählt der Verein fünfzig aktive und fördernde Mitglieder. Beispielsweise setzte sich das Team 2009 insgesamt rund 4000 Stunden ein, und half damit rund 80 Stunden pro Woche. Von Reparaturen im Haushalt über Erledigung von Schriftverkehr und Begleitdienste bis zu Präsenz mit Vorlesen und Gesprächen reicht die Palette der Dienste.
Das 15-köpfige Team der Öffentlichen Bücherei Freiburg-Hochdorf, 14 Frauen und ein Mann, verwaltet seit 1992 die Einrichtung, öffnet sie an drei Tagen in der Woche und organisiert zusätzlich kulturelle Veranstaltungen. Seit 18 Jahren bieten sie damit der Bürgerschaft die Möglichkeit der Ausleihe von Büchern und fördern die Medienarbeit mit Kindergarten- und Schulkindern des Stadtteils. So finden Balladenabende, Aktionstage sowie eine Gruselnacht für Kinder statt oder Buchvorstellungen im Rahmen von Seniorennachmittagen.
Der Verein Champions-Boxing Freiburg wurde vor anderthalb Jahren von den Studenten Peter Klaes und Paul Ens als Jugendsozialprojekt ins Leben gerufen. Mittlerweile besteht das Team aus fünf festen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Zielgruppe sind männliche Jugendliche und Heranwachsende mit Migrationshintergrund, die zumeist außerhalb der Familie Hilfe benötigen. In dem Verein haben die 13- bis 18-Jährigen die Möglichkeit, über eine Kombination aus Sport und außerschulischen Aktivitäten Selbstdisziplin, Teamgeist und Respekt, aber auch Erfolgserlebnisse zu erfahren.
Außerdem übereichte Bürgermeister von Kirchbach Waltraud Söhngen-Keller die Landesurkunde zur Auszeichnung zur kommunalen Bürgeraktion 2010. Söhngen-Keller hat die Freiburger Pflegebegleiter-Initiative zur Unterstützung und Begleitung pflegender Angehöriger im Vor- und Umfeld der häuslichen Pflege gegründet. Ziel der Initiative ist es, Angehörigen in der oft schwierigen Pflegesituation Freiräume zu verschaffen und sie im Alltag zu entlasten. Angestrebt wird ein kommunales Netzwerk zur Verbesserung der Pflegekultur.





