Museum für Neue Kunst
Klassische Moderne
Expressionismus
Das Motiv „Straße mit Kirche in Kandern“ bietet sich heute noch ähnlich dar wie 1911, als August Macke das Bild malte. Der Mitbegründer des „Blauen Reiter“ war oft Gast in Kandern, wo seine Schwester lebte. In seinem Malstil lösen sich Farbe und Form von der Realität und überbringen die Empfindung des Malers. Die Architektur des Dorfes wird zum Gefüge farbiger Flächen und Ornamente. Damit ist das Bild ebenso typisch für den Expressionismus wie das Gemälde „An der Förde“ des „Brücke“-Mitglieds Erich Heckel. Mensch und Landschaft verschmelzen hier in erdigen Tönen. Die Holzskulptur „Adam und Eva“ und das Bild „Raskolnikow“ von Hermann Scherer sind Beispiele des Schweizer Expressionismus.
Neue Sachlichkeit
Klare Linien umreißen die fast fotografisch genau gemalten Gegenstände im Stilleben „Grammophon“ des 1904 in Freiburg geborenen Rudolf Dischinger. Mit seiner nüchtern-realistischen Wiedergabe der Wirklichkeit ist das Bild von 1930 ein typisches Beispiel der Neuen Sachlichkeit – ein Begriff, der erstmals 1925 als Titel einer Ausstellung in der Mannheimer Kunsthalle verwendet wurde. Auch Alexander Kanoldt widmet sich penibel wiedergegebenen Objekten, während Otto Dix, Hanna Nagel, Karl Hubbuch, Wilhelm Schnarrenberger und Georg Scholz die Darstellung des Menschen zu ihrem bevorzugten Sujet machten. Parallel zur Neuen Sachlichkeit entwickelte sich eine noch dem Expressionismus verpflichtete Form der figurativen Malerei. Von ihrem Hauptvertreter Carl Hofer (1978 – 1955) besitzt das Museum eine umfangreiche Sammlung.
Badische Secession
Die Bronzefigur „Knabe mit Hut“ des 1878 in Ühlingen im Schwarzwald geborenen Karl Albiker strahlt eine starke räumliche Spannung aus. Der Künstler hat die Haltung bis an die Grenze des Gleichgewichts getrieben. Albiker, von 1919 bis 1948 Professor für Bildhauerei an der Dresdner Akademie der Bildenden Künste, war 1927 Mitbegründer der Badischen Secession . Deren Mitglieder verband weniger ein künstlerisches Programm als ihr Bezug zu Baden als Kulturlandschaft. Zu ihr gehörten vor allem Professoren und ehemalige Studierende der Karlsruher Akademie, wie Emil Bizer, Rudolf Großmann, Carl Hofer oder Alexander Kanoldt. Im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung wurde die Badische Sezession 1936 aufgelöst.


