Seit dem vergangenen Wochenende weilt Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon für acht Tage in Kanada und nimmt in Edmonton (Hauptstadt der Provinz Alberta) von Sonntag bis Donnerstag (14. bis 18. Juni) an dem Weltkongress des Städtebündnisses ICLEI „Local Governments for Sustainability“ teil. Dieter Salomon ist als einziger deutscher Vertreter Mitglied des World Executive Committee von ICLEI. Bei dem letzten ICLEI-Weltkongress 2006 in Kapstadt war Salomon zum Nachfolger der früheren Heidelberger Oberbürgermeisterin Beate Weber in das 21köpfige Gremium gewählt worden. Das World Executive Committee – vergleichbar einem weltweiten Vorstand – ist neben den im dreijährigen Turnus stattfindenden Mitgliederversammlungen das höchste beschlussfassende Gremium des weltweiten Städtenetzwerks. Präsident von ICLEI David Cadman, stellvertretender Bürgermeister der kanadischen Stadt Vancouver. Weitere europäische Mitglieder sind unter anderem die Bürgermeister von Ancona/Italien und Barcelona, die Umweltdezernenten von Kolding in Dänemark und Bourgas in Bulgarien.
ICLEI – die Abkürzung steht für den ursprünglichen Namen „International Council of Local Environmental Initiatives“ - ist ein international tätiger Zusammenschluss von über 1000 Kommunen sowie lokalen, regionalen und nationalen Umweltorganisationen, die vor allem dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet sind. Beratung, internationaler Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen und Förderung von lokalen Umweltgruppen- und Initiativen sowie Umsetzung der „Agenda 21“ stehen im Vordergrund des Aufgabenspektrums. Aktuell (und als Schwerpunktthema der Konferenz von Edmonton) ist ICLEI vor allem in der Vorbereitung der Weltklimakonferenz Ende 2009 in Kopenhagen engagiert, die die Klimaschutzbeschlüsse von Kyoto aus den 90er Jahren aktualisieren und fortschreiben wird.
Die 1990 gegründete Organisation hat seit der letzten Weltkonferenz vor drei Jahren die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt und repräsentiert über die Mitgliedskommunen weltweit in 46 Nationen rund 400 Millionen Menschen. Das Generalsekretariat von ICLEI ist bisher noch im kanadischen Toronto zu Hause; nach einem Beschluss des World Executive Comitttee wird der Sitz ab 2010 nach Bonn verlegt.
Freiburg ist mehrfach mit ICLEI verbunden: Kurz nach der Gründung des kommunalen Netzwerks wurde Anfang der 90er Jahre in Freiburg das Europa-Sekretariat eingerichtet, dem inzwischen ein Schulungszentrum für Umweltpolitik angegliedert ist. Die Freiburger ICLEI-Geschäftsstelle beschäftigt einschließlich des Schulungszentrums insgesamt fast 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Überdies steht an der Spitze von ICLEI ein Freiburger: Konrad Otto-Zimmermann war ursprünglich stellvertretender Leiter des städtischen Umweltschutzamtes, übernahm dann die Leitung des Europasekretariats und wurde vor einigen Jahren als Generalsekretär nach Toronto berufen.
Die Stadt Freiburg arbeitet bei wichtigen umweltpolitischen Vorhaben eng mit den ICLEI-Fachleuten zusammen; unter anderem wird die Freiburger Konferenz „Local Renewables“ von ICLEI fachlich vorbereitet und organisiert.
Nach Abschluss der ICLEI-Konferenz reist Oberbürgermeister Dieter Salomon von Edmonton nach Toronto und referiert dort vor der Fakultät für Umweltstudien der York-University. Salomon ist dazu vom Präsidenten der kanadischen Allianz für erneuerbare Energien, Professor José Etcheverry, eingeladen worden, der im vergangenen Jahr zusammen mit dem Umwelt- und Energieminister der Provinz Ontario, George Smitherman, Freiburg besucht und sich im Stadtteil Vauban über die praktische Anwendung des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) informiert hatte. Im Gespräch mit OB Salomon hatte Minister Smitherman damals angekündigt, für die Provinz Ontario ein vergleichbares Modell einführen zu wollen, das jetzt mit dem „Ontacio’s Green Energy Act“ verabschiedet worden ist. Die mit rund 12 Millionen Einwohnern größte kanadische Provinz will damit den Anteil regenerativer Energien deutlich steigern und erwartet damit neben einer Senkung der CO2-Emissionen auch erhebliche wirtschaftliche Impulse.
Der Besuch von Minister Smitherman war auch Anlass für die letzte Station von Salomons Reise: Ebenfalls in Toronto spricht der Freiburger Oberbürgermeister am Freitag abend (19. Juni) vor dem Columbia-Institute in einem Workshop für Bürgermeister und kommunale Praktiker über das vom Gemeinderat beschlossene Klimaschutzkonzept und die Instrumente zur Senkung der CO2-Emissionen in der Energiewirtschaft und kommunalen Verkehrspolitik. Das in Toronto und Vancouver ansässige Institut berät kanadische Städte und Gemeinden.
OB Dieter Salomon wird am kommenden Wochenende wieder nach Freiburg zurückkehren.

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