Museum für Stadtgeschichte
Ehemalige Wohn- und Arbeitsräume Johann Christian Wentzingers
Mittelpunkt der Stadt: Das Münster
Im ehemaligen Salon zieht ein großes Modell des Freiburger Münsters die Blicke auf sich. Detailliert zeigt es den mittelalterlichen Baubetrieb und die romanischen Ostteile, wie sie vor dem Bau des neuen Chores im 14. Jahrhundert aussahen. Ein Blick durch das Balkonfenster erlaubt den Vergleich mit dem Original. Unter den Exponaten des Raums findet sich ein Tonmodell Wentzingers für das Grabmal des Generals von Rodt am Choreingang der einstigen Pfarr- und Stiftskirche. An den Wänden des Salons blieben Reste der aufwändigen Wandgestaltung erhalten: Gemalte Ornamente und Blumen auf einer kostbaren Marmorimitation.
Der 30jährige Krieg und die Folgen
In Wentzingers ehemaligem Wohnzimmer sind Objekte aus den kriegerischen Zeiten des 17. und 18. Jahrhunderts ausgestellt, in denen Freiburg unter dem Konflikt zwischen Frankreich und Österreich zu leiden hatte. Kostbare Medaillen erinnern an wichtige Ereignisse. Der auf Pergament gemalte Festungsplan vermittelt ein detailreiches Bild der Stadt und ihrer Bauten im frühen 18. Jahrhundert. Dokumente belegen die Einschränkungen, denen die Zivilbevölkerung in der Festung unterworfen waren. In diesen Raum lohnt der Blick auf den Boden und an die Decke: Das Parkett und Reste der Deckenmalerei stammen aus der Wentzingerzeit.
Freiburgs Klöster und Stiftungen
Im Nordostraum bietet ein Plan eine Übersicht über die einst in Freiburg ansässigen Klöster. Ausführlich präsentiert wird das bedeutende Dominikanerinnenkloster Adelhausen. Aus der großen Latrine des Augustiner-Eremitenklosters stammen hölzerne Essgeschirre und Gebrauchsgegenstände, darunter eine der wenigen aus dem Mittelalter erhaltenen Lesebrillen. Einen Einblick in das Leben der Studenten der 1456 gegründeten Universität gibt das Statutenbuch des Collegium Sapientiae. Andere Exponate zeigen die Geschichte des Heiliggeistspitals und der Freiburger Wallfahrten am Beispiel von Sankt Ottilien.
Wirtschaftsgeschichte
Im Südostraum finden sich Exponate zur Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Urkunden, Zunftzeichen und -truhen dokumentieren das reiche Zunftleben. Die barocke Reliquienbüste des Bäckerheiligen Lucillus wird noch heute bei der Fronleichnamsprozession mitgeführt. Eine Vitrine gibt Einblick in das Freiburger Münzwesen. Durch den Silberbergbau reich geworden, prägten die Stadtherren, später die Stadt selbst, , bis ins 18. Jahrhundert eigenes Geld. Der schon zur Zeit der Zähringer geprägte Freiburger Rappenpfennig war die Leitwährung des „Rappenmünzbundes“, der große Gebiete des Oberrheins umfasste.


