

INFORMATION
Esfahan Municipality
International Affairs Division
Esfahan, Iran
Tel. +98-311-2225903
Fax +98-311-2203688
esfahanmunicipality@yahoo.com
www.iadim.isfahan.ir
Freundeskreis
Freiburg-Isfahan e.V.
Postfach 190149
79061 Freiburg
mail@freiburg-isfahan.de
www.freiburg-isfahan.de
Tourist information office
Next to Ali Qapu Palace
Imam Square
Esfahan, Iran
Die Stadt Freiburg und Ihre Partner in der Welt
Isfahan
Städtepartnerschaft mit Einschränkungen
Die seit zehn Jahren bestehende Verbindung zu der iranischen Metropole Isfahan ruht derzeit, ein offizieller Austausch findet seit 2005 nicht mehr statt.
Bereits mit der Wahl von Präsident Ahmadinedschad 2005 wurden die Beziehungen auf internationaler Ebene zum Iran zunehmend belastet, was auch Auswirkungen auf die Städtepartnerschaft mit sich brachte.
Die Forderung Ahmedinedschads im Jahr 2005 nach Auslöschung Israels von der Landkarte sorgte weltweit für Empörung. Eine zu diesem Zeitpunkt geplante Reise des Gemeinderates unter Leitung des Oberbürgermeisters wurde als Ausdruck des Protestes gegen diese Haltung kurzfristig abgesagt. Seitdem gibt es keine offiziellen städtischen Delegationsbesuche mehr.
Die Kontakte im bürgerschaftlichen, kulturellen, universitären und sportlichen Bereich blieben davon jedoch unberührt. Den Kontakt zur Bevölkerung aufrecht zu erhalten, steht daher momentan im Mittelpunkt der Städtepartnerschaft zwischen Freiburg und Isfahan. Diese Haltung bestätigte sowohl der Freiburger Gemeinderat in einer allgemeinen Diskussion zum Thema am 30. November 2010 als auch das Auswärtige Amt, das von der Stadt Freiburg im Vorfeld der Debatte im Gemeinderat dazu angefragt wurde.
Die Stadt Isfahan ist Freiburgs neunte und mit 2 Mio. Einwohnern auch größte Partnerstadt. Die Verbindung zwischen Freiburg und Isfahan ist die erste Partnerschaft zwischen einer deutschen und einer iranischen Stadt.
Die Schönheit der Stadt wurde im Persischen zu einem Sprichwort: Esfahan nesf-e dschahan – Isfahan, die Hälfte der Welt.
Geschichte
Schon im 9. Jh. war Isfahan ein Handelszentrum für Seide und Baumwollstoffe geworden. Unter den Seldschuken im 12. Jh. erlebte die Stadt eine erste Blütezeit. Im 14. Jh. litt Isfahan unter den Eroberungsfeldzügen der Timuriden und fiel unter die Herrschaft der Mongolen.
Eine erneute Blütezeit erlebte Isfahan unter dem Safawidenschah Abbas I. (1587-1629), der Isfahan 1598 zur persischen Hauptstadt machte. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich Isfahan zu einer der schönsten Hauptstädte der Welt. Schah Abbas I. ließ zahlreiche Baumeister, Handwerker und Künstler, darunter ca. 5000 armenische Christen aus Aserbaidschan kommen. Die Armenier bauten zahlreiche architektonisch bedeutsame Kirchen, die auch heute noch im Djolfa-Viertel von Isfahan erhalten sind. Schah Abbas I. gelang es, Isfahan als ein Zentrum der Kunst, des Handwerks, der Wissenschaft und des Handels zu etablieren. Dank der gut erhaltenen Moscheen, Paläste, Kirchen und Brücken zählt Isfahan zu den schönsten Städten des Orients und wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.
Kultur
Der Lebensstandard und das kulturelle Angebot Isfahans liegen weit über dem Landesdurchschnitt. Zahlreiche Museen, Büchereien, Theater und Kinos bieten den Einwohnern und Besuchern Isfahans ein breitgefächertes Programm.
Wirtschaft und Tourismus
Isfahan gehört zu den wichtigsten Industriestandorten im Iran. Es liegt mitten in der Steppe an dem Fluß Zayandeh-Rud, dem auch die Vielfalt im Obst- und Gemüseanbau rund um die Stadt zu verdanken ist.
Das moderne Wirtschaftsleben der Stadt wird von der Textilindustrie, der Petrochemie, der Maschinenbauindustrie sowie einem großem Stahlwerk dominiert.
Die Baudenkmäler aus der safawidischen und kadscharischen Zeit machen Isfahan zu einem der wichtigsten touristischen Ziele im Iran, das jährlich von einigen Millionen Menschen besucht wird.
Der Bazar am Imam Square ist bis heute das Zentrum des urbanen Lebens und Handels. Dort ist das traditionelle Handwerk mit der Herstellung von Teppichen, hölzernen Intarsien- und Einlegearbeiten, Miniaturmalereien, Kupferschmiedearbeiten und Baumwolltüchern - von Hand mit Holzstempeln nach traditionellen Mustern bedruckt - zu Hause.
Eine im ganzen Iran geschätzte Süßigkeit namens Gaz wird aus dem Saft des gleichnamigen Gaz-Baumes gewonnen. Gaz ist eine weiße Masse, die mit Pistazien oder auch mit Mandeln vermischt wird und im Iran ähnlich beliebt ist, wie in Deutschland das Lübecker Marzipan.
Isfahan verfügt über zahlreiche Parkanlagen und Grünflächen, die mittels eines besonderen Systems - ähnlich der Bächle in Freiburg - bewässert werden.
Wissenschaft
Die erste medizinische Hochschule der Welt, mit angeschlossenem Krankenhaus, wurde bereits zur Zeit der Safawidenschahs gegründet. 1950 wurde die Universität von Isfahan gegründet. Sie ist eine staatliche Einrichtung und bietet ein breites Spektrum von Fächern der Natur- und Geisteswissenschaften an. Weitere staatliche Einrichtungen sind die Medizinische Universität, die Technische Universität und eine Kunstakademie. Die Aufnahmeprüfungen für diese Einrichtungen sind sehr anspruchsvoll. Wer diese nicht schafft, kann sich an der privaten Islamic Open University bewerben, deren Studiengebühren jedoch sehr hoch sind. An allen Einrichtungen zusammen sind knapp 92.000 Studenten eingeschrieben, davon sind über 50 % Frauen.





