Bürgerbeteiligungsprozess

Stühlinger

Der Umzug der Verwaltung in den Stühlinger bringt einige Veränderungen mit sich, die unter den Stichworten Wirtschaft, Verkehr, Wohnen und Städtebau zusammengefasst werden können. Bei einer Auftaktveranstaltung zur Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner des Stühlingers am 27. September 2011 erklärten OB Dieter Salomon und Baubürgermeister Martin Haag die Pläne für einen Rathausneubau und riefen zum aktiven Engagement der Bürgerschaft an der Erarbeitung der Stadtteilleitlinien für den Stühlinger auf.

Stadtteilleitlinien Stühlinger

Die "Stadtteillinien Stühlinger" (STELL), die Anfang 2013 fertig gestellt sein sollen, werden ein Planungsdokument sein, das die erwünschte städtebauliche Entwicklung des Stadtteils in den kommenden 10 bis 15 Jahren skizzieren wird. Die Erarbeitung des STELL wurde aufgrund der Diskussionen um den  Verwaltungsneubau (Verwaltungskonzentration) am Technischen Rathaus vorgezogen. Das daraus  resultierende Positionspapier der Bürgerbeteiligung Stühlinger (3,526 MB) wird in die Stadtteilentwicklungslinien mit einfließen.

Die Stadt Freiburg hat daher die Bevölkerung früh in den ergebnisoffenen Prozess eingebunden. Die Bürgerbeteiligung organisierte die Koordinationsgruppe Stadtteilleitlinien Stühlinger (KOSS) , die aus  Mitgliedern des Bürgervereins Stühlinger und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren des Stadtteils besteht. Startschuss dazu war die Auftaktveranstaltung am 27. September 2011 im Rahmen der Bürgerbeteiligung Verwaltungskonzentration.

Die vorgezogene Beteiligung zur Verwaltungskonzentration war in 2 Schritte unterteilt:

Im ersten Schritt wurden vier Szenarien der Verwaltungskonzentration in Arbeitsgruppen diskutiert. Dabei wurde erörtert , wie ein Verwaltungsneubau gestaltet werden sollte, damit Entwicklungsmöglichkeiten für den Stühlinger im Sinne der Bürgerschaft genutzt werden.

Vier Arbeitsgruppen diskutierten unter Anleitung ehrenamtlicher Moderatorinnen und Moderatoren über
unterschiedliche Nutzungsszenarien:

  • AG Szenario I Reine Verwaltung
  • AG Szenario II Verwaltung, Kultur, Begegnung
  • AG Szenario III Verwaltung, Handel, Gastronomie
  • AG Szenario IV Verwaltung, Wohnen

Die Ergebnisse daraus wurden zusammen mit den  Stadtentwicklungsstudien eines Planungsbüros dem Gemeinderat als Entscheidungsgrundlage vorgelegt.


Im zweiten Schritt rückt dann die allgemeine städtebauliche Entwicklung der nächsten 10-15 Jahre in den Fokus. Die Bürgerschaft diskutiert allgemeine Themen wie Wohnen, Freiraum,  Nahversorgung, Verkehr im Stadtteil und erarbeitete konstruktive Anregungen. Diese Anregungen werden gemeinsam mit einem strategischen Planungskonzept eines externen Planungsbüros in Abstimmung mit der Stadtverwaltung zu den "Stadtteilleitlinien Stühlinger" zusammengefass, an denen künftige Entscheidungen für den Stadtteil orientiert werden soll.

Die Koordinationsgruppe führt als nächsten Schritt im Rahmen des STELL am 16. und 17. November eine  Zukunftswerkstatt Stühlinger durch.


Ergebnis Bürgerbeteiligung Stühlinger

Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sind in den Auslobungstext für den Architektenwettbewerb eingeflossen.

Häufigste Forderung im Zuge eines Verwaltungsneubaus ist ein Bürgertreff/ Stadtteilzentrum. Die größte Sorge bereiten verkehrliche Auswirkungen, da von einem Anstieg des Verkehrs ausgegangen wird. Der Erhalt von  Grünflächen wird gewünscht, und im Sinne eines flächensparenden Vorgehens wird ein hoch gebautes Gebäude vorgeschlagen.


Innenstadt

Auch für die Innenstadt werden Stadtteillinien erstellt, die die städtebauliche Entwicklung des Stadtteils für die kommenden 10-15 Jahren skizzieren. Hintergrund dafür ist der laufende Funktions- und Strukturwandel in der Innenstadt. Projekte wie das Quartier Unterlinden, die Ausweitung der Innenstadt nach Westen durch den neuen Rotteckring oder der mögliche Wegzug eines größeren Teils der Stadtverwaltung aus der Innenstadt dokumentieren diesen Wandel.
Hierzu haben sich verschiedene Gruppen (Anwohnerschaft, Gastronomie & Einzelhandel, Wirtschaftsförderung, Universität, etc...) mit den Chancen und Herausforderungen auseinandergesetzt, die für die nächsten Jahre zu erwarten sind. Auch hierbei war der Ausgangspunkt die Verwaltungskonzentration, die den Wegzug von  Verwaltungseinheiten aus der Innenstadt bedeuten.
Die Ideen der Bürgerbeteiligung sind ebenfalls in die Grundsatzentscheidung im Mai 2012 für die Verwaltungskonzentration eingeflossen und werden auch Teil des Plandokuments "Stadtteilleitlinien Innenstadt" sein.
Die Akteursgruppen waren zunächst zu einer Auftaktveranstaltung am 6. Oktober 2011 eingeladen worden. Die inhaltliche Arbeit mit Vertreterinnen und Vertreter aller Gruppen fand im Rahmen einer "Zukunftswerkstatt" am 10. und 11. Februar 2012 statt.


Themenschwerpunkte der Stadtteilleitlinien

  • Entwicklungspotenzial der bisherigen Verwaltungsstandorte z.B. für Wohnen, Einzelhandel, Kultur oder Gastronomie
  • Verkehrliche Auswirkungen der Verlagerungen
  • Auswirkungen für Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungen (Kaufkraftverlagerungen) 
  • Auswirkungen/ Entwicklungspotenziale für städtebauliche Strukturen (Geschäftslagen)
  • Freiraumvernetzung und –qualitäten
  • Wohnen in der Innenstadt
  • Entwicklung des Einzelhandels
  • Städtebau(Eingangssituationen, Achsen etc.)

Ergebnis der Bürgerbeteiligung Innenstadt

Einige Bürger/innen befürchten durch Wegfall publikumsintensiver Dienststellen Nachteile für die Attraktivität und Kaufkraft der Innenstadt. Der neue Standort eines zentralen Rathauses an der Fehrenbachallee wird weniger  günstig beurteilt als die fußläufige Erreichbarkeit städtischer Ämter zum jetzigen Zeitpunkt.


Video: Stadtplaner Ingo Breuker stellt die Grundüberlegungen zu den Stadtteilleitlinien Innenstadt vor
(Auftaktveranstaltung zur Verwaltungskonzentration am 06.10.2011)


Impressionen und Ergebnisse der Zukunftswerkstatt Innenstadt vom 10. und 11. Februar 2012