Kommunales Handlungsprogramm Wohnen in Freiburg
Das Handlungsprogramm Wohnen ist Grundlage für die wohnungspolitische Ausrichtung der Stadt Freiburg für die kommenden Jahre. Im Handlungsprogramm Wohnen werden Maßnahmen und Strategien gebündelt, die eine quantitative und qualitative Wohnraumversorgung und damit die Zukunftsfähigkeit Freiburgs sicherstellen.
Ausgangslage
Am 18.10.2011 wurde durch den Gemeinderat fraktionsübergreifend der Antrag für ein „Kommunales Handlungsprogramm für mehr Wohnungsbau für alle Menschen und für sozial gemischte Stadtteile in Freiburg“ gestellt. Gemäß dem Antrag ist das Wohnen in Freiburg zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten, indem ein ausreichendes und bezahlbares sowie den unterschiedlichen Bedürfnissen von Menschen entsprechendes Wohnangebot geschaffen wird. Dabei soll auf eine soziale Durchmischung in den einzelnen Stadtteilen geachtet werden.
Der Gemeinderat hat am 24. April 2012 die beiden dazu eingereichten Drucksachen zur Kenntnis genommen und den Dialogprozess mit dem Ziel einer wohnungspolitischen Gesamtstrategie für Freiburg für das nächste Jahrzehnt eröffnet.
Konzept und Ziel
Ausreichenden, bedarfsgerechten und preiswerten Wohnraum in Freiburg zu schaffen, insbesondere bezahlbaren Wohnraum auch zu erhalten, ist als Teil der Daseinsvorsorge eine der Kernaufgaben der Stadtentwicklung. Das Angebot soll dabei ausgewogen auf alle Segmente und Nachfragegruppen verteilt sein. Besonderes Augenmerk ist daher dem für die Haushalte mit geringen oder mittleren Einkommen (Freiburger „Normalverdiener“) erschwinglichem Segment im Mietwohnungsmarkt zu schenken, in dem die Verknappung und Verteuerung von Wohnraum in Freiburg am spürbarsten ist. Im Jahr 2012 sollen die Grundlagen, Prognosen und die kommunalen Steuerungsmöglichkeiten wie auch deren Grenzen im Kontext der übrigen Einflussfaktoren aufgezeigt und diskutiert werden. Im Ergebnis sollen Vorschläge zum integrierten und zielgerichteten Einsatz verschiedener Instrumente zur besseren Wohnraumversorgung breiter Bevölkerungsschichten vorgelegt werden.
Erster Bearbeitungsschritt: Mögliche Strategien und Instrumente
Die Verwaltung schlägt nach der in der Drucksache G-12/040 vorgenommenen ersten Prüfung einen Instrumentenmix vor, der zum Einen neuen Wohnraum generieren und den Wohnungsmarkt als Ganzes entspannen, und zum Anderen unerwünschte Effekte mildern soll. Dabei sollen diejenigen Instrumente im Fokus stehen, die den Bestand erweitern. Im Mittelpunkt steht nach Auffassung der Verwaltung der Neubau von Wohnraum für alle Nachfragegruppen sowie die nachfragegerechte und sozialverträgliche Modernisierung des Wohnungsbestands.
Mit der öffentlichen Veranstaltung am 13. Mai wurde die Beteiligung zum Kommunalen Handlungsprogramm Wohnen vorerst abgeschlossen. Neben öffentlichen Veranstaltungen mit der Freiburger Bürgerschaft beinhaltete dieser Bearbeitungsprozess Workshops mit den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, Gespräche mit den sozialen Trägern, mit den Naturschutzverbänden sowie den Freiburger Wohnungsgenossenschaften.
Die Dokumentation der Veranstaltungen und weitere Informationen werden in Kürze hier eingestellt.
Im Vorgriff auf den künftigen Flächennutzungsplan FNP 2035 soll zur Deckung des Bedarfs an urbanem Geschosswohnungsbau eine Bauflächenentwicklung im Umfang von mindestens 5.000 Wohneinheiten vorbereitet werden. Mit der Entwicklung eines neuen großen Baugebietes besteht die Chance, der anhaltend hohen Nachfrage gerecht zu werden, einem weiteren Preisanstieg auf dem Miet- und Grundstücksmarkt entgegenzuwirken, neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und Freiburg als Wohnstandort attraktiv zu halten. Überdies besteht durch die Ausweisung einer neuen großen Siedlungsfläche auch die Möglichkeit, auf Teilflächen einen Beitrag zur Deckung des spätestens ab 2020 eintretenden Gewerbeflächenbedarfs zu leisten.
Der Wohnungsmarkt funktioniert grundsätzlich als ein System von Angebot und Nachfrage von Wohnungen. In Freiburg bestimmt derzeit eine das Angebot überschreitende Nachfrage den Markt: Ein knappes Angebot führt bei steigender Nachfrage zu steigenden Preisen. Nach dem neuen Mietspiegel 2013 sind die Mieten innerhalb der letzten zwei Jahre durchschnittlich um 3,3 Prozent gestiegen.
Freiburg ist als Wohn- und Lebensstandort weiterhin sehr attraktiv. Unter anderem die hohe Lebensqualität in Stadt und Region, die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt der letzten Jahre sowie die zahlreichen Hochschul- und Forschungseinrichtungen sind wichtige Standortfaktoren. Die Bevölkerung der Region Freiburg wächst daher kontinuierlich, vor allem durch Zuwanderung von außen.





