Demenz und Psyche

Nicht nur der Körper, auch die Seele verändert sich mit dem Älterwerden. Ältere Menschen werden häufiger mit Verlusten und Grenzsituationen konfrontiert und die Bewältigung dieser Situationen ist sehr unterschiedlich. Ob Verhaltens-, Stimmungs- oder Wesensveränderungen ein Ausdruck vorübergehender seelischer Krisen oder Trauer sind, organische Ursachen haben oder Anzeichen psychischer oder neurologischer Erkrankungen sind, ist meist nicht leicht zu erkennen.

Neben Demenz­erkrankungen sind depressive Störungen gleich häufig verbreitet. Ängste, Wahrnehmungs­störungen und wahnhafte Symptome, Abhängigkeits­erkrankungen (Alkohol oder Medikamente) können im Zusammenhang miteinander stehen. Bei andauernden Beeinträchtigungen des Alltags und der Lebensqualität empfiehlt sich die Abklärung möglicher Ursachen. Auch im Alter sind psychische Erkrankungen therapierbar. Vielen fällt es leichter, über körperliche Beschwerden zu sprechen als über seelische Befindlich­keiten und Sorgen. Es ist nicht einfach, den Erkrankten vom Besuch eines Facharztes zu überzeugen.


Definitionen

Demenz​

Der lateinische Begriff „Demenz“ bedeutet übersetzt „Der Geist ist weg“. Es handelt sich bei dieser Krankheit um eine organisch bedingte, chronische, (bis jetzt) meistens nicht heilbare, allgemeine Hirnleistungsschwäche, verbunden mit Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Persönlichkeitsveränderungen und Störungen im intellektuellen Bereich (wie Sprache, Denken, Urteilsvermögen). Eine chronische Demenz kann aus sehr unterschiedlichen Bedingungen und Erkrankungen entstehen, so dass in jedem Falle eine umfassende medizinische Diagnostik sinnvoll ist.


Depression​

Neben Demenzerkrankungen sind depressive Störungen gleich häufig verbreitet. Ängste, Wahrnehmungsstörungen und wahnhaften Symptome, Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol oder Medikamente) können im Zusammenhang miteinander stehen oder unabhängig auftreten. Bei andauernden Beeinträchtigungen des Alltags und der Lebensqualität empfiehlt sich die Abklärung möglicher Ursachen. Auch im Alter sind psychische Erkrankungen therapierbar.


Abhängigkeiten​

Manchmal leiden Ältere Menschen unter einer Abhängigkeit, dabei spielt die Alkoholkrankheit die größte Rolle. Allerdings können auch Medikamentenabhängigkeiten bestehen. Altersspezifische Veränderungen wie beispielsweise nachlassende Sozialkontakte, Verlust des Partners, Status und Sinnverlust, Einschränkungen der Mobilität und Gesundheit können einen Missbrauch mit auslösen und zu einer Abhängigkeit führen. Abhängigkeitserkrankungen können auch noch im Alter erfolgreich behandelt werden, insbesondere bei spät Erkrankten. Es gibt inzwischen vermehrt Behandlungsansätze, die auf die Lebenssituation und -perspektive von Älteren abgestimmt sind.



Diagnose und Behandlung

Haus- und Fachärzte​

Bei Wesensveränderungen oder ungewöhnlichen Verhaltensweisen empfiehlt es sich, zunächst den Hausarzt zu konsultieren. Er kann eine erste Diagnose stellen und eine fachärztliche Behandlung anordnen. Fachärzte für Psychiatrie/ Neurologen sind auf alle psychischen, psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen im Alter spezialisiert.

Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg (ZGGF)​

Spezialisierte Einrichtung für die Diagnostik und Therapie von Gedächtnis- und weiteren geistigen Leistungsstörungen
Lehener Straße 88, 79106 Freiburg
Telefon: 0761/ 270-70980
angelika.kotz@uniklinik-freiburg.de
www.uniklinik-freiburg.de/zggf

Zentrum für Psychiatrie Emmendingen​

Psychiatrische Ambulanz
Neubronnstraße 25, 79312 Emmendingen
Telefon: 0 76 41 / 461-33 33
institutsambulanz@zfp-emmendingen.de
www.zfp-emmendingen.de

Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ​ Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)​

Hauptstraße 5, 79104 Freiburg
Telefon: 0761/ 270-65 500
info@uniklinik-freiburg.de
www.uniklinik-freiburg.de



Wegweiser „Älter werden in Freiburg“​

Kapitel 10 beschäftigt sich mit dem Thema Demenz, psychische Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen im Alter und informiert über:

  • Diagnose und Behandlung einer Erkrankung
  • Unterstützungsmöglichkeiten
  • Beratungsstellen
  • Hilfen zu Hause und außerhalb der Wohnung
  • rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen


Veranstaltungskalender Demenz

Der Freiburger Veranstaltungskalender Demenz - seelische Gesundheit - psychische Erkrankungen im Alter - informiert regelmäßig über Informationsveranstaltungen rund um das Thema Demenz. Das Dokument wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert:

Freiburger Veranstaltungskalender Demenz (133,7 KB)  - 2. Halbjahr 2017



Angebote für Menschen mit Demenzerkrankung

Durch das Pflegestärkungsgesetz II, das am 1. Jannuar 2017 in Kraft getreten ist, sind Demenzerkrankungen sowie geistige und seelische Beeinträchtigungen stärker in den Fokus gerückt worden. Menschen mit einer Demenzerkankung haben nun einen besseren Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung. In Freiburg gibt es verschiedene Angebote speziell für Menschen, die an Demenz erkrankt sind.
Auf der folgenden Liste können Sie sich über diese Angebote informieren:



Weitere Informationen zum Thema Demenz​

Weitere Informationen erhalten Sie direkt beim Bundesministerium für Gesundheit.
Dort ist auch der Ratgeber Demenz zu finden:
"Ratgeber Demenz - Informationen für die häusliche Pflege von Menschen mit Demenz" (5,529 MB)



Weiterführende Links

Deutschen Alzheimergesellschaft
www.deutsche-alzheimer.de

Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg
www.alzheimer-bw.de

Alzheimer Forum
www.alzheimerforum.de

Wegweiser Demenz
www.wegweiser-demenz.de

Stiftung Deutsche Depressionshilfe
www.deutsche-depressionshilfe.de

Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren e.V.
www.dhs.de oder www.unabhaengig-im-alter.de