Die Stadt Freiburg und ihre Partner in der Welt

Wiwilí

Wiwili Kinder

Am 20. Oktober 1988 besiegelten zwei ungleiche Partner - Wiwilí mit 12.000 Einwohnern und Freiburg mit rund 200.000 Einwohnern - eine Städtefreundschaft, die bis heute über die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Unterschiede hinweg besteht. Seit 2015 ist Wiwilí offizielle Partnerstadt Freiburgs.

Ziel

Ziel der Partnerschaft ist vor allen Dingen die humanitäre Hilfe für die dort lebenden Menschen. Der Ursprung der besonderen Beziehungen zwischen Freiburg und Wiwilí liegt im Jahr 1980. Damals begann der Freiburger Arzt Albrecht "Tonio" Pflaum im Auftrag des Deutschen Entwicklungsdiensts mit dem Aufbau einer medizinischen Versorgung für Wiwilí. 1983 wurde Pflaum von der Contra ermordet, die seit 1980 die sandinistische Revolutionsregierung bekämpfte.

Von Beginn an haben es sich der Freundeskreis Tonio Pflaum sowie der Freiburg-Wiwilí-Verein zur Aufgabe gemacht, die Arbeit von Tonio Pflaum fortzusetzten. Möglich wird dies durch die finanzielle und organisatorische Unterstützung der Stadt Freiburg und der Europäischen Union.

Projekte

Mit der Hilfe aus Freiburg und Mitteln der EU konnten Projekte in den Bereichen Trinkwasserversorgung, Land- und Forstwirtschaft, Gesundheit, Schule, Lehrerausbildung sowie ein Kultur- und Freizeitzentrum gefördert werden. Außerdem wurde das Fortbildungsangebot für Kleinbauern ausgebaut und eine Casa Materna eingerichtet, in der Frauen vor und nach der Geburt betreut werden. Im Bereich Umweltschutz und nachhaltige ländliche Entwicklung werden im Rahmen des aktuellen Projektes MADRIS zahlreiche ökologische Projekte, Bau-, Gesundheits- und Frauenprojekte unterstützt.

Zusammenarbeit

Treibende Kraft für diese Projekte in Nicaragua sind der Freiburg-Wiwilí-Verein e.V. und der Verein für Kommunalentwicklung ADEM (Assoziation de Desarollo Municipal Wiwilí). Die durch den Wiwili-Verein geförderten Projekte sollen nachhaltig sein und das Vertrauen der Menschen in ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten stärken, um so ihre schwierigen Lebensverhältnisse dauerhaft zu verbessern.

Zu diesem Zweck vermitteln ADEM-Wiwili und die Stadt Freiburg auch Patenschaften, um besonders bedürftigen Kindern einen regelmäßigen Schulbesuch zu ermöglichen.

Wie sehr diese Städtebeziehung in der Freiburger Bevölkerung verankert ist, wurde im Herbst 1998 deutlich. Als der Hurrican Mitch große Teile der nicaraguanischen Stadt zerstörte, spendeten Freiburger Bürgerinnen und Bürger über 600.000 DM. Neben einer allgemeinen Aufbauhilfe sind davon 40 neue Häuser gebaut worden. Baumaterialien, Medikamente und Lebensmittel wurden mit Containern in die zerstörte Stadt gebracht, und ein Bauhof sorgt auch heute noch dafür, dass weitere Häuser wiederhergestellt werden können.