Die Stadt Freiburg und ihre Partner in der Welt

Isfahan

Geschichte

Schon im 9. Jh. war Isfahan ein Handelszentrum für Seide und Baumwollstoffe geworden. Unter den Seldschuken im 12. Jh. erlebte die Stadt eine erste Blütezeit. Im 14. Jh. litt Isfahan unter den Eroberungsfeldzügen der Timuriden und fiel unter die Herrschaft der Mongolen.

Eine erneute Blütezeit erlebte Isfahan unter dem Safawidenschah Abbas I. (1587-1629), der Isfahan 1598 zur persischen Hauptstadt machte. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich Isfahan zu einer der schönsten Hauptstädte der Welt. Schah Abbas I. ließ zahlreiche Baumeister, Handwerker und Künstler, darunter ca. 5000 armenische Christen aus Aserbaidschan kommen. Die Armenier bauten zahlreiche architektonisch bedeutsame Kirchen, die auch heute noch im Djolfa-Viertel von Isfahan erhalten sind. Schah Abbas I. gelang es, Isfahan als ein Zentrum der Kunst, des Handwerks, der Wissenschaft und des Handels zu etablieren. Dank der gut erhaltenen Moscheen, Paläste, Kirchen und Brücken zählt Isfahan zu den schönsten Städten des Orients und wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.


Kultur

Der Lebensstandard und das kulturelle Angebot Isfahans liegen weit über dem Landesdurchschnitt. Zahlreiche Museen, Büchereien, Theater und Kinos bieten den Einwohnern und Besuchern Isfahans ein breitgefächertes Programm.

Wirtschaft und Tourismus

Isfahan gehört zu den wichtigsten Industriestandorten im Iran. Es liegt mitten in der Steppe an dem Fluß Zayandeh-Rud, dem auch die Vielfalt im Obst- und Gemüseanbau rund um die Stadt zu verdanken ist.

Das moderne Wirtschaftsleben der Stadt wird von der Textilindustrie, der Petrochemie, der Maschinenbauindustrie sowie einem großem Stahlwerk dominiert.
Die Baudenkmäler aus der safawidischen und kadscharischen Zeit machen Isfahan zu einem der wichtigsten touristischen Ziele im Iran, das jährlich von einigen Millionen Menschen besucht wird.

Der Bazar am Imam Square ist bis heute das Zentrum des urbanen Lebens und Handels. Dort ist das traditionelle Handwerk mit der Herstellung von Teppichen, hölzernen Intarsien- und Einlegearbeiten, Miniaturmalereien, Kupferschmiedearbeiten und Baumwolltüchern - von Hand mit Holzstempeln nach traditionellen Mustern bedruckt - zu Hause.

Eine im ganzen Iran geschätzte Süßigkeit namens Gaz wird aus dem Saft des gleichnamigen Gaz-Baumes gewonnen. Gaz ist eine weiße Masse, die mit Pistazien oder auch mit Mandeln vermischt wird und im Iran ähnlich beliebt ist, wie in Deutschland das Lübecker Marzipan.

Isfahan verfügt über zahlreiche Parkanlagen und Grünflächen, die mittels eines besonderen Systems - ähnlich der Bächle in Freiburg - bewässert werden.

Wissenschaft

Die erste medizinische Hochschule der Welt, mit angeschlossenem Krankenhaus, wurde bereits zur Zeit der Safawidenschahs gegründet. 1950 wurde die Universität von Isfahan gegründet. Sie ist eine staatliche Einrichtung und bietet ein breites Spektrum von Fächern der Natur- und Geisteswissenschaften an. Weitere staatliche Einrichtungen sind die Medizinische Universität, die Technische Universität und eine Kunstakademie. Die Aufnahmeprüfungen für diese Einrichtungen sind sehr anspruchsvoll. Wer diese nicht schafft, kann sich an der privaten

Islamic Open University bewerben, deren Studiengebühren jedoch sehr hoch sind. An allen Einrichtungen zusammen sind knapp 92.000 Studenten eingeschrieben, davon sind über 50 % Frauen.


Freiburg unterhält als einzige deutsche Stadt eine Partnerschaft zu einer iranischen Stadt. Mit der Wahl des ehemaligen Präsident Ahmadinedschad wurden die Beziehungen zum Iran auf internationaler Ebene zunehmend belastet. Seit 2005 war kein Besuch politischer Repräsentanten aus Freiburg im Iran und in Isfahan erfolgt als Ausdruck des Protestes gegen die Politik des iranischen Präsidenten.

Die direkten Kontakte zwischen den Städten sowie im bürgerschaftlichen, kulturellen, universitären und sportlichen Bereich blieben davon jedoch unberührt und haben sich intensiviert. Trotz der schwierigen politischen Lage zählt die seit dem Jahr 2000 bestehende Partnerschaft mit Isfahan zu einer der lebendigsten und kreativsten.

Aufgrund der sich verändernden politischen Lage mit der Wahl des als gemäßigter geltenden Hassan Rohani zum Präsidenten, fand im Oktober 2014 ein offizieller Besuch des Oberbürgermeisters in Isfahan statt.