Die Stadt Freiburg und ihre Partner in der Welt

Padua

Stätte des Glaubens und Wiege der Kunst

Entstehung der Partnerschaft

Prato della Valle

Das Angebot aus der norditalienischen Stadt Padua, eine offizielle Städtepartnerschaft einzugehen, löste 1965 im Freiburger Rathaus zugleich Begeisterung wie auch Irritation aus. Erst zwei Jahre zuvor hatte
man ein Partnerschaftsabkommen mit der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck unterzeichnet und die österreichisch-italienischen Dispute um die Autonomie Südtirols waren noch nicht beigelegt. Doch die Sorgen waren unbegründet – auch in Innsbruck standen die Zeichen auf Versöhnung. Zudem verband eine gemeinsame Vergangenheit im Habsburger Reich alle drei Städte und bot den Raum, „Spannungen zu mildern und Ausgleiche zu schaffen“. So gratulierten im September 1967 bei der Partnerschaftsbegründung mit der bedeutenden Universitäts- und Kulturstadt Padua im Historischen Kaufhaus in Freiburg neben einer hochrangigen Delegation aus Besançon auch Repräsentanten aus Innsbruck.

Padua im Portrait

In seiner „Anäis“ preist der römische Dichter Vergil die Legende der mythischen Gründung Paduas durch den trojanischen Helden Antenor. Historisch betrachtet, wurde „Patavium“ vor über 3.000 Jahren an einer Schleife des Flusses Brenta gegründet und erlangte schon bald durch den blühenden Handel auf den zahlreichen Wasserstraßen große wirtschaftliche Bedeutung innerhalb des römischen Reiches. Im 11. Jahrhundert wurde aus Padua ein freier Stadtstaat. Nach dem Niedergang der Republik Venedig stand die Stadt kurzzeitig unter französischer Herrschaft, fiel dann dem Habsburger Reich zu und gehört seit 1866 zum vereinten Italien.

Heute hat die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Region Veneto beinahe 220.000 Einwohner und zählt zu den größten Wirtschaftszentren in ganz Italien. Die Stadt verbindet alten Charme mit der Dynamik modernster Großstädte. Der Verkehr wurde seit langem aus dem Stadtzentrum verbannt. Auf den monumentalen Plätzen (Piazza delle Erbe, dei Frutti und dei Signori) ist jeden Vormittag der malerische Markt zu erleben – seit 800 Jahren  bevorzugter Treffpunkt der Paduaner. Daneben findet man im  charakteristischen Gassengewirr des „Alten Ghettos“ mit verzierten  Bogengängen und mittelalterlichen Gebäuden viele neue, innovative Geschäfte und Szene-Restaurants.

Leben in der Stadt

Die Stadt der Kunst und Wissenschaft gilt mit ihren Baudenkmälern aus vielen Epochen als eine der schönsten Italiens. Nach Padua pilgern Gläubige zum Grab des Heiligen Antonius; Kunstfreunde bewundern die berühmten Fresken von Tizian und Giotto.

Zahlreiche Kirchen, Kapellen, Klöster und Abteien prägen die Stadtsilhouette. Hauptanziehungspunkt für Millionen von Pilgern ist jedoch die Basilika des hl. Antonius, „Il Santo“, in der die sterblichen Überreste des Heiligen aufbewahrt werden. Die große Wallfahrtskirche mit ihren Kuppeln, byzantinischen Türmen und runden Kapellen birgt neben den Reliquien bedeutende Werke großer Künstler (u.a. Donatello) aus vielen Epochen. Es sind in Padua viele Kilometer Fresken erhalten – „erzählende Wände“, die Geschichten zum Leben erwecken. Einer der ersten Freskenmaler war Giotto, dessen meisterhafter Zyklus der Heilsgeschichte aus dem 14. Jh. in der restaurierten Scrovegni- Kapelle zu besichtigen ist.

Die Universität Padua (1222 gegründet) ist eine der ältesten der Welt und nach Bologna die zweitälteste in Italien und macht Padua auch zu einer Stadt der Wissenschaft. Im Hauptgebäude der Universität, dem Palazzo Bo, befinden sich viele historisch wertvolle Räume und Gegenstände: das älteste  anatomische Theater der Welt, ein Medizinhörsaal aus dem 14. Jahrhundert sowie das Katheder von Galileo Galilei, der von 1592 bis 1610 als Professor in Padua lehrte. Doch auch das neu gegründete Zentrum für Nanotechnologie macht die Stadt für die mehr als 60.000 Studierenden als Studienort attraktiv. Neben dem historischen Schwerpunkt der Forschung im Bereich der Medizin hat Padua damit auch auf dem Gebiet der Nanotechnologie europaweit an  Bedeutung gewonnen.