Die Stadt Freiburg und ihre Partner in der Welt

Besançon

Besançon und die Doubsschleife
Besançon und die Doubsschleife

Freiburgs erste Städtepartnerschaft geht auf die Initiative von Oberbürgermeister Josef Brandel zurück, der sich bereits im ersten Jahr nach seiner Wahl im Juli 1957 darum bemühte, „in der französischen Nachbarschaft
eine Patenstadt zu gewinnen“. Dass seine Wahl auf eine französische Stadt fiel, war kein Zufall, sondern historische Konsequenz. Südbaden war einst Teil der französischen Besatzungszone; Freiburg war französische
Garnisonsstadt und Bundeskanzler Adenauer propagierte in dieser Phase nach dem 2. Weltkriegs die deutsch-französische Versöhnung. Die Verbindungen zwischen Freiburg und Besançon reichen allerdings viel weiter zurück: bereits 1467 lehrten und studierten zahlreiche Bisontiner Professoren und Studenten an der Freiburger Universität. Fast 150 Jahre bis zur Eroberung durch Ludwig XIV. gehörte Besançon wie Freiburg zum Habsburger
Reich.
Am 6. Juni 1959 unterzeichneten Oberbürgermeister Brandel und Bürgermeister Minjoz im Freiburger Rathaus die Partnerschaftsurkunde.

Besançon im Portrait

Sébastien Le Prestre, Marquis de Vauban (1633-1707), Festungsbaumeister Ludwigs XIV. und Marschall von Frankreich
Sébastien Le Prestre,
Marquis de Vauban (1633-1707),
Festungsbaumeister
Ludwigs XIV. und
Marschall von Frankreich

Die Ursprünge der Stadt Besançon gehen über zwei Jahrtausende bis in die Gallische Zeit zurück. Ein Zeugnis aus dem 2. Jh. ist der Marc Aurel gewidmete Triumphbogen „Porte Noire“. 1302 erhielt Besançon den Status einer „Freien Reichsstadt“ und war bis zur Integration in das französische Königreich unter Ludwig XIV. die Hauptstadt einer freien Grafschaft – comté franche.

Heute ist Besançon das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region Franche-Comté und des Départements Doubs mit einer Universität für rund 23.000 Studierende. Parallel dazu bietet das Institut für angewandte Linguistik (CLA) Sprachunterricht für ca. 3000 SchülerInnen aus aller Welt pro Jahr.

Lange Zeit war Besançon Stammsitz der französischen Uhrmacherindustrie. Das Technologiezentrum für Mikrotechnik und die Ecole Nationale Supérieure für Mechanik und Mikrotechnik haben diese Präzisionstechnik auf höchstes Niveau weiter entwickelt, so dass Besançon in der Mikrotechnik und -mechanik eine  Spitzenposition einnimmt.

Leben in der Stadt

Ein Rundgang durch die restaurierte Altstadt lässt das Erbe vergangener Jahrhunderte wach werden. Nicolas Perrenot de Granvelle, Ratgeber Karls V., hinterließ der Stadt kostbare Bauwerke, darunter das Palais Granvelle. Die Zitadelle, das Wahrzeichen der Stadt, wurde weitgehend nach Plänen des berühmten Architekten Vauban gebaut, der auch in Freiburg seine Spuren hinterlassen hat. Seit 2008 gehören Zitadelle,Stadtmauer und Fort Griffon von Besançon gemeinsam mit anderen Werken in ganz Frankreich zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Auch kulturell hat Besançon vieles zu bieten: Das Kabinett der Zeichnungen im Museum der Schönen Künste umfasst beinahe 5.000 Blätter von renommierten Kunstschaffenden wie Mategna, Rembrandt oder Matisse. Im Palais Granvelle setzt das „Museum der Zeit“ die Geschichte der Zeitmessung räumlich in Szene – von der Erfindung des Uhrpendels über die piezoelektrische Quarzuhr bis zur Atomuhr.

Schon die Lage, eingebettet in der Flussschleife des Doubs, macht die Stadt vor allem landschaftlich  sehenswert. Die mehr als 120 km markierten Wanderwege in den zahlreichen Grün- und Parkanlagen zeigen
eine ausgewogene Mischung aus urbaner Dynamik und dem Erhalt von Naturzonen. 2003 erhielt Besançon für seine Lebensqualität den dritten Platz unter allen französischen Städten.