Generation 55plus: Am aktivsten in Kappel und Günterstal, am zufriedensten in Waltershofen, Munzingen und Littenweiler

Ergebnisse einer Befragung über Lebensqualität und Zukunftsplanung in Freiburg und seinen Stadtteilen

Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung und Amt für Soziales und Senioren legen 239-seitige Broschüre vor

Wir leben nicht nur immer länger. Wir bleiben auch länger gesund und fit. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Neugeborenen ist in den letzten Jahrzehnten erheblich gestiegen. Von 1950 bis 2010 von 65 auf 77 Jahre bei Männern und von 69 auf 83 Jahre bei Frauen. Eine gute medizinische Versorgung, Möglichkeiten einer ausgewogenen Ernährung und die zunehmende Orientierung hin zu einem gesunden Leben haben dazu geführt, dass viele Menschen diese „gewonnenen“ Jahre auch (zumindest eine lange Zeit) gesund erleben können. Der demografische Wandel ist für jeden Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft insgesamt mit Chancen verbunden.

Auf der anderen Seite stellt er aber auch große Herausforderungen – an jeden einzelnen wie an die Gesellschaft insgesamt. Für uns alle ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass wir im höheren Alter pflegebedürftig oder krank werden. Wegen chronischer Krankheiten und Pflegebedürftigkeit sind immer mehr Menschen in verstärktem Maße auf Versorgungsleistungen durch andere angewiesen.

Dieser Doppelcharakter des demografischen Wandels ist das zentrale Thema der Befragung „Generation 55+“, die im vergangenen Jahr in Freiburg und fünf anderen Städten stattfand. Sie wurde im Auftrag der beteiligten Städte Bielefeld, Freiburg, Karlsruhe, Moers, Villingen-Schwenningen und des Landkreises Mettmann vom Freiburger Institut für angewandte Sozialwissenschaft (FIFAS) unter Leitung von Baldo Blinkert durchgeführt.

Jetzt legen das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung und das Amt für Soziales und Senioren die Ergebnisse dieser Befragung in einer 239-seitigen Broschüre vor. Unter dem Titel „Lebensqualität und Zukunftsplanung“ bietet sie ein wahres Schatzkästchen voller Daten aus Freiburg und seinen Stadtteilen.

In Freiburg leben derzeit knapp 60.000 Menschen, die 55 Jahre oder älter sind. Davon erhielten 4.925 Menschen den Fragebogen dieser Befragung. Von 2.199 dieser Menschen erhielten die Statistiker verwertbare, ausgefüllte Fragebögen zurück. Das entspricht einer Ausschöpfungsquote von 44,6 Prozent – ein guter Wert. Für die einzelnen Teilgebiete ergaben sich Quoten zwischen 30 (Weingarten) und 60 Prozent (Vauban).

Insgesamt wurden in Freiburg 3,7 Prozent der Grundgesamtheit, also der Zahl der Menschen über 55 im Stadtteil, befragt. Die höchste Quote gemessen an der Grundgesamtheit gab es in Vauban (13 Prozent), Lehen (10) und Günterstal (10); hier hat mindestens jede zehnte Person über 55 Jahren an der Befragung teilgenommen. Die niedrigste Quote gab es im Stühlinger (1,5 Prozent).

Der Fragebogen enthielt 55 (teils mehrteilige) Fragen. Eine der ersten galt der Kennziffer „körperliche Aktivität“. Hier ergibt sich für die Gesamtstadt ein Mittelwert von 62,2. Damit liegt Freiburg leicht über dem Mittelwert der übrigen Städte. Am aktivsten sind die Befragten in den Stadtbezirken Kappel, Günterstal und Mooswald (jeweils über 70). Vergleichsweise seltener aktiv sind die Befragten in Weingarten (58), Opfingen (58) und Betzenhausen (54).

Die höchsten Werte bei der Kennziffer „Teilnahme an Fort- und Weiterbildung“ erreichten die Stadtteile Vauban (90), Herdern (78) und Wiehre (75). Deutlich unter dem städtischen Durchschnittswert von 63,7 liegen die Stadtteile Hochdorf (49), Brühl (46) und Weingarten (44).

Das Internet wird immer mehr zum selbstverständlichen Teil unseres Lebens. Wer selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben will, ist zunehmend darauf angewiesen. Daher ist es sinnvoll, die Internetnutzung als einen bedeutsamen Aspekt von aktivem Altern zu betrachten. Bei der Kennziffer "Internetnutzung" liegen Vauban (90), Rieselfeld (78) und Littenweiler (72) vorne. Am wenigsten wird das Internet von der Generation 55+ in Haslach (50), Landwasser (46) und Weingarten (44) genutzt.

Ehrenamtliches Engagement ist nicht nur bedeutsam für aktives Altern, sondern ist auch ein wesentlicher Aspekt des „Sozialkapitals“ von Kommunen. Weil ein großes Interesse an Informationen über diesen Bereich besteht, berücksichtigt der Fragebogen dieses Thema ausführlich. Auf Spitzenwerte im „ehrenamtliches Engagement“ kamen die Stadtteile Munzingen (50), Waltershofen (46) und Vauban (46). In Brühl, Betzenhausen und Stühlinger lagen die entsprechenden Werte bei 24, 24 und 22.

Sind Menschen in höheren Altersgruppen, die „aktiv altern“, mehr oder weniger zufrieden mit ihrem Leben? Beides wäre denkbar – je nachdem, welcher Aspekt von „aktivem Altern“ mit Zufriedenheit in Verbindung gebracht werden kann: ob es eher körperliche Aktivität ist oder Erwerbsbeteiligung, Internetnutzung usw. In jedem Fall liegt die Lebenszufriedenheit in Freiburg (72,9) über den Werten anderer Städte (71). Innerhalb Freiburgs gibt es deutliche Unterschiede. Die Befragten in Waltershofen, Munzingen, Littenweiler und Herdern (77 bis 79) sind zufriedener mit ihrem Leben als jene in Mooswald, Brühl, Weingarten und Landwasser (65 bis 67).

Insgesamt enthält die Broschüre Auswertungen zu 30 weiteren Indikatoren, u.a. zu aktivem Altern, allgemeiner Sicherheit und der Versorgungssicherung bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit. Abgerundet wird das Ganze durch 50 Tabellen, vom gewünschten Ruhestandsalter bis zur Furcht vor Kriminalität.

Die Broschüre ist für 15 Euro zzgl. Versandkosten beim Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung (Fahnenbergplatz 4, 79098 Freiburg, Fax 0761/201-5598, statistik@stadt.freiburg.de) zu bestellen. Auf der städtischen Homepage kann sie kostenlos heruntergeladen werden unter www.freiburg.de/statistischeveroeffentlichungen

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