Barrierefreie Tour

Wir führen Sie auf einer Route durch die Altstadt, auf der Sie neben der Beschreibung der Sehenswürdigkeiten auch Restaurant-Tipps bekommen, die stufenlos erreichbar sind (mit barrierefreiem WC) sowie Hinweise auf öffentliche Behinderten-WCs und Parkplätze. Freiburg ist eine „Pflasterstadt“, was zwar hübsch aussieht, aber für Rollstuhl- und Rollatornutzer/innen, mit Kinderwagen und auch mit hochhackigen Schuhen schwer zu bewältigen ist.

Freiburg plant, die „touristischen Rennstrecken“ zu „glätten“, also einfacher begeh- und berollbar zu gestalten – aber wann das sein wird, ist heute noch nicht abzuschätzen. An vielen Sehenswürdigkeiten finden Sie übrigens Schilder mit QR-Codes, die Ihnen die Erklärung in verschiedenen Sprachen liefern.

Wer sich den Weg bis zum Zentrum ersparen will, nimmt die Straßenbahnlinie 1, 3 oder 5, fährt zwei Stationen bis zum Bertoldsbrunnen und beginnt den Rundgang beim Rathausplatz (3) oder am Münsterplatz (5). Alle anderen starten am Hauptbahnhof (1)

Der Tourenvorschlag wurde konzipiert mit freundlicher Unterstützung von dem Verein Lebensraum für Alle e.V.

Hauptbahnhof (1)

Foto: Stadt Freiburg

Mit rund 70.000 Besuchern täglich, ist er der wichtigster Umsteigepunkt zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln im Südwesten Deutschlands und zudem Knotenpunkt in die Schweiz und nach Frankreich. Eine Bürgerinitiative arbeitet daran, ihn barrierefreier zu gestalten (Blindenstreifen, Lift, Behinderten-WCs, Behinderten-Parkplätze, Bahnhofsmission).
Wir verlassen den Bahnhof in Richtung Altstadt. In der Eisenbahnstraße geht es auf der rechten Seite an der Haupt-Post (Behinderten-Parkplatz) vorbei zum Colombi-Park, Ecke Rotteckring (Behinderten-WC).


Colombischlössle (2)

Auf der ehemaligen Festungsbastion ließ sich Gräfin Maria Antonia Gertrudis von Zea Bermudez y Colombi 1859 die herrschaftliche Villa im neugotischen Stil erbauen. Seit 1983 ist hier das Archäologische Museum untergebracht. Im Garten des Colombischlössle findet man die typischen Rebsorten der Region (Rollstuhlfahrer müssen über eine gepflasterte Auffahrt vom Rotteckring / Ecke Prediger Tor zum Lastenaufzug im Keller fahren und klingeln).
Nach der Überquerung des Rotteckrings mit Blick auf das Luxushotel Colombi (barrierefreie Gastronomie), geht es weiter durch die Rathausgasse. Achten Sie auf die originellen Häusernamen, aber auch darauf, dass Sie nicht in die Freiburger Wahrzeichen, die Bächle, geraten! Am Rathausplatz sehen Sie das Alte und das Neue Rathaus (3) und Touristeninformations-Symbol.


Rathaus (3)

Foto: Stadt Freiburg

Das Alte Rathaus wurde im 16. Jahrhundert aus mehreren älteren Häusern zusammengefügt. Heute beherbergt es die Tourist-Information. Das Neue Rathaus entstand 1896-1901 durch den Umbau eines Doppelhauses aus der Renaissance. Dieses Haus war bis 1774 das Hauptgebäude der 1457 gegründeten Universität, später Anatomie und Poliklinik. (Behinderten-WC in der Tourist-Info, Behinderten- Parkplätze hinter dem Rathaus, Turmstraße).
Vor dem Neuen Rathaus können Sie das denkmalgeschützte Pflaster aus Rheinkieseln bewundern, das die Jahreszahl der Stadtgründung 1120 und die Städtepartnerschaften Freiburgs zeigt. Gegenüber sehen Sie die Martinskirche (Barrierefreier Eingang über das Seitenportal) und das Denkmal von Bertold Schwarz, der angeblich das Schwarz- (Schieß-)pulver erfunden haben soll. Auch hier fließt wieder ein Bächle.


Bächle

Foto: fotolia

So mancher Ortsunkundige hat mit ihnen schon eher unfreiwillig Bekanntschaft gemacht. Die Bächle erfreuen besonders Kinder von Touristen und Einheimischen. Ihr Wasser stammt aus dem Flüsschen Dreisam, das mitten durch Freiburg fließt und wird nach der Ableitung aus dem Gewerbekanal durch einen Tunnel zum Schwabentor gelenkt. Von diesem höchsten Punkt der Altstadt strömt das frische Wasser in natürlichem Gefälle dann in einem kilometerlangen Netz durch die Bächle. Sie versorgten die Bewohner Freiburgs im Mittelalter mit Brauchwasser.
Wir biegen rechts in die Franziskanerstraße und treffen auf das Haus zum Walfisch in dem Erasmus von Rotterdam in Zeiten der Reformation Zuflucht suchte.
Kurz danach erreichen wir die  „Kajo“ (Kaiser-Joseph-Straße), Freiburgs  Einkaufsmeile Nr. 1 (Behinderten-WCs in den Kaufhäusern) überqueren sie und gehen weiter durch die Münsterstraße mit dem Bächleboote-Verkaufsstand.


Kaiser-Joseph-Straße (4)

Foto: Stadt Freiburg

Die „Kajo“ ist Freiburgs Haupteinkaufsstraße – eine autofreie Flaniermeile mit einer Vielzahl von Juwelieren, Modegeschäften, Sportartikelhändlern, Geschäften mit exquisitem Porzellan sowie drei großen Kaufhäusern. Von ihr zweigen sich weitere Passagen, Gassen und Straßen zum Einkaufen ab.
Von hier können wir bereits den imposanten Münsterturm sehen. Es sind nur noch wenige Meter bis auf den Münsterplatz.


Münsterplatz (5)

Foto: FWTM/Schoenen

Täglich außer sonntags können wir nun in das bunte und quirlige Marktleben auf dem Münsterplatz eintauchen - einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen und Freiburger.
Obst, Gemüse, Honig, Käse, Speck und die berühmte Rote Wurst sowie selbstgebackenes Brot aus der Regio – ein Gang über den Markt ist immer ein Erlebnis. Auf der Südseite des Münsters findet man Kunsthandwerk, Holzspielzeug, Blumen, Kräuter und Gewürze. (Behinderten-Parkplätze zwischen Alter Wache und Stadtmuseum. Behinderten-WC neben der Stadtbibliothek).  Sehen Sie den abgeschliffenen Pflasterstreifen in Richtung Münsterportal? Das ist eine der neuen Vorrangrouten, die sich angenehmer begehen und befahren lassen als das Altstadtpflaster.


Freiburger Münster "Unserer lieben Frau" (6)

Foto: Reinhold Pfaff

Im Zentrum der Stadt steht seit über 700 Jahren das Münster, erbaut im romanisch-spätgotischen Stil. Der Turm überragt mit 116 Metern jedes andere Gebäude der Stadt. Besonders wertvoll und sehenswert sind die Fenster aus dem 16. Jahrhundert, der Hochaltar, die Chorkapellen und der Figurenzyklus in der Turmvorhalle. Wie durch ein Wunder blieb das Münster im 2. Weltkrieg von den Bomben verschont, während rundherum alles in Schutt und Asche lag. (Rampe am Hauptportal. Kein Aufzug im Turm -333 Stufen! Akustische Verstärkungsanlagen (Induktionsschleife), Tastmodell für Blinde)
Durch den südlichen Seiteneingang verlassen wir das Münster wieder und erhalten jetzt einen wundervollen Blick auf seine Fassade. Gleich nebenan steht die Alte Wache (7).


Alte Wache (7)

Foto: Stadt Freiburg

Nach dem 30jährigen Krieg wurde Freiburg Sitz der vorderösterreichischen Regierung, deren Hauptwache hier stationiert war. Auch im Großherzogtum Baden wurde die Alte Wache zunächst weiter militärisch genutzt. Später diente sie unterschiedlichen zivilen Zwecken. 1997 eröffnete hier das Haus der badischen Weine (Innenraum über eine Stufe erreichbar; Behinderten-Parkplatz).
Wenn wir uns im Uhrzeigersinn weiterdrehen, schließt sich erst das Museum für Stadtgeschichte und als nächstes ein rotes, reich geschmücktes Haus, das Historisches Kaufhaus an.


Historisches Kaufhaus (8)

Foto: Stadt Freiburg

Im Mittelalter war das Gebäude Schaltstelle des Waren- und Geldverkehrs, des Markt und Zollwesens. Der Kaisersaal im 1. Stock wird heutzutage für festliche Anlässe oder Vorträge benutzt. Nach dem 2. Weltkrieg tagte hier das Landesparlament Südbadens (Barrierefrei, jedoch nur bei Veranstaltungen zugänglich).
Mit dem Erzbischöflichen Palais wenige Häuser weiter schließen wir die Besichtigung des südlichen Münsterplatzes ab.


Erzbischöflichen Palais (9)

Foto: Stadt Freiburg

Das Barockgebäude beherbergte 1756 das Ständehaus der Breisgauer Ritter. Im 19. Jahrhundert ging das Haus an die katholische Kirche über. Bis 1944 residierten die Bischöfe im Erzbischöflichen Palais. Heutzutage probt hier der Chor der Domsingschule. (Nicht zu besichtigen)
Wer das Münster ganz umrunden will, findet auf seiner Nordseite das Kornhaus (10)


Kornhaus (10)

Das Gebäude wurde 1498 als Tanz- und Kornhaus errichtet. Im 18. Jhd. diente es auch als Theater. Bei Bombenangriffen 1944 zerstört, wurde das Kornhaus 1969-71 wieder neu errichtet. Heute beherbergt es das Centre Culturel Français, einen Club und ein Eiscafé (Ebenerdiger Zugang).
Zwei Häuser weiter befindet sich die Stadtbibliothek (11)


Stadtbibliothek (11)

Hier findet man viele Informationen rund um Freiburg u.v.m. (Rampe und  Behinderten-WC).

Zurück zur Südseite des Münsterplatzes: Wir passieren das Buttergässle Richtung Süden, biegen rechts in die Schusterstraßen, vorbei am Büro des Stadtseniorenrats (leider nicht barrierefrei!) und biegen dann links in die Augustinergasse. Wir überqueren die Salzstraße, eine wichtigen alten Handelsstraßen, auf der neben Salz auch die wichtigsten Güter nach Freiburg kamen. Vor uns liegt jetzt das Augustinermuseum (12).


Augustinermuseum (12)

Foto: Christian Richters

Das neu gestaltete Augustinermuseum präsentiert eine renommierte Kunstsammlung vom Mittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert - Schwerpunkt ist die Kunst des Oberrheingebiets (Barrierefrei, Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen auf Anfrage, Museums-Café und Behinderten-WC).
 
Die Kombination Pflaster und Gefälle macht den Augustinerplatz schwer zu begeh- und berollbar. Wer es wagt, sieht unten rechts ein Stück der alten Stadtmauer (Behinderten-WC) und findet in der Gerberau die Brauerei & Biergarten Feierling (ebenerdig) und nebenan die Alemannische Bühne(13).


Alemannische Bühne (13)

Das Mundart-Theater in der Freiburger Altstadt besteht seit 1924. Die Stücke sind auch für Nicht-Badener zu verstehen! (Behinderten-WC, Lift).
 
Wir verlassen den Augustinerplatz durch die Gerberau Richtung Westen bis zum Martinstor (14)


Martinstor (14)

Foto: Stadt Freiburg

Das Martinstor stammt aus der Zeit der ersten Stadtbefestigung Freiburgs, die zu Beginn des 13. Jahrhunderts mit insgesamt 4 Stadttoren angelegt wurde. Ursprünglich war das Tor in die Stadtmauer eingefügt und mit dem Wehrgang hinter den Zinnen der Mauerkrone verbunden. Vor dem Tor befand sich ein 12 Meter breiter und 5 Meter tiefer Graben, den man auf einer Brücke überquerte. Zeitweilig diente das Martinstor auch als Gefängnis.


(1) Hauptbahnhof - (2) Colombischlössle - (3) Rathaus - Bächle - (4) Kajo - (5) Münsterplatz - (6) Münster - (7) Alte Wache - (8) Historisches Kaufhaus - (9) Erzbischöfliches Palais - (10) Kornhaus - (11) Stadtbibliothek - (12) Augustinermuseum - (13) Alemanische Bühne - (14) Martinstor

Karte

(1) Hauptbahnhof - (2) Colombischlössle - (3) Rathaus - Bächle - (4) Kajo - (5) Münsterplatz - (6) Münster - (7) Alte Wache - (8) Historisches Kaufhaus - (9) Erzbischöfliches Palais - (10) Kornhaus - (11) Stadtbibliothek - (12) Augustinermuseum - (13) Alemanische Bühne - (14) Martinstor

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