Waldhock

Waldhockgelände (Bild: Ortsverwaltung)

Unser jährlich am 1. Juli-Wochenende stattfindendes Stadtteilfest „Waldhock“ sieht während dieser 3 Tage Tausende von Besuchern an. Das ist auch nicht verwunderlich. Schließlich bietet er, am Ortseingang von Wald umgeben, ein ganz besonderes Ambiente mit einem sehr vielseitigen Speisen-und Getränkeangebot. Wer unseren Waldhock kennt, weiß, dass es kaum ein anderes Ereignis in unserem Ort gibt, wo man ungezwungen nicht nur alte Bekannte, Menschen, die man auch länger nicht gesehen hat, einfach jede/n, auf ein kurzes unverbindliches oder ein langes intensives Gespräch treffen, aber auch neue Kontakte knüpfen kann. Dies umso mehr, als 1 Stunde vor dem Waldhock jeweils ein „Neubürger- Rundgang“ durch Hochdorf mit Ortschaftsräten und örtlichen aus vielen Institutionen angeboten wird, der dann auf dem Waldhock mündet (Ankündigung jeweils im Mitteilungsblatt). Veranstaltet wird der Waldhock von der Gemeinschaft örtlicher Vereine (GöV genannt), deren Mitglieder und Freunde für eine gute Bewertung und Unterhaltung sorgen. Einzelheiten zum jeweiligen Programm/Angebot können dem in jeden Haushalt verteilten Flyer oder hier auf der Homepage entnommen werden. Ein Besuch lohnt sich. Wir freuen uns auf Sie.


Flyer vom Waldhock 2016

Flyer und Angebote vom letzten Waldhock

Dieses Jahr wurden wir unterstütz von:

unsere Partner

Bilder vom letzten Waldhock 2016


Seit 2016 steht auf dem Waldhockgelände die neue Baumskulptur. Seit 2017 auch eine Infotafel mit folgendem Text und Informationen:

Anlass
Unsere Städte und Dörfer sind voll von Denkmalen, die an Helden und Katastrophen erinnern. Erinnerungen an Glücksfälle und gerade noch einmal vorbei gegangene Katastrophen dagegen sind selten. Ein solches Denkmal ist diese vom Kappeler Holzskulpturenkünstler Thomas Rees geschaffene Baumstammskulptur. Sie erinnert an das Beinahe-Unglück im Jahr 2014. Damals fi el eine riesige Eiche drei Tage nach dem beliebten Waldhock in einer windstillen Nacht mitten auf den Platz. Am Sonntag zuvor, als das Fest mit Hunderten von Menschen noch in vollem Gange war, hatte es ein heftiges Unwetter mit massiven Sturmböen gegeben. Diese hatten die vollkommen grüne und gesund wirkende Eiche nicht zum Fallen gebracht. Wie durch ein Wunder blieb die Katastrophe aus. Inzwischen mussten weitere, an einzelnen Wurzelanläufen vom Baumpilz (Hallimasch) geschädigte, nicht ausreichend standfeste Bäume, rund um den Festplatz entfernt werden. Namensgeber der Skulptur Manchmal ist es nur eine von drei gesunden Wurzeln einer Eiche (s.o.), manchmal der sprichwörtliche seidene Faden, an dem unsere Existenz hängt - oder gibt es eine Instanz, die alles zusammen hält? Entsprechend fi ndet sich das Motiv eines Weltenlenkers, der über das Geschick der Welt verfügt, in unterschiedlicher Ausgestaltung in vielen Mythen, Sagen und Religionen. In der römischen Mythologie beispielsweise findet sich die Erzählung von den Parzen, den drei Schicksalsgöttinnen, die den Lebensfaden der Menschen in ihren Händen halten. Alle monotheistischen Religionen kennen eine den Menschen und die Welt lenkende Macht.

Die Darstellung des Weltenlenkers in der Skulptur ist jedoch weder göttlich, noch königlich. Auf einer Kugel steht eine Gestalt in gebeugter Stellung. Ihr Gesicht ist undurchschaubar. Die Hände, zusammengeführt wie zur Andacht, halten stählerne Fäden gebündelt in der Hand. Fäden, die sichern, halten, behüten, schützen, lenken. An den Fäden verschiedenste Dinge: ein Flugzeug, der Baum mit brüchiger Wurzel, Atomkraftwerk, Naturgewalt, Menschenfi guren, Euro, Herz… Scheinbar stabil, sicher getragen von den stählernen Seilen. Trügt dieser Schein? Schwebt es nicht vielmehr wie ein Damoklesschwert über dem dörfl ichen Alltagsleben, welches in der vermeintlichen Sicherheit seinen gewohnten Lauf nimmt?
Trotz der gebrochenen Wurzeln wird der Baum gehalten (in der Mitte der Skulptur). Betrachtet man die Rückseite der Kugel auf – oder besser über – der eine weitere Gestalt sitzt, findet man die Twin Towers von New York und den Eiffelturm von Paris. Sie erinnern an die Terroranschläge vom 11.09.2001 in New York und am 12.11.2015 in Paris und stehen als Mahnung für die Zerstörbarkeit des Lebens, für die sinnlose Grausamkeit und für das Leid und den Schmerz dieser Welt. Und sie brechen in ihrer Aktualität uralte Fragen wieder auf: Ist dies Schicksal gewollt, gelenkt? Wo ist der Weltenlenker? Schaut er nicht hin? Ist er doch nicht mächtig zu lenken, die Fäden zu führen? Ist er vielleicht grausam, ein Tyrann, ein willkürlicher Despot? Oder alles doch nur blinder Zufall? In Verzweifl ung und Machtlosigkeit über diese Ereignisse hält die Gestalt in der rechten Hand ein gerissenes Stahlseil. Die einzelnen Fäden laufen ins Nichts; eine Hand fasst ratlos an den Kopf und sein Blick starrt fassungslos auf die außer Kontrolle geratenen Geschehnisse.

Weitere Motive
Die weiteren Motive erschließen sich meist von selbst. Sie betreffen aktuelle Themen, die den
Ort berühren, aber auch solche aus der Geschichte des Ortes:

Motive Nordost (Vorderseite), von unten nach oben:
Erster „weiblicher“
Fassanstich durch die
Bürgermeisterin der
Partnerstadt Chevilly-
Larue Stéphanie
Daumin und den
Ortsvorsteher, Mooskrott,
Forstmann (als
Dank an das Forstamt)
Piktogramme für die Gründer und derzeit den
Waldhock veranstaltenden Vereine des Hocks
auf dem Festplatz.
Die drei Geißen, damit
die, die immer
was zum Meckern
haben, auch gewürdigt
werden - mit
Wadenbeißer.
Waldarbeiter
An den Drahtseilen: Das Kernkraftwerk Fessenheim,
Flugzeug, Blitz /Naturgewalten, die
Eiche mit gebrochenen Wurzeln, Menschenwege,
das Herz, der Euro
Kleine Gestalten auf verschlungenen Wegen
in den Verästelungen des Baumes, die Weltkugel,
der Weltenlenker 1

Motive Südwest (Rückseite), von unten nach oben:
Krieg, Zerstörung, Not,
Flüchtlingsströme, das
Flüchtlingsboot
Die Flüchtlinge und
die Haltung von uns
gut versorgten Bürgern
in ihrer Gegensätzlichkeit.
Historische Gestalt des
St. Martin, Patron der
Kirchengemeinde
Weltkugel, Spirale,
New York/ Twin-Towers,
Paris/ Eiffelturm,
Atomium, Weltreligionen
Das 3. und. 4. Gleis,
die BI IGEL,
Dorf mitKirche,
Eisenbahnunglück 1882

Auch eine Spirale ist auf der Kugel dargestellt. Das Symbol für Unendlichkeit umfängt alle anderen Symbole, schließt sie ein in den Strudel, der nach innen führt. Auch das Kreuz, das Zeichen des Christentums, sowie Halbmond und Stern als Zeichen des Islam stehen dort nebeneinander. Ein Zeichen der Konfrontation – blutig im Namen Gottes mit Sprengstoffgürtel und Schlachtross ausgetragen? Oder ein Zeichen des Dialogs, des Miteinanders? Steht dieses Bild dafür, dass alles eingefügt ist in die gleichmäßige, klare und symmetrische Ordnung der Spirale – eine Dimension von Wirklichkeit, die das, was wir Realität nennen, umgibt, umfängt, auffängt, mit Sinn erfüllt und in die Unendlichkeit hineinträgt?

Der Künstler
Thomas Rees (* 20. 9.1959), Bildhauer aus Freiburg-Kappel Seit Beginn der neunziger Jahre entstehen aus seiner Hand Installationen unter freiem Himmel – die Natur ist gleichermaßen Atelier und Ausstellungsraum. Das Zusammenspiel von Ort, Geschichte und Material ist bestimmend für die Gestalt seiner Werke, die zum Fühlen, Schauen, Begehen, Erleben einladen. Dabei sind weniger Entwürfe und Skizzen Ausgangspunkt seines Schaffens: Durch die unmittelbare Arbeit am Material entwickeln sich die Objekte – abhängig von Eigenheiten/Widrigkeiten/Besonderheiten des Materials und eingebunden in die Thematik, die sich dabei verändert und entwickelt. Kleinigkeiten und scheinbare Zufälle ergeben somit „unplanbare“ Werke. Wo das Schaffen des Künstlers endet, verändert die Natur selbst seine Werke im Wandel der Jahreszeiten. Dieser natürliche Veränderungs- und Wandlungsprozess ist gewollt und insofern programmatisch für Thomas Rees: Seine Kunst stellt sich den Fragen der Gegenwart und der Dynamik natürlicher Prozesse. Mehr über ihn und seine Arbeit fi nden Sie unter der Seite http://thomas-rees.com Maße der Skulptur Eiche – Alter des Baumes: über 200 Jahre – Gesamthöhe etwa 8 m – Gewicht: 7,5 t – Umfang: unten etwa 3 m, Wurzel oben etwa 10 m – Wurzeldurchmesser etwa 3,50 m – Fundament: 8 t Stahlbeton – Dach: Stahlrohr und Glas, Fläche etwa 10 m2.

Dank
Ein besonderer Dank gilt dem städtischen Forstamt (verewigt in dem kleinen Jäger an der Südseite der Skulptur), das Mittel und Wege gefunden hat, diese Baumstammskulptur möglich zu machen, sowie der Jugendfeuerwehr, ohne die die Erde in den „Wurzelhaaren“ der Skulptur sicher für manche Überraschung sorgen würde und an eine Firma aus dem Gewerbegebiet, die die Aufstellung und Absperrung der Skulptur großzügig unterstützt hat. Und – natürlich – an den Künstler Thomas Rees, der alle Anregungen, die ihn anfl ogen, in vollendeter Weise aufgenommen und umgesetzt hat.


Hier einige Bilder der Baumskulptur

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