Resolution des Gemeinderats zur Flüchtlingssituation

"Kein Platz für Fremdenfeindlichkeit"

Einmütig verabschiedete der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause eine Resolution zur Flüchtlingssituation:

Flüchtlinge in der Hammerschmiedstraße (Foto: A.J. Schmidt)

Freiburg versteht sich als eine offene und tolerante Stadt, in der Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung keinen Platz haben. In diesem Sinne stellt sich die Stadtpolitik gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern der Verantwortung für eine menschenwürdige Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen. Diese Herausforderung ist nur mit Unterstützung von Bund und Ländern und gemeinsam von Stadt und Bürgerschaft sowie allen Trägern sozialer Arbeit zu leisten.

Unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status und der Dauer ihres Aufenthaltes sind uns die Menschen willkommen, die bei uns Schutz vor Krieg und Verfolgung in ihren Heimatländern suchen. Ihnen zu helfen ist eine humanitäre Pflicht, zu der sich der Gemeinderat der Stadt Freiburg ausdrücklich bekennt. Der Gemeinderat wendet sich deshalb entschieden gegen fremdenfeindliche Äußerungen oder pauschale Verdächtigungen gegenüber Flüchtlingen. Der Gemeinderat setzt solchen Tendenzen eine Stadtpolitik der Offenheit und Transparenz entgegen.

Eine menschenwürdige Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen sind erklärte Ziele des Gemeinderats. Wesentliche Voraussetzung der Akzeptanz durch die Bürgerschaft ist eine gute Aufnahme und Begleitung der Menschen in der schwierigen Ankunfts- und Orientierungsphase. Hier kommt den Bürgervereinen und den Kirchen eine wichtige Vermittlerrolle zu. Menschen, die durch ihre Flucht, den Verlust der Heimat und familiärer Bindungen häufig traumatisiert sind, dürfen nicht allein gelassen werden. Sie brauchen eine besondere Betreuung. Der Gemeinderat ist deshalb allen Bürgerinnen und Bürgern dankbar, die sich neben den staatlichen, städtischen, kirchlichen oder anderen sozialen Einrichtungen in der Flüchtlingshilfe engagieren. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass eine Willkommenskultur entsteht und Integration gelingt.

Die jüngere Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen ein Gewinn für unsere Stadtgesellschaft ist. Viele der Menschen, die Mitte der 1990er Jahre zu uns gekommen sind, sind mittlerweile ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Sie bereichern unsere Kultur, sind sozial wie beruflich integriert und engagieren sich im städtischen Leben.

Das Engagement und die Hilfsbereitschaft vieler Menschen zeigen: Die Aufnahme von Flüchtlingen wird heute wieder als eine Aufgabe der ganzen Stadt angesehen. Deshalb appelliert der Gemeinderat an alle Bürgerinnen und Bürger, die Herausforderungen, die sich mit der Versorgung von Flüchtlingen verbinden, anzunehmen und einen eigenen Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben zu leisten.

Freiburg, den 28.07.2015

Der Gemeinderat der Stadt Freiburg