Handwerkskunst

Historische Fassade der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule saniert

Gute Nachrichten für den städtischen Haushalt: Nach dreijähriger Sanierung wurden die Arbeiten an der Fassade der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule in der vergangenen Woche erfolgreich abgeschlossen – und das 1,2 Millionen Euro günstiger als erwartet. Statt den jetzt benötigten 3,4 Millionen war das Gebäudemanagement der Stadt Freiburg bei der Schadenserfassung 2011 noch von 4,6 Millionen Euro ausgegangen.

Die frisch sanierte Sandsteinfassade erstrahlt in lange nicht gesehenem Glanz – und zeigt ihren Detailreichtum, darunter ein Mosaik mit Musen und Stadtwappen. (Foto: A. J. Schmidt)

Die reich verzierte Sandsteinfassade der Schule an der Kirchstraße hinter der Johanneskirche stammt genau wie das Gebäude aus den Jahren 1902 bis 1905. So verrät es auch die Inschrift über dem repräsentativen Haupteingang. Wie auch in weiten Teilen der Wiehre verbinden sich hier Elemente von Historismus und Jugendstil und verleihen der laut Baubürgermeister Martin Haag „schönsten Schule Freiburgs“ ihr auffälliges und detailreiches Erscheinungsbild. Das wird gekrönt von der über drei Meter großen Kupferstatue, die nach langer Lagerzeit nun endlich wieder den Hauptgiebel ziert. Sie zeigt einen Blechschmied bei der Arbeit, eine Verneigung vor der Kunstfertigkeit der Handwerksberufe.

Finanziert wurde die aufwendige Sanierung zu drei Vierteln aus der Stadtkasse, Zuschüsse von insgesamt 860000 Euro kamen vom Landesamt für Denkmalpflege, von der Stiftung Denkmalschutz und aus einem Denkmalfonds des Bundes.

Das "Facelifting" der Fassade wurde günstiger als ursprünglich erwartet, weil statt aller fünf nur einer der Giebel tatsächlich komplett ab- und wieder aufgebaut werden musste, die anderen vier konnten vor Ort direkt saniert werden. Generell wurde die alte Substanz wo immer möglich erhalten, die Patina respektiert und nur dort ausgetauscht, wo es unvermeidbar war.

Lang verborgene Kleinode sind jetzt wieder zu sehen

Ein besonderes Schmuckstück der Fassade bildet ein Glasmosaik, das in der Bildmitte das Stadtwappen zeigt, umgeben von zwei Musen, die von zwei sie flankierenden Künstlern geschaffen werden. Das feingliedrige Mosaik, das laut dem für die Sanierung verantwortlichen Architekten Stefan Schädel aus fast 12000 Steinchen zusammengesetzt ist, hatte zuvor jahrelang im Keller der Schule auf seine Wiedererweckung gewartet.

Ein weiteres, ebenfalls kaum bekanntes Kleinod führt der Leiter der Schule, Axel Klär, beim Ortstermin vor: Vom Haupteingang aus gesehen links ums Eck, am besten zu sehen vom Hof des angrenzenden Pfarramts aus, versteckt sich an der Fassade eine unerwartete Farbenpracht. Ein Halbrelief aus Keramik, zweifellos hergestellt in der Karlsruher Majolika-Manufaktur, zeigt ein Porträt des Münsterbaumeisters Hans Böhringer, das umkränzt wird von zwei Frauenfiguren, neben denen sich Ansichten von Freiburg, des Münsters und rechts auch des Schwarzwalds finden, gestaltet in prachtvoll leuchtenden Farben. Farbliche Akzente aber finden sich auch auf der Vorderfront des Gebäudes: Der bekannte Freiburger Künstler Fritz Geiges hatte für die Fenster eine Reihe von Glasmalereien geschaffen, die Handwerksberufe wie Uhrmacher, Steinmetz, Wagenbauer oder Buchdrucker zeigen. Gemeinsam mit den in Stein gehauenen Zunftwappen an der Außenfassade zeigen sie, dass die Einrichtung damals wie heute als Gewerbeschule ihre Schülerinnen und Schüler auf dem Weg von der Schulbank in den Beruf begleiten möchte.

Veröffentlicht am 08.05.2015

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