Katholische Hochschule Freiburg

Beitrag der Institution zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt Freiburg und zu den Freiburger Nachhaltigkeitszielen

Die Katholische Hochschule Freiburg ist eine Bildungs- und Wissenschaftseinrichtung der katholischen Kirche und ihrer Caritas, deren Bildungsangebote zu selbständiger beruflicher Tätigkeiten insbesondere in den Feldern Soziales und Gesundheit befähigen.

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Wir sehen unsere Rolle in Qualifizierung zur aktiven, auch politischen Mitgestaltung einer Gesellschaft im demografischen Wandel. Unsere Forschungsaktivitäten gelten den Möglichkeiten zu einem guten Miteinander und zur Förderung sozialer Teilhabe aller Generationen. Wir setzen uns für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft ein, die in einem verantwortungsvollen Zusammenleben unterschiedlicher Menschen liegt. Unsere Forschungsaktivitäten erkunden die Vielfalt der Menschen mit ihren bunten Lebensentwürfen, Stärken und Schwächen in unterschiedlichen Lebenslagen. Sie gelten insbesondere der Analyse individueller Notlagen und struktureller Benachteiligung von Menschen, aber auch den vielfältigen öffentlichen Engagementformen von Bürger(inne)n auch jenseits der staatlichen Institutionen und der Parteien.


Zuordnung zu den Politikfeldern und den Nachhaltigkeitszielen

Unser Beitrag bezieht sich insbesondere auf folgende Politikfelder und Nachhaltigkeitsziele:

Politikfeld 5: Stadtplanung / Stadtentwicklung

Ziel 5.2: Stadtteile und Ortschaften hoher städtebaulicher Qualität mit sozialer und daseinssichernder Infrastruktur.


Politikfeld 9: Soziale Gerechtigkeit

Ziel 9.1: Armut bekämpfen, existenzsichernde Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen und fördern sowie soziale Ausgrenzung verhindern.

Ziel 9.5: Teilhabe am gesellschaftlichen Dialog sicherstellen, bürgerschaftliches Engagement, interkulturelles, generationenübergreifendes und alle Gruppen einbeziehendes Zusammenleben und Begegnungsmöglichkeiten fördern.


Politikfeld 10: Bildung

Ziel 10.2: Erhalt und Ausbau der Durchlässigkeit zwischen den Schularten und in die berufliche Ausbildung – Ausbildungsplätze für alle.

Ziel 10.3: Lebenslanges Lernen – die Teilnahme an Weiterbildungen sowie am zweiten Bildungsweg muss für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und mit unterschiedlichen Bildungsbedürfnissen möglich sein.

Ziel 10.5: Stärkung, Ausbau und Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung und der interkulturellen Bildung im Prozess des lebenslangen Lernens, um Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln in globaler Verantwortung zu vermitteln.


Politikfeld 12: Kultur

Ziel 12.1: Die Teilhabe an den kulturellen Angeboten und den kulturellen Aktivitäten fördern und für alle gesellschaftlichen Gruppen ermöglichen.

Ziel 12.2: Das kulturelle Erbe schützen, für die nächsten Generationen erhalten und seine Bedeutung für die Geschichte der Stadt vermitteln.

Ziel 12.5: Stärkung von Angeboten zur Förderung eines friedlichen, sozial integrativen Zusammenlebens – die kulturelle Vielfalt der Einwohner im kulturellen Angebot der Stadt widerspiegeln.



Beispielhafte Projekte der Institution

Gemeinde Umkirch, 2010–2012

Im Rahmen des Projekts wird die Gemeinde Umkirch bei der Umsetzung eines Konzepts zur Sicherung der Pflege im kommunalen Umfeld beraten. Die Bildung eines Arbeitskreises Pflege (Verantwortungsgemeinschaft) sowie die konzeptionelle Entwicklung einer Pflegewohngruppe sind Teile des Projekts.


Kosmobile Haushaltshilfen, 2011–2013

Das Projekt beinhaltet den Aufbau eines Informations- und Beratungssystems für osteuropäische Frauen, die auf Arbeitssuche in Deutschland sind. In Kooperation mit der Bahnhofsmission werden Kommunikations- und Hilfsstrukturen entwickelt. Die KH Freiburg übernimmt dabei die wissenschaftliche Begleitung.


Patientenbegleitung, 2011–2013

Gemeinsam mit der Volkshochschule Freiburg werden Freiwillige zu Patientenbegleiter(inne)n qualifiziert, die ältere Menschen vor, während und nach einem Krankenhausaufenthalt unentgeltlich begleiten. Weitere Kooperationspartner sind die Freiwilligenagentur und Freiburger Kliniken. Studierende der Sozialen Arbeit (Projektseminar Caring Community) sind in die Curriculumsentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Begleitung der Freiwilligen eingebunden.


Sozialplanung Denzlingen, 2012–2013

In einem partizipativen Prozess werden zunächst die strukturellen Daten und Entwicklungen für Denzlingen bis zum Jahr 2025 aufgezeigt. In Workshops, die mit 3 verschieden Gruppen - Professionelle bei Trägern und Verbänden, Gemeinderatsmitglieder und Bürger - durchgeführt werden, sollen notwendige Handlungsansätze in der Sozial-, Familien- und Altenpolitik der kommenden Jahre identifiziert und daraus Handlungsempfehlungen für die Kommune formuliert werden.


BEST–Bürgerengagement sichert Teilhabe, 2013–2015

Im Rahmen des Projektes BesT (Bürgerengagement sichert Teilhabe) werden an 15 Modellstandorten Ideen und Projekte entwickelt, wie wohnortnahe Infrastrukturen so gestaltet werden können, dass ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in der eigenen häuslichen Umgebung möglich wird.

Dabei will das Projekt ganz gezielte Anreize setzen, die zur weiteren Entstehung von Initiativen engagierter Bürgerinnen und Bürger anregen. Diese sollen gut im kommunalen Umfeld eingebettet sein und neue Ideen aufgreifen, die zu Lebensqualität in häuslichen Pflegesituationen beitragen. Es geht demnach um den Aufbau von "integrierten Betreuungsaktivitäten im Wohnumfeld" bzw. um die Förderung von Initiativen des Ehrenamtes und der Selbsthilfe im Vorfeld und Umfeld von Pflegebedürftigkeit.

Ziel dabei ist die Entwicklung von"„Best-Practice-Modellen" zum Thema Lebensqualität und Unterstützung bei „Pflege zu Hause“ in Formen der Vernetzung und Kooperation von Freiwilligen und lokalen Akteuren.

Der Modellverbund wird finanziert durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren, Baden-Württemberg und aus Mitteln der sozialen und privaten Pflegeversicherung nach § 45 d SGB XI. Gemäß § 45 d SGB XI werden aus Mitteln des Ausgleichsfonds des Spitzenverbandes Bund der Pflegekassen Gruppen ehrenamtlich tätiger sowie sonstiger zum bürgerschaftlichen Engagement bereiter Personen sowie Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen gefördert, die sich die Unterstützung bzw. allgemeine Betreuung und Entlastung von Pflegebedürftigen, von Personen mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf sowie deren Angehörigen zum Ziel gesetzt haben.


FABEL (Zugehende Familienbegleitung bei Demenz im ländlichen Raum), 2012–2015

Im ländlichen Raum gelingt die Anbindung der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz an die bestehenden Unterstützungsangebote häufig nicht in ausreichendem Maß, was zu einer stärkeren Isolation der pflegenden Angehörigen und damit auch zu einer Verstärkung der Lasten bei Hauptpflegepersonen führt. Mögliche Folgen für die betroffenen pflegenden Angehörigen sind die Zunahme der eigenen Vulnerabilität (z.B. Depression, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) und die Gefahr von Burnout.

Zugehende psychosoziale Angebote wie die Pflegebegleitung können diese besonderen Bedingungen zwar inzwischen bereits gut kompensieren, es zeigt sich jedoch, dass Pflegebegleiter speziell in Familien mit Menschen mit Demenz an Grenzen stoßen. Mit der Entwicklung und Evaluierung der demenzspezifischen Familienbegleitung soll die Frage beantwortet werden, ob besonders qualifizierte und supervidierte Freiwillige die Belastung der Angehörigen stärker reduzieren als klassische Pflegebegleiter und das unter den spezifischen Bedingungen im ländlichen Raum (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald).


Pflegemix in Lokalen Verantwortungsgemeinschaften, 2012-2014

Ziel des Vorhabens ist es, in vier Pilotkommunen neue Wege zu erproben und daraus innovative Projekte zu entwickeln, die den wachsenden Bedarf an Begleitung, Unterstützung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen nachhaltig absichern. Dies soll in einem Pflegemix aus verschiedenen, aufeinander abgestimmten Leistungen von professionellen Diensten, Angehörigen und Freiwilligen geschehen, mit Fokus auf die Schnittstellen von professioneller und privater Hilfe.


InnoGESO, 2012–2015

Das InnoGESO-Projekt der Katholischen Hochschule Freiburg ist in ein Gesamtprojekt von den Universitäten Witten / Herdecke und Mannheim / Heidelberg eingebettet; jede Hochschule hat dabei Ihren eigenen Schwerpunkt. Die biografische Perspektive von Pflegekräften und Mitarbeitenden aus der sozialen Arbeit steht mit einer qualitativen Befragung im Mittelpunkt des Teilprojekts der KH Freiburg. Soziale Prozesse und soziale Zusammenhänge werden mit dem Ziel untersucht, verschiedene Interessen innerhalb des demografischen Wandels zu erkennen und auszubalancieren.

Die Analyseschwerpunkte sind das Verstehen der Zusammenhänge von Alter und Innovationsfähigkeit im Berufsleben, die Ermittlung des Einflusses von berufsbiografischen Faktoren wie Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung, Krankheitszeiten und den Folgen ausbleibender vertikaler Karrieren für Berufsweg, Gesundheit und Innovationskompetenz, die Ermittlung der Faktoren, die es älter werdenden Mitarbeiter(inne)n ermöglichen, lange und gesund ihren Beruf ausüben zu können und das Erkennen der Strukturen bei den Organisationen und Unternehmen, die Mitarbeiter(innen) in ihrer Entwicklung von Innovationskompetenz unterstützen können.

Die Datenerhebungen finden in Organisationen und Unternehmen statt, die als Projektpartner im Austausch mit der Katholischen Hochschule stehen. Ziel ist es, praxisnahe Konzepte zu entwickeln, durch die in Einrichtungen eine Struktur geschaffen wird, die ihre Mitarbeiter(innen), ihre Gesundheit und Innovationsfähigkeit stärken kann.


VEGA, 2010–2014

Im Freiburger Osten (Waldsee / Littenweiler) wurde gemeinsam mit dem Seniorenbüro der Stadt Freiburg und der Heiliggeistspitalstiftung das Konzept einer "Verantwortungsgemeinschaft für gelingendes Altern" entwickelt, erprobt und evaluiert. In dem Kooperationsprojekt wurden, auch unter Beteiligung von Studierenden des Bachelorstudienganges Soziale Arbeit und des Masterstudienganges Dienstleistungsentwicklung, Lehrforschungsvorhaben durchgeführt.

Ein Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit möglichst vielen lokalen Akteuren und Partnern das Konzept einer geteilten Verantwortung auf Augenhöhe im Quartier zu entwerfen und dabei die Übersichtlichkeit des Hilfesystems zu fördern, Zugangsbarrieren abzubauen und Partizipationsmöglichkeiten für alle Akteure in den beiden Stadtteilen zu schaffen.

Partizipative und sozialraumorientierte Bürgerbeteiligungsverfahren und Vernetzung verschiedenster Akteure vor Ort waren und sind dabei zentrale Ansatzpunkte. Bausteine sind derzeit: VEGA-mobil, Bürgertreff, Mehrgenerationenspielplatz.


ZAFH-AAL "Prospektiver und interdisziplinärer Dialog zu Ambient Assisted Living", 2013–2015

ZAFH-AAL (Zentrum für Angewandte Wissenschaft: Assistive Systeme und Technologien zur Sicherung sozialer Beziehungen und Teilhabe für Menschen mit Hilfebedarf). Das ZAFH-AAL ist ein interdisziplinärer Projektverbund, in welchem Professor(inn)en und wissenschaftliche Mitarbeiter(innen) der Hochschule Furtwangen, der Katholischen Hochschule Freiburg, der Hochschule Ravensburg-Weingarten und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gemeinsam arbeiten. Auf Seiten der Ingenieurswissenschaften werden innerhalb von fünf Teilprojekten innovative Systeme und Technologien entwickelt, welche zu einem selbstständigen Leben bis ins hohe Alter, wie auch zur Sicherung sozialer Beziehungen und Teilhabe für Menschen mit Hilfebedarf dienen. Die Entwicklungen werden unter Berücksichtigung gerontologischer und sozialwissenschaftlicher Aspekte entwickelt. Folglich ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit ein zentraler Aspekt des ZAFH-AAL.

Das an der Katholischen Hochschule Freiburg angesiedelte Projekt "Prospektiver und interdisziplinärer Diskurs zu AAL" wurde speziell für die Umsetzung des interdisziplinären Arbeitens im Verbund angelegt. Als Querschnittsprojekt bearbeitet es weiterhin zentrale Aspekte zur Akzeptanz von AAL und die damit verbundenen philosophisch-ethischen, sozialrechtlichen und sozialpolitischen Fragestellungen. Diese Ausarbeitung findet sowohl in der allgemeinen Betrachtung des Themas, als auch im konkreten Bezug auf die einzelne Entwicklung innerhalb des Verbundes statt.

Mit diesem Projekt soll das Ziel verfolgt werden, die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse die Bedürfnisse der Menschen und die Möglichkeiten der Technik in ein angemessenes Verhältnis zueinander setzten.


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