Lieblingskinderbücher

Johanna Metzler

Ist im Kommunalen Kino im Alten Wiehrebahnhof für das Kinder- und Jugendkino verantwortlich.

Foto: Martin Bruch, Literaturhaus Freiburg

Als Kind habe ich Bücher geliebt, bei denen man herzhaft lachen kann. Als ich mit sieben Jahren einmal wegen eines gebrochenen Arms im Krankenhaus liegen musste, kam irgendwann eine Krankenschwester ganz aufgeregt ins Zimmer gestürmt, um sich zu erkundigen, ob denn auch alles in Ordnung sei, sie habe so ein lautes Glucksen gehört. Doch Fehlalarm, das war nur einer meiner Lachanfälle, die ich beim Vorlesen des Sams bekommen hatte. Besonders die Szenen, in denen das Sams bei Herrn Lürcher landet oder mit Papa Taschenbier im Kaufhaus ist, sind mir in lebhafter Erinnerung geblieben.

Daher freue ich mich auch ganz persönlich sehr darüber, dass einer meiner Lieblingskinderbuchautoren, Paul Maar, dieses Jahr als Ehrengast beim LirumLarumLesefest zu sehen und zu hören sein wird. Glücklicherweise hat Paul Maar auch noch weit über meine Kindheit hinaus viele weitere so tolle Kinderbücher geschrieben, die ich heutzutage sehr gerne meinen eigenen Kindern vorlese.

Paul Maar: Eine Woche voller Samstage (1973)


Benedikt Grubel

Ist Theatermacher und hat in seiner Zeit am Jungen Theater Freiburg fünfmal das LirumLarumLesefest mitorganisiert. Er ist auch als Leseblitz bekannt.

Foto: Fionn Große

Ein maximal wilder Wald, so schön und unendlich weit, dass man vor Glück laut glucksen möchte. Rauschende Baumwipfel, ein reißender Fluss, bedrohlich kreisende Wilddruden am Himmel, tausend glimmende Gnomenaugen im Unterholz – und mittendrin auf einem felsigen Berg thronend: die vom Blitz zerteilte Mattisburg.

Die Bilder aus Astrid Lindgrens Märchen-Roman haben sich für immer und seit ewig in meiner Phantasie eingeschrieben – verbunden mit dem Gefühl einer schwindelerregenden Freiheit vom linken großen Zeh bis in die Haarspitzen. Quirlig-beglückend, tieftraurig und bis zur Zerreißprobe schmerzhaft habe ich die Geschichte von Ronja Räubertochter und ihrem Gefährten Birk Borkasson in Erinnerung, die all das (und noch vieles mehr) wagen, wovor Räuberhauptmann Mattis stets gewarnt hat: sich im tiefen Wald verirren, in den Fluss plumpsen, über den Höllenschlund springen und eine tiefe, vorzeitliche Feindschaft überwinden. Ich habe dieses Buch heiß und innig geliebt und bis heute viele Male mit stockendem Atem gelesen.

Astrid Lindgren: Ronja Räubertochter (1981)