Auf dem Weg zur klimaneutralen Komune

Freiburg hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2030 will die Stadt die klimaschädlichen Emissionen um mindestens 50 Prozent senken und als langfristiges Ziel Klimaneutralität für das Jahr 2050.

Foto: FWTM/ Schoenen

Lokale Energiewende und Klimaschutzkonzepte

Bereits 1986, unmittelbar nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, beschloss der Gemeinderat den Ausstieg aus der Atomenergie und noch im gleichen Jahr ein zukunftsorientiertes Energieversorgungskonzept, basierend auf den drei Säulen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. 1996 beschloss der Gemeinderat, den CO2-Ausstoß in der Stadt bis 2010 um 25 Prozent zu verringern. Fortgeschrieben wurde dieser Beschluss 2007 mit dem noch ambitionierteren Ziel einer Reduktion um 40 Prozent bis 2030. Mit einem Bündel von Maßnahmen gelang es, die Emissionen im Energiesektor deutlich zu senken und den Anteil des Atomstroms von 60 auf unter fünf Prozent zu reduzieren. Seit 2011 wird Ökostrom als Standard für Privatkunden angeboten und über 50 Prozent des städtischen Strombedarfs werden durch Kraft-Wärme-Kopplung gedeckt. 2014 beschloss der Gemeinderat die Reduktion der CO2 – Emissionen um mindestens 50 Prozent bis 2030 und als langfristiges Ziel Klimaneutralität für das Jahr 2050.

Klimaneutrale Kommune bis 2050 und 100% Erneuerbare Energie-Region

Sowohl die Studie "Freiburg 2050 – Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt" des Öko-Instituts als auch die Potenzialstudie des Clusters Green City und der Energieagentur Regio Freiburg zeigen: Eine zu 100 Prozent aus regenerativen Energien versorgte Region ist bis 2050 realisierbar. Voraussetzungen hierfür sind die Halbierung des Energieverbrauchs, die Steigerung der Energieeffi zienz im privaten wie gewerblichen Bereich und eine fast ausschließliche Nutzung von erneuerbaren Energien. Das Ziel ist ehrgeizig – eine Energiewende im tatsächlichen Sinn. Die Stadt Freiburg kann das Ziel Klimaneutralität lokal erreichen, wobei der Energieeffi zienz eine hohe Bedeutung zukommt. Das Ziel 100 % regenerativ hingegen kann nur gemeinsam mit den umliegenden Landkreisen erreicht werden. Gleichzeitig ist eine grundsätzliche Änderung der klimapolitischen Rahmenbedingungen bei Land, Bund und in der EU – die eine Energiewende in diesem Maßstab unterstützen – erforderlich.

Gezielte Investitionen

Eine lokale Klimaschutzpolitik, die diesen Namen verdient, darf sich nicht auf Absichtserklärungen beschränken. Sie braucht alltagspraktische, politische und fi nanzielle Konsequenzen. In Freiburg fl ießen seit 2008 zehn Prozent der Konzessionsabgabe, die der regionale Energieversorger badenova an die Stadt für Leitungsrechte für Strom und Wasser bezahlt, in Klimaschutzprojekte. Um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, beschloss der Freiburger Gemeinderat 2014 mehr als eine Verdopplung dieser Investitionen auf 25 Prozent: Ab 2015 wird nun eine Vielzahl zusätzlicher Energieprojekte durch ca. 2,75 Millionen Euro pro Jahr gezielt gefördert.

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