Integrierte Mobilität in Freiburg - Stadt und VAG stellen gemeinsames Gesamtkonzept vor

Wer kommt wie an? - Neue Bedürfnisse nach umweltgerechter Mobilität - Kombination verschiedener Verkehrsmittel - Rückgrat ist ÖPNV

Die Stadt Freiburg und die Freiburger Verkehrs AG (VAG) stellen heute ihr gemeinsam erarbeitetes Gesamtkonzept für Integrierte Mobilität vor. Mit diesem Konzept sollen der Öffentliche Verkehr, der Fuß- und Radverkehr sowie das Car-Sharing besser vernetzt und die Möglichkeiten einer stadtverträglichen Mobilität in Freiburg weiter verbessert werden.

„Schon jetzt ist die Freiburger Verkehrs-AG ein Motor für nachhaltige Mobilität in der Stadt“, unterstreicht Helgard Berger, Vorstand der VAG, die Rolle des städtischen Verkehrsunternehmens. „Bereits in der Vergangenheit haben wir unsere Kompetenz als Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen in ähnliche Projekte eingebracht. Für die Stadt betont Baubürgermeister Martin Haag: „Dies ist die konsequente Fortsetzung unser Verkehrspolitik der letzten 40 Jahre mit dem Ziel einer stadt- und sozialverträglichen Mobilität durch die nachhaltige Stärkung der Alternativen zum eigenen Auto und der besseren Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsangebote in der Stadt.“ Er verdeutlicht, dass dieses neue Konzept nur möglich wurde, weil es auf eine bestehende, sehr gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur aufbaue.

Wer kommt wie an? Um diese eigentliche Frage geht es vor allem in dem neuen Konzept. Denn seit einigen Jahren wandelt sich das Mobilitätsverhalten um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Vor allem jüngere Menschen besitzen weniger Autos als früher, nutzen dafür aber vermehrt Straßenbahn, Busse, Fahrrad oder Car-Sharing.

Die Bedeutung des eigenen Autos als Statussymbol nimmt spürbar ab, so dass zum ersten Mal in Deutschland junge Menschen weniger mit dem PKW unterwegs sind als ihre Eltern. So besitzen heute nur noch knapp ein Viertel der jungen Erwachsenen in Freiburg einen eigenen Pkw – vor 20 Jahren waren es noch rund 40 Prozent. Dies ist verbunden mit den Trends „Nutzen statt Besitzen“ und „Teilen“, was die bedarfsgerechte Kombination verschiedener Verkehrsmittel zur logischen Folge hat. Durch die Möglichkeit, sich überall und jederzeit im Internet informieren zu können, erleichtern Smartphones die spontane Nutzung und Kombination verschiedener Verkehrsdienstleistungen und werden zu persönlichen „Mobilitätszentralen“.

Die Stadt Freiburg und die VAG haben diese aktuellen Trends gemeinsam analysiert und dem Gemeinderat Ende 2012 erste Projektvorschläge vorgestellt. Diese sind: verkehrsträgerübergreifende Kooperation, Car-Sharing-Aktionsplan, öffentliches Leihradsystem, E-Mobilität und Marketing Nahmobilität. Diese Vorschläge wurden seither teilweise von Beratungsbüros begleitet, weiter bearbeitet und zu einem Gesamtkonzept „“Integrierte Mobilität in Freiburg“ konkretisiert. Dies erfolgte unter Beteiligung von mehreren Freiburger Akteuren, allen voran die beiden lokalen Car-Sharing-Anbieter. Dieses neue Konzept wird am 20. Mai im Verkehrsausschuss vorgestellt.

Ein Schwerpunkt des Konzepts: Verkehrsträgerübergreifende Kooperation

Im Rahmen des Gesamtkonzepts wurde eine „Studie zur verkehrsträgerübergreifenden Kooperation“ erarbeitet, in der vier aufeinander aufbauende Bausteine zur besseren Verknüpfung von ÖPNV, Car-Sharing und Radverkehr als Verkehrsträger entwickelt wurden.

Mit diesen vier Bausteinen sollen die Menschen möglichst viele Verkehrsträger parallel nutzen können. Der erste ist ein Multimodales Mobilitätspaket: Hier soll der ÖPNV um weitere Mobilitätsangebote ergänzt werden, besonders die Nutzung von Car-Sharings. Das neue Produkt soll als zweiter Baustein in den VAG-Kundenzentren erhältlich sein oder über lokales oder mobiles Internet, zum Beispiel eine App, gekauft werden können. Auch über eine gemeinsame Buchungsfunktion wird nachgedacht. Der dritte Baustein ist ein erweitertes, integriertes Informationsangebot: Die Nutzerinnen und Nutzer sollen sich einfach und schnell Informationen zu verschiedenen Verkehrsmitteln beschaffen können. Hierzu soll eine App angeboten werden, die neben dem ÖPNV-Angebot auch das Car-Sharing-Angebot inklusive Standorte darstellt. Als vierten und letzten Baustein soll das neue multimodale Produkt gemeinsam beworben werden.

Bis Ende 2018 sollen alle vier Bausteine umgesetzt sein. Ab diesem Sommer werden die einzelnen Bausteine bei der VAG im Detail ausgearbeitet und stufenweise umgesetzt. Eine erste Umsetzungsstufe beginnt Mitte 2015 mit einem geplanten „Neubürgerpaket Verkehr“. Dieses Angebot richtet sich an die rund 20.000 Menschen, die neu nach Freiburg ziehen. Sie sollen nach ihrem Umzug über die vielfältigen und guten Freiburg-spezifischen Angebote des Umweltverbunds informiert werden. Darüber hinaus sollen beispielsweise Regio-Karten-Abokunden und Semester-Ticket-Inhaber Rabatte oder kostenfreie Mitgliedschaften bei Car-Sharing oder Raddienstleistungen erhalten.

Im Herbst wird die Stadt auch die Möglichkeiten für ein öffentliches Fahrradleihsystem in Freiburg analysieren. Zwar besitzen alle Freiburgerinnen und Freiburger mindestens ein Fahrrad – trotzdem könnte ein Leihradsystem zusätzliche Potenziale für den Umweltverbund generieren. Ergebnisse dazu sollen im Frühjahr vorgestellt werden.

Selbstverständlich bleibt das Rückgrat einer solch gut vernetzten Mobilität eine gut ausgebaute Infrastruktur, vor allem im Bereich des ÖPNVs und des Fahrradverkehrs. So wird die VAG in den nächsten Jahren weiterhin intensiv das Stadtbahnliniennetz ausbauen, und mit der geplanten Inbetriebnahme der Stadtbahn Messe 2015 und der Stadtbahn über den Rotteckring in 2018 die Grundlagen für einen noch attraktiveren ÖPNV geschaffen. Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) baut derzeit mit erheblichem finanziellen Einsatz und mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg das Freiburger Radwegenetz aus, unter anderem durch den Bau der drei „Rad-Vorrang-Routen“.

Die Kombination von Umgestaltungen vor Ort und einem deutlich erweiterten Informationsangebot werden den bereits heute sehr attraktiven Umweltverbund von Freiburg weiter voranbringen. Damit werden gute Alternativangebote, vor allem in der Innenstadt, geschaffen, die auch den Autoverkehr weiter reduzieren werden.

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