Neues Gremium

Freiburg setzt einen Beirat für Architektur und Stadtentwicklung ein

Freiburg bekommt einen Gestaltungsbeirat. Das neue Gremium soll der Stadt bei wichtigen Bauvorhaben beratend zur Seite stehen und die Diskussionen zu Architektur und Städtebau versachlichen. Die erste Arbeitssitzung ist im April.

Vor dem ehemaligen Zollhallengebäude hat die Stadt vor drei Jahren einen attraktiven Platz als Eingang zum künftigen Gewerbegebiet auf dem Güterbahnhof Nord geschaffen. Der insgesamt 6000 Quadratmeter große Platz ersetzt die ehemalige Kfz-Werkstatt und gilt als gelungenes Beispiel für die Neugestaltung des Stadtraums. (Foto: A. J. Schmidt)

Nachdem der Gemeinderat im Rahmen des Doppelhaushalts 2013/2014 beschlossen hatte, einen Gestaltungsbeirats einzurichten, folgte im Juli 2013 die Wahl der fünf Mitglieder des Beirats. Sie stammen aus den Gebieten Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Zum Jahresbeginn hat zudem die Geschäftsstelle im Baurechtsamt ihre Arbeit aufgenommen.

Mit dem neuen Gremium greift die Stadt Freiburg die positiven Erfahrungen anderer deutscher Großstädte auf. Der Beirat soll der Stadt bei wichtigen Bauvorhaben beratend zur Seite stehen. Dies gilt besonders für solche Projekte, die wegen ihrer Größe, Lage, Nutzung, ihres Umfelds, ihrer Ensemblewirkung oder ihrer Bedeutung für das Stadtbild prägend in Erscheinung treten.

Durch den Gestaltungsbeirat will die Stadt aber auch eine offene Architektur- und Städtebaudiskussion initiieren. Kraft fachlicher Argumente soll damit auch die Akzeptanz von Bauvorhaben erhöht werden. Vor allem aber kann der Gestaltungsbeirat dazu beitragen, dass die Architektur- und Freiraumqualität steigt. Bauherren erhalten eine objektive fachliche Beratung, die den Dialog zwischen allen Beteiligten fördert und in Einzelfällen auch die inhaltliche Auseinandersetzung um umstrittene Bauprojekte versachlichen und neue Lösungsansätze vermitteln kann.

Jährlich zwei Dutzend Projekte unter der Lupe

Der Gestaltungsbeirat prüft im Rahmen von sechs eintägigen Sitzungen rund 20 bis 25 Bauvorhaben pro Jahr auf ihre städtebauliche, landschaftsplanerische und architektonische Qualität. Nach einem Ortstermin und interner Vorbesprechung haben die Bauherren die Möglichkeit, ihr Projekt dem Beirat vorzustellen und mit ihm gemeinsam zu beraten. Anschließend erarbeitet der Beirat eine Stellungnahme mit Empfehlungen. In einzelnen Fällen kann er auch anregen, dass das Bauvorhaben nach der Weiterbearbeitung wieder vorgelegt wird.

Um die Transparenz der Verfahren zu erhöhen, werden die Bauprojekte in öffentlicher Sitzung vorgestellt und diskutiert, sofern der Bauherr nicht widerspricht. Alle Sitzungstermine mit der jeweiligen Tagesordnung werden im Amtsblatt und auf  freiburg.de veröffentlicht. Nicht behandelt werden solche Vorhaben, die aus einem Wettbewerb oder einer Mehrfachbeauftragung hervorgegangen sind. Hier ist die architektonische oder städtebauliche Qualität bereits durch den Wettbewerb gesichert.

Diese Planungen fallen nur dann in die Zuständigkeit des Gestaltungsbeirats, wenn das beantragte vom prämierten Vorhaben wesentlich abweicht. Die Stadt will die Bauprojekte bereits in einer sehr frühen Phase der Konzeptentwicklung in den Gestaltungsbeirat einbringen, sodass einerseits grundlegende Richtungsentscheidungen noch möglich sind und andererseits die Bauherrschaft die Anregungen noch umsetzen kann, ohne dass sich die Planung verzögert.

Auf seiner Sitzung im Juli 2013 hat der Gemeinderat folgende fünf Personen in den Gestaltungsbeirat gewählt: Prof. Jórunn Ragnarsdóttir (Architektin aus Stuttgart), Prof. Zvonko Turkali (Architekt aus Frankfurt), Prof. Tobias Wulf (Architekt aus Stuttgart), Miriam Weyell (Stadtplanerin aus Zürich) und Prof. Wigbert Riehl (Landschaftsarchitekt aus Kassel). Die Gestaltungsbeiräte sind auf drei Jahre bestellt und dürfen zwei Jahre vor und ein Jahr nach ihrer Beiratstätigkeit nicht in Freiburg planen oder bauen, damit ihre Unabhängigkeit sichergestellt ist.

Der Gestaltungsbeirat wird von städtischer Seite durch eine Geschäftsstelle unterstützt, die im Baurechtsamt angesiedelt ist. Damit soll eine zügige Abwicklung der nachfolgenden Verwaltungsverfahren garantiert werden. Die Geschäftsstelle wird von der Architektin Berit Bachmann und der Landschaftsarchitektin Eva Bartling geleitet. Die erste Arbeitssitzung des Gestaltungsbeirates wird am 10. April stattfinden.

Die öffentlichen Sitzungen des Gestaltungsbeirats finden an folgenden Donnerstagen jeweils um 14 Uhr im großen Sitzungssaal des technischen Rathauses, Fehrenbachallee 12 (2. OG), statt: 10. April, 5. Juni, 17. Juli, 9. Oktober, 27. November. Die Vorankündigung mit der jeweiligen Tagesordnung erscheint im Amtsblattkalender und auf www.freiburg.de/gestaltungsbeirat

Die Geschäftsstelle des Gestaltungsbeirats ist im Baurechtsamt, Fehrenbachallee 12, EG, sowie unter gestaltungsbeirat@stadt.freiburg.de und den Telefonnummern 201-4370 und 201-4375 zu erreichen.


Veröffentlicht am 31.01.2014

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